Bildarchivierung mit ACDSee

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ACDSee ist eine Software zur Bildverwaltung, die schon das eine oder andere Mal weiterentwickelt wurde. Inzwischen ist die Software bei Version 17 angekommen. Neben der Normalversion gibt es noch eine Pro-Version und einen kostenlosen Ableger, „Free“ genannt, der aber im Prinzip nur Bilder anzeigen kann.

Diese Software ist ein bisschen anders als die großen, bekannten Archivierungsprogramme. Was nicht unbedingt heißen muss, dass sie schlechter ist, aber ACDSee ist in der Bedienung einfach ein bisschen anders. Das Suchfenster öffnet sich nicht mit Strg+F, sondern mit Strg+Umschalttaste+3. Aber daran kann man sich ja gewöhnen. Ein Blick auf die Software lohnt in jedem Fall, auch, wenn es noch Raum für Verbesserungen gibt.

Zum Beispiel bei der Erkennung von RAW-Dateien. Nicht alle Formate werden erkannt, außerdem scheint ACDSee beim Test ein wenig langsam, wenn es darum geht, RAW-Dateien in voller Größe zu zeigen. Gleiches gilt auch für TIFF-Dateien. Die Pro-Version unterstützt zwar mehr Formate, in der Geschwindigkeit allerdings scheint es keine Verbesserungen zu geben. Allerdings betrifft das hauptsächlich die Ansicht bei 100 Prozent, also in voller Auflösung. Beim Verwalten der Bilder zeigt ACDSee keine Probleme, was die Geschwindigkeit betrifft. Ansonsten bietet ACDSee in der deutlich teureren Pro-Version vor allem einen kompletten Workflow, der vor allem auch die Verarbeitung von RAW-Dateien einschließt.

Was als „anders“ sofort auffällt, ist die Tatsache, dass diese Software eben nicht erst einmal die zu verwaltenden Bilder importieren muss. ACDSee fügt die Bilder in den Ordnern zum Katalog hinzu, der vom User geöffnet wird. Das ist ganz nett bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein wirklich großer Ordner geöffnet wird. Dann hakt es nämlich erst einmal für kurze Zeit. Wer das verhindern will, kann aber auch manuell ganze Ordner oder Laufwerke in den Katalog aufnehmen lassen. Das hat auch den Vorteil, dass Bilder in den Ordnern indexiert werden, die man sich noch nicht angeschaut hat. ACDSee legt eine Datenbank an und speichert darin standardmäßig auch ein Vorschaubild. Beim schnellen Durchschauen der Bilder muss also nicht jedes Mal auf die Originaldatei zugegriffen werden, was überaus zeitsparend ist.

Die Version 17 von ACDSee bietet zur Archivierung einige professionelle Features. Dazu gehört die Möglichkeit, Fotos mit einem Punktesystem zu bewerten oder mit verschiedenen Farblabels zu versehen. Natürlich lässt sich danach auch wieder suchen und sortieren. Möglich ist das zum einen mit dem Katalog-Fenster. Damit können Bilder nach verschiedenen Parametern gefiltert werden, unter anderem nach Stichwörtern oder Informationen aus den Exif-Datensätzen. Man kann sich also alle Bilder anzeigen lassen, die mit einem 50-Millimeter-Objektiv gemacht wurden, mit ISO 100, die schon einmal rot markiert wurden und mit dem Stichwort „Nachtaufnahmen“ versehen wurden. Oder man lässt sich die Bilder auf einer Karte anzeigen. Allerdings liefern ja bei weitem nicht alle Kameras GPS-Daten mit. Wer nachsortieren möchte, kann das tun, indem einfach die Bilder aus dem kleinen Browser per Drag and Drop auf die Karte gezogen werden. Die Daten werden dann entsprechend hinterlegt, beim nächsten Mal erscheinen die Fotos auf der Karte.

Wer aber Bilder sucht, hat viel zu tun, wenn er nach und nach Ausschlusskriterien anwendet. Das mag der richtige Weg sein, um mal grundsätzlich einige Bilder zu selektieren, um die es jetzt geht. Nachtaufnahmen beispielsweise oder bei Sportbildern die mit dem Teleobjektiv aufgenommenen, wenn man die Einzelaufnahme eines Fußballspielers sucht. Aber ansonsten empfiehlt sich der Griff zum Suchfeld. Und dort kann systematisch gesucht werden. Nach Text beispielsweise, wobei es dafür verschiedene Optionen gibt, ob das Suchwort genau so enthalten sein muss oder ob es auch Teil eines Wortes sein kann. Der Pfeil hinter dem Suchfeld zeigt die Möglichkeiten. Darunter ist ein Suchfeld, in das alle möglichen Kategorien hinzugefügt werden können.

Die Bedienung ist ziemlich komfortabel, wenn auch etwas umständlich. Fügt man beispielsweise das Datum als Suchkriterium hinzu, wird zunächst ein standardisiertes Datum angegeben. Klickt man darauf, hat man in einem Pop-Up-Fenster die Möglichkeit, dieses Suchfeld nach den eigenen Bedürfnissen anzupassen, also Fotos vom letzten Monat anzeigen zu lassen oder solche, die vor einem bestimmten Datum aufgenommen wurden.

In diesem Punkt erfordert ACDSee einige Klicks mit der Maus, ansonsten gibt es aber jede Menge Tastaturbefehle. Eine komplette Übersicht findet sich im Hilfe-Menü, dort kann man sich zumindest die wichtigsten heraussuchen. Angenehm ist die Tatsache, dass alle Fenster verschiebbar sind oder an ihrer Standardposition angeheftet werden können. So lässt sich die Benutzeroberfläche individuell anpassen.

Neben der Archivierung bietet auch die Standard-Version von ACDSee einen Werkzeugkasten, mit dem Bilder bearbeitet werden können. Die wichtigsten Bearbeitungsoptionen sind darin vorgesehen, also drehen und zuschneiden, Bildparameter anpassen oder auch das Eliminieren roter Augen oder eine Tonwertkorrektur. Allerdings kann die Software nicht mit 16-Bit-Dateien umgehen, gespeichert wird als 8-Bit-Datei.

ACDSee ermöglicht es, Bilder direkt zu den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook hochzuladen, außerdem ist natürlich das Versenden per E-Mail vorgesehen, ebenso die Weitergabe an eine Bildbearbeitung.

ACDSee 17, 14 Tage kostenlose Testversion, ca. 77 Euro, Pro-Version ca. 192 Euro.
http://www.acdsee.com/de/products/acdsee-17

Bildbearbeitung 01 / 2014

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