Private Fotos machen glücklich

Bewusstes Teilen von Erlebnissen stützt Erinnerungen

© Blende, Jens Voß, Glück
© Blende, Jens Voß, Glück
Kürzlich lief über den Ticker, dass – so eine Forschungsarbeit – private Fotos glücklich machen. Nun, hätten wir dazu eine Forschungsarbeit benötigt? Eigentlich nicht und dennoch sind solche Untersuchungen hilfreich. Sie untermauern Thesen und sie führen auf, warum wir alle so begeistert der Fotografie aktiv nachgehen und uns mit Aufnahmen umgeben – sei es nun in Form von Fotokalendern, Fotovergrößerungen, auf Tassen, Brettchen etc. Es macht uns glücklich, auch wenn wir dieses Glück aktiv als solches möglicherweise nicht wahrnehmen. Solche Untersuchungen motivieren aber auch gleichzeitig, der Fotografie künftig noch intensiver nachzugehen, um ja keinen Moment der Momente zu verpassen, noch glücklicher zu sein und unsere Erinnerungen durch Bilder noch stärker zu stützen.

© Blende, andy baskakov, Chabohahn Charly auf dem Menschenthron, mittendrin statt nur dabei
© Blende, andy baskakov, Chabohahn Charly auf dem Menschenthron, mittendrin statt nur dabei
Geht es nach der aktuell veröffentlichten Forschungsarbeit, so sollten wir unseren Alltag noch intensiver fotografisch aktiv begleiten. Die Forscher führen aus: „Obwohl das Dokumentieren der täglichen Tätigkeiten vielleicht etwas trivial wirkt, untermauern Studien, dass diese kleinen Aufzeichnungen unerwartete Freude beim Wiederfinden und Erinnern machen“. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, seine Aufnahmen sozusagen zu befreien, damit sie kein Schattendasein auf irgendwelchen Festplatten und Speicherkarten fristen. Natürlich gehört in der aktuellen Zeit auch das Teilen von Fotos auf Plattformen wie Facebook oder Instagram dazu – es erklärt auch damit ihren ungebrochenen Zuspruch. User, so die Forscher, die ihre Timeline wie eine Art persönliche Historie nutzen, fühlen sich glücklicher. Bei allen beschriebenen Glücksgefühlen, die diese sozialen Netzwerke bieten, können wir nur die Empfehlung aussprechen, auch nach weniger öffentlichen Optionen wie Instagram und Facebook Ausschau zu halten. Eine sehen wir beispielsweise in einem Fototagebuch oder als Monatscollagen großformatig ausgegeben. Fest steht, und deshalb sind wir solchen Untersuchungen auch so dankbar, dass Bilder unser Lebenselixier sind. Rufen wir durch sie Erlebtes in unsere Erinnerungen zurück, dann ist der Kontext sogar meist oftmals noch positiver.

© Blende, Manfred Bogaczyk, Purer Wasserspaß für Pferd und Reiter
© Blende, Manfred Bogaczyk, Purer Wasserspaß für Pferd und Reiter
Das Vertrauen, so die Studie, in das eigene Gedächtnis ist hoch ausgeprägt – wir unterschätzen somit oftmals den Wert der Wiederentdeckung. Das ist sicherlich auch mit ein Grund dafür, warum wir fotografisch nicht alles dokumentieren, aber warum wir oftmals so fahrlässig mit unseren Bildern umgehen und sie beispielsweise nicht richtig sichern. Wenn wir die bildliche Unterstützung aber nicht haben, dann vergessen wir mehr als wir denken.

Fazit:

  • Fotografieren Sie noch mehr Alltägliches
  • Sichern Sie Ihre Fotos – Es sind Ihre Erinnerungen
  • Machen Sie Ihre Aufnahmen für sich zugänglich, damit diese Sie umgeben
  • Nur wenn Sie Ihre Aufnahmen befreien, sind Sie noch glücklicher

Zur Studie

Um ein genaues Ergebnis ermitteln zu können, führten die Wissenschaftler gleich vier Studien durch. Alle Ergebnisse der Untersuchungen sind in der Arbeit "A 'Present' for the Future: The Unexpected Value of Rediscovery" nachzulesen.

Aufgegriffen 01 / 2016

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