Updates für Adobes Foto-Tools: Gesichter modellieren und Geschichten erzählen

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Photoshop – Verflüssigen, Porträt, Retusche

Adobe erleichtert die Porträt-Retusche und das Präsentieren von Bilder-Geschichten im Internet. Dazu hat der Softwarehersteller Photoshop, Lightroom und anderen Kreativ-Anwendungen seines Kreativlösungs-Pakets Creative Cloud im Juni mit Funktions-Updates versehen.

Photoshop erkennt Gesichter…

Die Photoshop-Variante für PC und Mac hat eine zentrale Funktion der iOS-App Photoshop Fix übernommen und erkennt seit dem Juni-Update auf Version 2015.5 automatisch Gesichter. Dadurch können Porträtfotografen Nase, Mund, Augen, Kinn und Wangen schneller ihren Vorstellungen anpassen. Dazu öffnen Sie den Verflüssigen-Filter und aktivieren in der Werkzeugleiste links das dritte Icon von unten, das Gesichtswerkzeug. Dieses identifiziert umgehend die Züge aller abgebildeten Menschen. Mit Markierungspunkten direkt im Bild oder mit einer Reihe von Schiebereglern im rechten Fenster können die gewünschten Partien nun modelliert werden. Das klappte in einem kurzen Test einwandfrei.

…und füllt leere Ränder in gedrehten Fotos

Auch das Beschnitt-Werkzeug in Photoshop ist jetzt mächtiger. Entstehen weiße Flächen, weil ein Foto über das Seitenverhältnis hinaus gedreht wird, füllt Photoshop diese mit passenden Pixeln. Mit dem Testfoto von der Adobe-Webseite funktionierte das in einer kleinen Stichprobe je nach Beschnitt gut bis befriedigend. Obwohl die Randbereiche des Landschaftsfotos relativ homogen sind, waren zum Teil Übergangsfehler nach der Ausführung der Funktion zu sehen.

Mit Lightroom Verzerrungen präziser korrigieren

Der Bildverwalter und -entwickler Lightroom hat ebenfalls ein Update erhalten. Wichtigste Neuerung in Lightroom CC 2015.6 (Abo-Modell) und Lightroom 6.6 (Box-Version): Die „geführte Perspektivkorrektur“ unterstützt Architekturfotografen dabei, Verzerrungen aus ihren Fotos zu entfernen. Mehrere Voreinstellungen, Schieberegler und Hilfslinien helfen dabei. Sie befinden sich in der neuen Palette „Transformieren“ im „Entwickeln“-Modul.

Bilder-Geschichten im Web mit Adobe Spark erzählen

Fotos als Teil einer Grafik oder einer Animation im Web zu präsentieren, liegt im Trend. Dafür hat Adobe gleich mehrere Apps im Portfolio und diese nun unter der neuen, einheitlichen Dachmarke „Spark“ überarbeitet. Mit Spark Page lassen sich Fotos und Texte als visuelle Geschichte zum Durchscrollen im Netz aufbereiten. Spark Page ist als Web-App und als App für iPhone und iPad verfügbar. Spark Post (Web, iOS) erstellt mit wenigen Klicks passgenaue Grafiken für Facebook und andere soziale Netze. Animierte Filmclips aus einzelnen Fotos kreieren Anwender mit Spark Video (Web, iOS).

Die drei Anwendungen sind bislang nur auf Englisch bedienbar, Projekte können aber selbstverständlich mit deutschem Text verfasst werden.

Unser Kurztest ergab: In Spark Post kommen Nutzer tatsächlich in wenigen Sekunden zum Ziel, die anderen beiden Apps erfordern mindestens ein paar Minuten Einarbeitungszeit. Wie schnell sich danach in Spark Page und Spark Video ein Projekt finalisieren lässt, hängt von der eigenen Detailverliebtheit ab. Die Zeitspanne reicht von einer halben Stunde bis hin zu mehreren Nachmittagen. Eindruck macht diese moderne Art der Fotopräsentation aber allemal. Bildmaterial kann vom lokalen Speicher und verschiedenen Cloud-Diensten importiert werden.

Die Updates stehen Bestandskunden direkt über die Creative-Cloud-App für PC und Mac zur Verfügung. Einsteiger erhalten bei der Erstinstallation gleich die aktuellste Version. Photoshop und Lightroom sind als Foto-Abo für 12 Euro im Monat bei einer einjährigen Vertragslaufzeit verfügbar. Die Grundfunktionen der Spark-Apps sind kostenfrei nutzbar. Um Bilder und Projekte zwischen Spark und anderen Adobe-Anwendungen zu synchronisieren, ist jedoch ebenfalls mindestens das Foto-Abo der Creative Cloud nötig.

Bildbearbeitung 06 / 2016

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1 Kommentare

Ich bin schon gespannt, wie gut das content aware fill feature beim drehen der Fotos funktionieren wird. Für mich hat das Feature bisher nur mäßige Ergebnisse geliefert.

von Markus Thoma
28. Juni 2016, 14:41:01 Uhr

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