Bildarchivierung mit Google Picasa

Wer kleine bis mittlere Bildbestände auf seinem Computer verwaltet und außerdem auch keine exotischen RAW-Dateien gespeichert hat, der findet im kostenlosen Programm Picasa von Google eine brauchbare Alternative. Die Software kommt außerdem mit einigen netten Extras, wie einer Gesichtserkennung.

Picasa - Unklarer Internetzugriff, Startbildschirm, Manuelles Importieren
Picasa ist anders als andere Bildarchivierungssoftware. Denn Picasa ist geschaffen für eine Google- und Facebook-Generation, ist unkompliziert und bietet außer der eigentlichen Archivierung auch allerhand Anhang, der das Online-Leben des Fotografen einfacher macht. Dass Picasa auch den Fotografen unterstützt, der nicht unbedingt jedes Foto säuberlich sortiert nach Datum in Ordnern ablegt, wird beim ersten Start deutlich. Auch, wenn das Programm erst einmal nach Hause funkt, also ungefragt eine Verbindung über das Internet aufbaut, beginnt Picasa zuerst einmal mit einer groß angelegten Inventur. Dem Nutzer bleiben nur zwei Optionen: Alle Bilder überall auf dem Computer finden oder nur die in den „Eigenen Dateien“.

Unterstützte RAW-Formate, Fehlerhafte Darstellung von RAW-Dateien
Und Picasa sortiert die Bilder dann auch gleich mal, egal, wo sie gefunden wurden, nach Datum. Das ist praktisch, schließlich werden auch sonst die meisten Fotos nach Datum sortiert. In diesem Fall werden dann die Bilder aus der Digitalkamera, die dort liegen, und die vom iPhone, die woanders liegen, und die von der CD auf den Desktop kopierten zusammengefasst. Die dadurch entstandene Bildergalerie lässt sich leicht durchscrollen, ein wenig erinnert die Optik an eine Website. Und auch die Verwaltung des Bildbestands ist nicht so schwer. Denn Picasa bringt dazu eigentlich alles mit, was man braucht. Und es ist schnell. Neu hinzugefügte Fotos findet das Programm sofort, auch im laufenden Betrieb, ohne dass man dafür etwas tun müsste. Ein kleines Fenster weist darauf hin, wenn neue Fotografien erkannt werden. Kleiner Nachteil: In seiner Sammelwut nimmt Picasa auch solche Bilddateien auf, die das Programm gar nicht oder nur fehlerhaft darstellen kann.

Ordneransicht, Schnelle Übersicht neuester Bilder
Wenn alle Bilder im Programm drin sind, muss man sie aber auch wieder herausbekommen, das heißt finden. Die Sortierung nach Aufnahmedatum ist dabei eine große Hilfe. Wer in etwa weiß, wo er suchen muss, der findet dann auch. Aber das ist natürlich nicht alles. Im Prinzip kann die Bildersammlung in Picasa nach jedem beliebigen Stichwort durchsucht werden. Und da das Programm von Google ist, findet es auch alles wie Google. Wer sich nur Bilder mit einer bestimmten Größe anzeigen lassen möchte, gibt eben die Größe ins prominent am oberen rechten Bildrand platzierte Suchfeld ein. Und wer nach zwei Sachen suchen möchte, gibt eben beide Stichwörter ein. Wie bei Google, ein Minus vor dem Suchwort, schließt diese Bilder aus. Wer also die Bilder vom letzten Urlaub sucht, aber nur die kleinen, gibt eben ein „Spanien 800“. Und wer die Bilder mit 800 Pixel Kantenlänge nicht sehen möchte, sucht nach „Spanien -800“.

Suche mit Suchvorschlägen
Das Suchergebnis liefert alle Bilder, die Picasa zu den entsprechenden Kriterien gefunden hat, in der Ordnerleiste werden die dazugehörigen Verzeichnisse angezeigt. Wer auf ein bestimmtes Verzeichnis klickt, sieht nur die Bilder, die darin liegen und zur Suche passen.

Orte nachträglich festlegen
Nun sind ja aber nicht unbedingt alle Bilder schon perfekt verschlagwortet. Was also tun? Picasa bietet die Möglichkeit, nachträglich Schlagworte zu Bildern hinzuzufügen. Das geht ganz komfortabel, auch für mehrere Bilder gleichzeitig. Man kann sogar Felder mit den wichtigsten Stichworten vorab belegen, so dass nur noch ein Mausklick nötig ist. Die entsprechenden Informationen werden dann auch tatsächlich in der jeweiligen Bilddatei hinterlegt und zwar im Feld „Markierungen“. Man muss also keine Sorge haben, dass bei einem Computerwechsel alle Daten weg sind. Einerseits, andererseits gibt es in Picasa trotzdem eine zentrale Datenbank, die man sichern sollte.

Genauso funktioniert es auch mit der Landkarte. Auf der ist zu sehen, welches Bild wo aufgenommen wurde. Dabei kann Picasa die Informationen in Exif- oder IPCT-Daten nicht auslesen, es sei denn, es handelt sich um Koordinaten. Wer aber nun keinen GPS-Tracker an der Kamera hat, kann seine Bilder nachträglich mit einigen wenigen Klicks verorten. Dazu wird die Karte an der richtigen Stelle herangezoomt, Bilder markieren, auch mehrere zugleich, und den Marker auf der Karte setzen. Noch einmal bestätigen, fertig. Auch diese Informationen schreibt Picasa direkt in die Bilddatei. Zwar ist es mühsam, jedes einzelne Bild für die richtige Straßenecke zu sortieren, aber wenn die Stadt schon mal stimmt, findet man auch in fünf Jahren noch die Bilder, die am Adria-Strand entstanden sind.

Was Picasa nicht bietet, ist ein Bewertungssystem mit Sternen und Farbmarkierungen. Professionelle Fotografen, die nach Shootings große Bildbestände durchforsten und sortieren müssen, finden deshalb darin nicht unbedingt das passende Werkzeug. Ansonsten lassen sich aber Bilder einfach markieren und auch entsprechend anzeigen. Überdies besteht die Möglichkeit, Alben anzulegen und Bilder darin sortieren. Überhaupt ist Picasa ganz gut im Sortieren. Auf Mausklick kann man sich den entsprechenden Bilderordner anzeigen lassen, Bilder lassen sich in Picasa löschen, kopieren und verschieben.

Collage erstellen, Website erstellen, Bildbearbeitung/Filter, CD erstellen
Wer viele Personen fotografiert, dem wird auch die Gesichtserkennung helfen. Picasa versucht schon beim Einlesen der Bilder, diese bestimmten Gesichtern zuzuordnen. Diese müssen dann nur noch entsprechend beschriftet werden. Und auch sonst liefert die Software ein kleines Komplettpaket rund ums Bild. Mit einer einfachen Bildbearbeitung, der Möglichkeit, Collagen mit einem Mausklick zu erstellen und natürlich mit der Anbindung ans Internet. Die Bilder lassen sich direkt aus dem Programm heraus an das Mailprogramm weitergeben. Darüber hinaus lassen sich CDs per Mausklick erstellen und Bilder zum Bildschirmschoner ebenso leicht hinzufügen. Außerdem gibt es eine Exportfunktion und natürlich ist das Drucken aus Picasa kein Problem – auch das Drucken von mehreren Bildern auf eine Seite, um so beispielsweise einen Kontaktbogen zu erstellen. Außerdem gibt es die Option, ein Poster auf mehrere Einzelblätter verteilt zu drucken.

Picasa von Google, kostenlos
http://picasa.google.com/intl/de

Bildbearbeitung 01 / 2014

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