Die Tricks der Internet-Verkaufsportale

Wo kaufen Sie Ihr Fotoequipment?

Die Tricks der Internet-Verkaufsportale - Wo kaufen Sie Ihr Fotoequipment?
Wir machen kein Hehl daraus, dass wir ein Freund des stationären Handels sind, und das nicht nur in Bezug auf Foto und Imaging. Wir können hier die Produkte in Augenschein nehmen, wir erhalten Kaufanreize, wir lieben die Beratung und ein weiterer ganz entscheidender Punkt ist, dass der stationäre Handel maßgeblich Straßen mit Leben erfüllt. Eventuell sind wir hier antiquiert. Scheinheilig sind wir aber nicht, denn auch wir bestellen hier und da im Internet, weil wir das Gewünschte nicht in der unmittelbaren Umgebung angeboten bekommen und/oder weil wir der Annahme unterliegen, hier ein Schnäppchen zu machen. Ob dem aber immer so ist und wie wenig transparent das Internet mit seinen Angeboten ist, das zeigen Untersuchungen, die uns erschrecken lassen. Wussten Sie beispielsweise, dass der Online-Preis für die Ware auch davon abhängen kann, hinter was für einem Computer Sie sitzen? Wer im Internet auf Verkaufsportalen unterwegs ist, der sollte sich darüber bewusst sein, dass diese mit zahlreichen Tricks aufwarten und Produkte dort nicht immer am günstigsten angeboten werden.

Online-Anbieter wissen mehr als Sie denken

Online-Anbieter wissen eine ganze Menge von uns Kunden und möglicherweise sogar mehr als wir von uns selbst. Neu für uns ist, dass Internet-Angebote teurer ausfallen können, wenn über das iPad beziehungsweise einen Apple-Computer nach ihnen gestöbert wird. Da diese Geräte teurer sind, gehen die Anbieter davon aus, dass deren Nutzer nicht der „Geiz ist geil“ Mentalität unterliegen und bereit sind, mehr auszugeben. Höhere Preise bekommt man auch dann gern von Online-Verkaufsportalen angezeigt, wenn man sich zuvor online bevorzugt für hochpreisige Produkte entscheidet. Der Preis, der einem angegeben wird, steht zudem immer häufiger auch in Abhängigkeit zur Tageszeit, wann danach gesucht wird. Anbieter können zudem durch Suchanfragen auch das Interesse an Produkten ermitteln – dies kann gegebenenfalls zu einem höheren Preis bei mehrmaliger Suche führen.

Wir gingen bis dahin davon aus, dass uns das Internet, mit seinen Möglichkeiten, Transparenz bietet. Denken wir doch beispielsweise an die zahlreichen Preisvergleichsportale. Verbraucherschützer Ingmar Stresse – leitet beim Bundesverband der Verbraucherzentralen die Abteilung Verbraucherpolitik – sagt, dass die von uns angenommene Transparenz mit den exestierenden technischen Möglichkeiten bewusst unterlaufen wird. Er äußert sich dahingehend, dass „das Netz wie der Manchester Kapitalismus“ sei und die Anbieter nur ein Ziel verfolgen, das Beste für sich herauszuholen. Detailliert werden Bewegungen auf den Buchungs- und Shoppingseiten von den Anbietern verfolgt, mit dem Ziel, den höchsten Preis herauszuholen.

Derzeit wird mit Unterstützung des Bundesjustizministeriums von den Verbraucherzentralen ein „digitaler Marktwächter“ eingerichtet. Ziele sind unter anderem ein Frühwarnsystem aufzubauen und neue „Betrugsmachen“ aufzuspüren. Der Marktwächter wird eine eigene Homepage haben, über die Verbraucher Abzocke und Betrugsfälle melden können. Wie zu lesen ist, soll nach derzeitigen Plänen die Seite Anfang 2017 voll einsatzfähig sein. Unserer Meinung nach ein zu langes Zeitfenster – die Verkaufsportale werden immer einen Schritt voraus sein.

Aufgegriffen 09 / 2015

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6 Kommentare

kann Axel nicht zustimmen, finde den Beitrag für mich hilfreich da mir die Maschen nicht bekannt waren. Der stationäre Handel ist eine andere Sache mit seinen erheblichen Qualitätsunterschieden in der Beratung. Zum Teil echt schlechte Beratung rechtfertigt doch aber nicht die Abzocke im Internet, oder?

von Thea
25. September 2015, 07:50:11 Uhr

Na sind sind ja mal Enthüllungen. Wenn die journalistische Arbeit auf das aufgießen eines schon dreimal benutzten Teebeutels beschränkt wird macht es Artikel nicht besser. Da nützt auch eine Überschrift die Erwartungen weckt (die nicht erfüllt) werden wenig. Das Problem ist zum einen das der stationäre Handel nur noch eingeschränkt zu finden ist, aber auch selbst dazu beigetragen hat sich abzuschaffen, durch eine veraltete Vertriebspolitik. Und die Beratungsqualität ist im stationären Handel teilweise genauso schlecht wie im Internet. Und das Unternehmen die technischen Möglichkeiten ausnutzen wundert jetzt hoffentlich keinen wirklich. Der stationäre Handel trickst ja auch gar nicht, oder?

von Axel
25. September 2015, 07:16:10 Uhr

über den preis entscheidet nach meinen infos auch mit welchem smartphone danach gesucht wird. 2017 mit so einer plattform ist zu spät aber wahrscheinlich schneller realisiert als der flughafen in Berlin. die anbieter werden immer einen vorsprung haben, machen wir uns doch nichts vor

von Aron D
24. September 2015, 20:24:09 Uhr

Das die auch Geld verdienen wollen verstehe ich aber dass es vom PC z.B. abhängt welcher Preis angezeigt wird ist schon der Knaller. Danke für den Beitrag.

von Paula Rink
24. September 2015, 10:40:29 Uhr

Das ist schon der Hammer. Ob ich günstigere Preise angezeigt bekomme wenn ich meinen Uraltcomputer wieder zu Leben erwecke

von Wilfried
24. September 2015, 09:01:35 Uhr

Krasse Sache! War mir so nicht bewusst. Danke für den Artikel!

von Petra
24. September 2015, 08:56:14 Uhr

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