Intime Fotos auf der digitalen Datenautobahn

Schmerzensgeld wegen Whatsapp-Sexting

Intime Fotos auf der digitalen Datenautobahn
Wir erheben nur ungern den Zeigefinger – aber bei der Verbreitung von ganz intimen Fotos, also den sogenannten Sexting-Fotos, über soziale Netzwerke und Kommunikationsplattformen wie Whatsapp, sind wir hochsensibel und können nur mahnen und abraten. Solche Aufnahmen gehören für uns niemals über die digitale Datenautobahn geschickt, selbst dann nicht, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sein sollten. Das Netz vergisst niemals und das Schneeballsystem funktioniert perfekt in einer ungeahnten Geschwindigkeit. Bevor man sich umsieht, steht man entblößt vor seinem Gegenüber, auch wenn dieser einem fremd ist.

Möglicherweise muss man sich im digitalen Zeitalter mit den heutigen Möglichkeiten der schnellen Verbreitung sicherlich die Frage stellen, inwieweit man solche intimen Aufnahmen überhaupt noch zulässt. Wir wissen, eine schwierige Thematik, die jeder aber für sich klären sollte, bevor der Auslöser klickt! Blauäugig sollte man nicht sein – Partner sind mitunter äußerst wandelbar und/oder tun Dinge, von denen man keine Kenntnisse hat. Dann wird es menschenverachtend und bloßstellend, wenn intime Fotos rundgeschickt werden, ohne dass es der/die Abgelichtete weiß. So etwas verbietet sich und für uns kann die Strafe dafür gar nicht hoch genug ausfallen.

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hatte jetzt so einen Fall (239 C 225/14) zu verhandeln und hat einer jungen Berliner Gymnasiastin einen Schadenersatzanspruch von 1.000 Euro durch ihren Exfreund zugesprochen. Dieser hatte ohne ihr Wissen intime Fotos von ihr über Whatsapp verbreitet. Die beiden waren übrigens ein Paar. Während dieser Zeit forderte der Schüler immer wieder Sexting-Fotos von der damals 13-Jährigen. Die Fotos behielt er nicht für sich, sondern verbreitete sie über Whatsapp in seinem Freundeskreis. Welchen unkontrollierbaren Weg die Aufnahmen nicht nur durch die Schule nahmen, können wir uns alle ausmalen.

Die Frage ist, kann ein Schmerzensgeld – egal welcher Höhe – bei dieser Pein überhaupt entschädigen? Wir meinen nein.

Aufgegriffen 09 / 2015

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2 Kommentare

Eine überaus wichtige Anregung, die leider von den (zumeist jungen) Damen allzu oft in den Wind geschlagen werden. darüber hinaus sehe ich es auch nicht ein, warum ein erwachsener Mann (und Familienvater) Mädchen im Alter seiner Töchter vor dsie Linse locken soll. Dies ist einfach auch eine Frage des Repektes vor dem Model (Motto: Never touch the model) und auch vor dem eigenen Partner, oder?

von Holger Reich, Wupperfotografie
21. September 2015, 13:52:42 Uhr

Wichtiges Thema. Früher oder später werden solche Fotos zum Bumerang.

von Timo
15. September 2015, 16:40:33 Uhr

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