Instagram-Look: So einfach geht´s!

Unbearbeitetes Originalbild
Unbearbeitetes Originalbild
Hier ist sie, die Schritt für Schritt Anleitung, um Aufnahmen am eigenen Rechner mit Photoshop Elements den angesagten Instagram-Look zu verleihen. Das Smartphone ist heute für viele bereits zu einer Art „Allzeit-bereit-Kamera“ geworden, mit der sich jedwede Situation dokumentieren und sofort über die Sozialen Netzwerke verbreiten lässt, um andere Menschen am eigene Leben teilhaben zu lassen. Aber nur ein Foto zu posten ist vielen Usern nicht genug. Mittels Apps, den kleinen Softwarehelfern die immer mehr zu leisten vermögen sowie Bildbearbeitungssoftware über den PC werden alle Hebel in Gang gesetzt, um Aufnahmen den individuellen Pfiff zu verleihen.

Instagram bietet dem Nutzer nicht nur die Plattform zur Bildpräsentation, sondern auch zahlreiche Filter und Effekte, die den Aufnahmen per Fingerzeig den Instagram-eigenen Retrolook verleihen. Wer jedoch seinen eigenen Instagram-Look erzeugen möchte, wird selbst Hand anlegen müssen. Mit Photoshop Elements ist die ganze Angelegenheit gar nicht so kompliziert wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Mit der vollständigen Photoshop-Version lässt sich das Ergebnis zweifelsohne schneller erreichen, insbesondere durch den gezielten Einsatz von Ebenenmasken, jedoch finden wir die effektive Umsetzungen mit einfachen Mitteln ebenso herausfordernd und spannend.

Beschneidung des Bildformats auf eine quadratische Grundform
Beschneidung des Bildformats auf eine quadratische Grundform

Der erste Schritt zum eigenen Look á la Instagram ist die Beschneidung des Bildformats auf eine quadratische Grundform. Hierfür wird das Freistellungswerkzeug ausgewählt und das Seitenverhältnis in Freistellungsbreite und –höhe auf den gleichen Wert gestellt. Nachdem die Auswahl passend platziert wurde wird die Freistellung bestätigt und das Bild im quadratischen Format steht zur weiteren Bearbeitung bereit.

Destruktive Bearbeitung
Destruktive Bearbeitung

Das Bild wird dupliziert (Strg+J) und mit einem Gaußschen Weichzeichner versehen. Die darunterliegende Ebene wird vor dem nächsten Schritt über das Augensymbol ausgeblendet. Mit dem Radiergummi wird nun das gesamte Hauptmotiv bei einer Pinselstärke von 100% ausradiert. Um die scharfe Kontur anschließend mit einem sanften Übergang zu versehen wird die Pinselspitze für den Radiergummi mit einem weichen Rand versehen und die Deckkraft auf 25% reduziert. Das Hauptmotiv auf der darunterliegenden Ebene kann immer wieder über das Augensymbol eingeblendet werden, um das Gesamtbild auf einen stimmigen Eindruck zu prüfen.

Diese Vorgehensweise wird destruktive Bearbeitung genannt, da die ausradierten Bildbereiche nicht wieder hergestellt werden können. Anders verhält es sich mit einer klassischen Photoshop-Ebenenmaske, in der mit der Einbringung von schwarz oder weiß darauf Einfluss genommen wird, wie stark bestimmte Bereiche abgedeckt oder sichtbar werden. Diese Arbeitsweise wird als non-destruktiv bezeichnet, da sich Bereiche der Maske wieder herstellen lassen indem schwarz mit weiß übermalt wird.

Die Tonwerte werden für die einzelnen RGB-Farbkanäle angepasst
Die Tonwerte werden für die einzelnen RGB-Farbkanäle angepasst

Als nächstes wird über das entsprechende Symbol in der Ebenenpalette eine neue Einstellungsebene für die Tonwertkorrektur erstellt. Die Ebenenminiatur ist mit einem Kettensymbol mit einer Ebenenmaske verbunden. Die Ebenenmaske wird angeklickt und ein Malpinsel mit weicher Spitze ausgewählt, dessen Größe leicht über das Gesamtbild hinausragt. Als Malfarbe wird schwarz eingestellt und einmal in die Bildmitte geklickt. Die Ebenenmaske färbt sich schwarz mit abgesoftetem weißem Rand und wird anschließend umgekehrt (Strg+I). Hierdurch bekommt das Bild eine unaufdringliche Vignette in der sich die Tonwertkorrektur auswirkt.

