Trojaner Locky und andere Schädlinge – Datensicherung schützt vor Verlust

Er trägt eigentlich einen netten Namen, und einprägsam ist er auch: Locky. Ein Name, den Computernutzer sich merken sollten und das nicht, weil er besonders nett ist. Locky erpresst Computernutzer, es geht um Geld und seit einigen Tagen stellt sich wieder die Frage nach der Datensicherung. Denn nur, wer seine Daten und hier insbesondere seine Bild- und Videodaten richtig sichert, ist vor deren Verlust geschützt.

Screenshot der deutschen Locky-Version
Screenshot der deutschen Locky-Version

Locky kam ziemlich überraschend und dazu auch noch ziemlich erfolgreich, wenn man die massenhafte Verbreitung in kürzester Zeit denn so nennen mag. Und Locky ist nicht einfach ein Trojaner, der vielleicht einen Rechner ausspäht und den man mit einem Virenscanner wieder entfernen kann. Dieses Mal geht es ans Eingemachte, denn Locky ist so genannte „Ransomware“ und verschlüsselt die Festplatten. Und das macht der Trojaner so sicher, dass der Schlüssel – zumindest bisher – nicht geknackt werden kann. Man muss sich keine übertriebenen Hoffnungen machen, dass die Verschlüsselung später einmal wieder aufgehoben werden könnte, denn das setzt in jedem Fall tiefere Kenntnisse von Computern und Software voraus – der normale Anwender wird da sicher scheitern. Hat der Krypto-Trojaner erst einmal zugeschlagen, sind die Dateien weg und zwar zunächst einmal alle. Wobei alle in diesem Fall auch wirklich alle heißt.

Wer rechtzeitig mitbekommt, dass da ein Trojaner am Werk ist, kann vielleicht noch einzelne Dateien retten. Denn Windows legt zuerst einmal Schattenkopien an, bevor es die Dateien verschlüsselt. Das Problem: Der Trojaner löscht auch die Schattenkopien. Was dann bleibt, ist der Versuch, einzelne Dateien mit einer Wiederherstellungs-Software zu finden. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass das zum Erfolg führt, mühselig ist es in jedem Fall.

Das A und O ist natürlich ein guter Schutz, um solche Trojaner von vornherein auszuschließen. Es ist altbekannt, dass Betriebssystem und Software immer auf dem neusten Stand gehalten werden sollten. Dazu kommt ein guter Virenschutz, die neuen Windows-Versionen ab Windows 8 bringen von Haus aus den so genannten „Defender“ mit. Außerdem der altbekannte Rat, keine E-Mail-Anhänge zu öffnen, die man nicht kennt und nicht erwartet, auch wenn diese offenbar eine Rechnung sein sollen. Und wenn man Dateien öffnet, dann sollten in Word – dieses Programm ist bei Locky das bevorzugte Einfallstor – keine erweiterten Rechte eingeräumt werden, beispielsweise wenn das Programm beim Öffnen einer Datei danach fragt. Bislang sind nur Windows-Systeme von diesem aggressiven Krypto-Trojaner betroffen. Was aber freilich nicht heißt, dass nicht irgendwann auch Apple-Computer betroffen sein könnten.

Hat Locky erst einmal zugeschlagen und die Lösegeld-Forderung taucht auf, sollte diese in jedem Fall ignoriert werden. Zum einen ist nicht sicher, dass die Dateien nach der Zahlung tatsächlich wieder hergestellt werden können. Offenbar klappt die Entschlüsselung nicht immer, zum anderen sollte man sich klar sein, dass man hier Geld an Kriminelle überweist und diese dann nur die nächste Runde für Erpressungen aushecken. Das System ist auch nicht neu – Stichwort BKA-Trojaner, der zwar viel plumper, aber im Prinzip ähnlich vorging.

Bilder
Es bleibt dabei, dass die Datensicherung die letzte Rettung ist. Und die funktioniert auch – vorausgesetzt, man hat die wichtigste Regel beachtet. Und die heißt: Die gesicherten Daten müssen vom Computer getrennt sein. Locky verschlüsselt alle direkt verbundenen Laufwerke. Wer also seine Daten einfach auf eine USB-Festplatte sichert, der kann sie dann wieder herstellen, wenn die Festplatte im Computer unvermittelt den Dienst quittiert, aber im Falle von Locky sind auch diese Sicherungsdaten verloren. Das gleiche gilt übrigens, falls einmal das Büro abbrennt oder der Blitz einschlägt und alle Elektrogeräte grillt.

Das Zauberwort heißt „Offsite-Datensicherung“. Das bedeute, die Sicherung an einem anderen Ort vorzunehmen. Lösungen und Software gibt es da verschiedene. Man kann seine Festplatten auf einen anderen Rechner an einem anderen Ort spiegeln oder eine Cloud-Lösung verwenden. Viele Cloud-Dienste bieten automatische Datensicherungen an. Das gibt es nicht umsonst, aber das Geld ist gut investiert. Denn wer sicher sein kann, dass seine Daten sicher sind, schläft einfach besser.

Aufgegriffen 03 / 2016

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