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Monitorkalibrierung - Bildbearbeitung

Die Aufnahmen auf dem Kameradisplay sehen super aus. Kontrast, Farbverlauf wirken optimal und der Fotograf ist zu Recht stolz auf seine Werke. Bei der Überspielung der Bilddaten auf einen Rechner und der Ansicht über einen PC-Monitor ist die Verwirrung vielfach groß. Die Aufnahmen haben nichts mehr von ihrer Brillanz. Die Tonwerte wirken verändert und haben mitunter nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun. Abhilfe ist angesagt, denn der große Wunsch liegt nahe, dass die Aufnahmen so erscheinen sollen wie auf dem Kameradisplay. Mittels Bildbearbeitungsprogrammen wird den Aufnahmen dann vorschnell auf die Pelle gerückt, obwohl dies vielfach gar nicht notwendig ist. Der Grund für die falsche Darstellung liegt nämlich oftmals an der fehlenden Monitorkalibrierung.

Kolorimeter – Ein Lösungsansatz

Mit sogenannten Kolorimetern kann die Farbwiedergabe von Displays optimiert werden. Dazu wird die Bildschirmoberfläche vermessen und mit Idealwerten/Sollwerten verglichen. In der Regel erfolgt dies im Zusammenspiel mit der mitgelieferten Software. Die im Handel erhältlichen Kolorimeter unterscheiden sich je nach Preisklasse hinsichtlich ihrer Ausstattung und Messpräzision. Vor dem Kauf ist es wichtig zu ermitteln, inwieweit die Software des Kolorimeters den eigenen Monitor erkennt.

Monitorkalibrierung

A und O für eine exakte Darstellung ist die Qualität des Monitors. Das Angebot ist groß. Bevorzugt werden von Fotografen Monitore von NEC oder EIZO. Je nach Modell warten die Monitore mit exakten Farben auf. Dies hat natürlich seinen Preis. Wer diesen scheut, sollte beim Kauf darauf achten, dass der Monitor bereits mit Kalibrierungsmöglichkeiten ausgestattet ist. Entscheidend für die Beurteilung der Farbdarstellung ist die Monitorumgebung. Knallt direktes Sonnenlicht auf den Monitor, so ist eine vernünftige Beurteilung der Farben unmöglich. Die Monitorumgebung sollte also abgedunkelt sein. Bietet der Raum diese Möglichkeit nicht, so sollte man über die Anschaffung von Sonnenblenden nachdenken. Vor der Kalibrierung gilt es, dem Monitor eine Aufwärmzeit einzuräumen, denn erst nach zirka einer halben Stunde werden die Farben exakt dargestellt. Vor der Kalibrierung sollte der Monitor gründlich gereinigt und auf die Werkseinstellung zurückgesetzt werden. Wird auf die Investition eines Kolorimeters verzichtet, so sind Testbilder, wie das DQ-Tool vom Photoindustrie-Verband (Digital Quality Tool), das von der Homepage kostenlos heruntergeladen werden kann, eine Option.

Kontaktlinsenträger

Heute im Handel erhältliche Kontaktlinsen sind meist eingefärbt. Dies hat natürlich auch einen Einfluss auf die Farbwahrnehmung. Profifotografen verzichten aus diesem Grund bei der Kalibrierung des Monitors auf das Tragen von Kontaktlinsen und greifen lieber auf die Brille zurück.

Bildbearbeitung 08 / 2011

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1 Kommentare

intoxi-hd
02. Oktober 2011, 10:05:25 Uhr

Am Ende sollte man sich aber immer auf sein Auge verlassen und in jedem Fall einen Testabzug im Wahllabor machen und danach den Rest der Serie bearbeiten.
Ich habe auch einen Artikel zur Monitorkalibrierung geschrieben und bin aus Sicht eines laboranten darauf eingegangen - ich bin also professioneller Anwender mit Sinn für den Amateur ;)

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