Die Tonwerte werden für die einzelnen RGB-Farbkanäle angepasst. Entgegen den voreingestellten Filtern bei Instagram, kann man hier persönliche Vorlieben einbringen. Ein überzeugendes Ergebnis bringt in der Regel die Anpassung des Histogramms in der Form, dass die vorhandenen Tonwerte von den Tiefen und den Lichtern eingegrenzt werden und anschließend der Mitteltonwert für einen homogenen Farbeindruck angepasst wird. In dieser Form wird der rote, grüne und blaue Kanal individuell eingestellt.

Anpassung von Helligkeit und Kontrast
Anpassung von Helligkeit und Kontrast

Anschließend wird in der Ebenenpalette eine neue Einstellungsebene für die Anpassung von Helligkeit/Kontrast erstellt. Bei den Werten sollte man nicht zu großzügig vorgehen, da es den Bildcharakter deutlich beeinflussen kann. In unserem Fall wurde die Helligkeit um +10 und der Kontrast um +15 angehoben.

Einen Rahmen setzen
Einen Rahmen setzen

Um den endgültigen Instagram-Look zu bekommen muss natürlich ein Rahmen her. Bei fehlenden Ebenenmasken muss man etwas erfinderisch vorgehen, gelangt jedoch auch zum Ziel. Zunächst wird eine neue, leere Ebene erzeugt. Diese Ebene wird Vollflächig mit weißer Farbe gefüllt. Anschließend wird eine zweite leere Ebene erzeugt, in die ein schwarzes Quadrat mittels abgerundetes-Rechteck-Werkzeug eingefügt wird. Das schwarze Quadrat wird ein wenig kleiner transformiert und dann horizontal wie vertikal am weißen Quadrat ausgerichtet. Die beide Ebenen der Quadrate werden mit gehaltener Shift-Taste markiert und zu einer Ebene zusammengefügt (Strg+E). Mit einem Klick per Zauberstab wird in die schwarze Fläche markiert und entfernt. Das Hauptmotiv wird wieder sichtbar, nur diesmal mit einem weißen Rahmen.

Das fertige Bild
Das fertige Bild
Aus unserer Sicht ist ein Ergebnis entstanden, das sich durchaus sehen lassen kann. Insbesondere durch die individuelle Bearbeitung wird es möglich, aus der Flut an Bildern herauszustechen und ganz gezielte Akzente zu setzen.

Es kann nur immer wieder betont werden wie wichtig das Zwischenspeichern ist. Gerade wenn die Arbeiten an einem Bild umfangreicher ausfallen. Sofern destruktiv gearbeitet wird bietet es sich an, die Zwischenschritte zu nummerieren, um bei einem möglichen Fehler nicht von vorne beginnen zu müssen.

Bildbearbeitung 08 / 2016

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2 Kommentare

Super, dass Elements 14 verwendet wird! Ist allerdings ohne Grundkennt-nisse nicht nachvollziehbar. Wann endlich gibt es ein deutsches Tutorial für Photoshop Elements 14, das sich an den blutigen Anfänger (wie mich) wendet?

von lebod
03. August 2016, 11:27:51 Uhr

Ich wusste nicht, dass dies der Instagram-Look ist. Die Zeiten, in denen man nur quadratische Fotos abgeben kann ist längst vorbei. Ich sehe hier mehr Quer- und Hochformate, wie Quadrate. Und ein Rahmen ist auch nicht mehr gefragt - dazu gibt es übrigens bei Instagram ein eigenes Programm mit Rahmen und für Tableaus. Viel Aufwand für ein so einfaches Motiv über Photoshop Elements.

von Detlev Motz
03. August 2016, 09:22:39 Uhr

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