Arbeiten mit dem Grafiktablett

Grafiktablett - Abwedeln Bildgalerie betrachten

"Abwedeln"

Hier ein wenig zugelaufene Tiefen abwedeln, dort etwas überstrahlte helle Bereiche mit dem Nachbelichter abdunklen – solche Arbeiten kennen die Älteren unter uns noch aus der Dunkelkammer. In Photoshop gab es von Anfang an Werkzeuge, die solche Arbeiten erleichterten, nur lassen sie sich mit der Maus schwer steuern. Wer dagegen mit einem Grafiktablett arbeitet, hat recht gute Chancen, schon nach einer kurzen Einarbeitungsphase seine Bilddetails wirklich intuitiv auszuarbeiten. Das macht natürlich Lust auf mehr, denn wer hat nicht schon einmal davon geträumt, Effekte mit dem Pinsel aufzutragen? Zum Beispiel Farbkorrekturen, Entrauschungen, Scharfzeichnungen oder kreative Filtereffekte. Normalerweise legt man sie entweder aufs ganze Foto oder erarbeitet sich mühsam mit Auswahltechniken die Stellen, an denen die Effekte später im Bild auftauchen sollen. Das muss aber nicht sein, denn Photoshop kennt zwei – wenn auch etwas versteckte – Techniken: den Protokollpinsel und die Ebenenmaske. In diesem Workshop lernen Sie, mithilfe eines drucksensitiven Grafiktabletts Bildretuschen malerisch aufzutragen.

1 Abwedeln

Das Abwedeln-Werkzeug in der Grundeinstellung mit 50 Prozent “Belichtung” führt beim Einsatz mit einer Maus und harter Werkzeugspitzenkante fast zwangsläufig in die Katastrophe. Erst mit einem Grafiktablett und einer großen, weichen Werkzeugspitze kann man so vorsichtig arbeiten, wie es das Werkzeug verlangt. Legen Sie zunächst den “Bereich” auf die Tonwerte fest, die Sie aufhellen möchten (hier: Mitteltöne), das malen Sie mit sehr wenig Andruck auf den Bereichen, die zu schattig geraten sind. Mit dem Abwedler bringen Sie aber nicht nur Zeichnung in zu dunkel geratene Partien zurück, Sie überdecken damit auch ganz subtil Hautunreiheiten oder Hautrötungen.

2 Nachbelichten

In erster Linie nutzt man das Nachbelichter-Werkzeug zur Abdunklung von Lichtern und Mitteltönen, wenn diese Zeichnung vermissen lassen. Wo bei Überstrahlungen gar keine Zeichnung erfasst wurde, kann man mit dem Werkzeug eine solche zumindest andeuten. Doch Vorsicht – hier muss man die “Belichtung” auch beim Einsatz von Grafikstiften deutlich herunter regeln. Praktisch ist das Werkzeug auch zur Verstärkung der “Tiefen”, wenn wie hier beim Bikinioberteil und in den dunklen Bereiche des Wassers die Strukturen plastischer herausgearbeitet werden sollen.

3 Protokollpinsel

Der Protokollpinsel, der sich in der Werkzeugpalette aufrufen lässt, malt Filtereffekte oder andere Einstellungen auf das Bild. Um dieses Tool zum Beispiel als Werkzeug zur Teilkolorierung anzuwenden, wandeln Sie Ihr Ausgangsbild zunächst in eine Schwarzweißversion um. Wir haben hier den ab Photshop CS3 verfügbaren Dialog “Schwarzweiß“ gewählt. Anschließend öffnen Sie die Protokollpalette, klicken auf vor den letzen Eintrag und malen dann mit dem Protokollpinsel an den von Ihnen gewünschten Stellen die Urspungsversion wieder auf.

4 Ebenenmaske

Mit Ebenenmasken blenden Sie den Inhalt einer Ebene ein oder aus. Klicken Sie in der Ebenen-Palette auf das Ebenenmasken-Symbol, erscheint neben der Ebenen-Miniatur ein weißes Feld. Wenn Sie es anklicken und dort mit schwarzer Farbe malen, werden die geschwärzten Bereiche ausgeblendet. Als Einblendmechanismus funktioniert die Ebenenmaske, wenn Sie mit gehaltener Alt-Taste auf das Ebenenmasken-Symbol klicken. Dann erscheint ein schwarzes Feld neben der Ebenen-Miniatur und der Ebeneninhalt wird zugleich ausgeblendet. Malen Sie nun mit weißer Farbe auf der Ebenenmaske, blenden Sie den Ebeneninhalt wieder ein. Ein Verlauf schafft einen weichen Übergang.

5 Ebenenmaske im Einsatz

Öffnen Sie ein Bild, duplizieren die Hintergrundebene mit der Tastenkombination “Strg+J” (Mac: “Befehl+J”) und wenden auf die Ebenenkopie den Zeichenfilter “Fotokopie” mit Einstellungen Ihrer Wahl an. Anschließend erzeugen Sie für die Kopie eine Ebenenmaske, wählen Schwarz als Vordergrundfarbe in der Werkzeugpalette und malen mit einer geeigenten Werkzeugspitze dort, wo das Ausgangsbild durchscheinen soll. Um eine überzeugende Ergebnisqualität zu erhalten arbeiten Sie mit 20 Prozent Deckkraft und ebenso geringen Fluss-Einstellungen. Mehrere Maldurchgänge mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen verstärken den Effekt.

Bildbearbeitung 03 / 2010

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