Bilderkennung: Kenntlich auch wenn unkenntlich - Faceless Recognition System

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Bilderkennungssoftware ist ein geniales Tool, hilft die smarte Imagingtechnologie doch beispielsweise bei der Bildverwaltung oder bei der Recherche im Internet nach Aufnahmen. Wird das Recht am eigenen Bild von dritten, wie von Google bei Street View gewahrt, so bedient man sich aktuell der Option, Gesichter zu verwischen. Damit konnte bisher sichergestellt werden, nicht nur die Identität der abgelichteten Personen geheim zu halten sondern, so auch ihre Privatsphäre zu schützen.

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Darf man den jüngsten Entwicklungen einer Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für Informatik aus Saarbrücken Glauben schenken, so dürfte das Verwischen von Bildern bald nicht mehr ausreichen. Die Forschergruppe hat einen Algorithmus entwickelt, der es ermöglichen soll, unkenntlich gemachte Gesichter zu erkennen, wenn „klare“ Fotos als Vorlage herangezogen werden können. Die Trefferquote des Systems steigt mit der Qualität der Vergleichsaufnahmen sowie mit deren Anzahl. Die Trefferquote ein verwischtes Gesicht zu erkennen liegt, so die Angaben der Wissenschaftler, bei zwei Vergleichsaufnahmen bei 70 Prozent. Eine Trefferquote von 92 Prozent wird erzielt, wenn dem System zehn Vergleichsaufnahmen zur Verfügung gestellt werden. Die Genauigkeit des Systems sinkt auf unter 50 Prozent, wenn die Vergleichsaufnahmen aus einem anderen Kontext stammen, also Örtlichkeit, Lichtsituation, Kleidung nicht identisch sind. Noch einmal weiter runter geht die Trefferquote mit knapp 15 Prozent, wenn die Gesichter nicht verwischt, sondern mit einem schwarzen Quadrat verdeckt werden.

Fazit:
Die technischen Entwicklungen werden weiter voranschreiten. Um die Gesetzsprechung künftig einzuhalten, wird es künftig nicht mehr ausreichend sein, Gesichter unkenntlich zu machen.

Aufgegriffen 08 / 2016

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