Bildarchivierung - Versionisierung, Volldatensicherung, differenzielle und inkrementelle Sicherung

Bildarchivierung - Versionisierung, Volldatensicherung, differenzielle und inkrementelle Sicherung
Nahezu jeder Haushalt in Deutschland verfügt über mindestens eine Kamera. Mit der Digitalisierung der Fotografie ist auszumachen, dass jeder über sein eigenes Aufnahmegerät verfügen möchte – zu analogen Zeiten war dies anders, da fotografierte meist nur das Familienoberhaupt – und allein in Deutschland macht es in der Sekunde inzwischen weit über 2.000 Mal „Klick“, Tendenz weiter steigend. Bilder, soweit das Auge reicht, sind das Ergebnis der stetig wachsenden Begeisterung für die Fotografie. Verbunden damit ist eine kontinuierlich wachsende Datenmenge, die gesichert gehört, möchte man diese über Jahre und Jahrzehnte erhalten. Ein Patentrezept, wie man seine Bilddaten am besten archiviert, gibt es bei den unzähligen Optionen nicht, die jedoch den großen Vorteil bieten, dass jeder für sich die bestmögliche Lösung findet. Manche Anwender setzen auf Festplatte plus externe Festplatten, andere statt letztgenanntem auf DVDs oder USB-Sticks sowie Fotobücher und wieder andere auf die zusätzliche Bilddatensicherung in der sogenannten Cloud. Wer über große Bilddatenmengen verfügt, der bevorzugt für sich sicherlich Festplatte und externe Festplatten. Letztere bieten den großen Vorteil, dass sie nach der Datensicherung getrennt vom Computer an einem anderen Ort aufbewahrt werden können und die Speicherkapazitäten deutlich höher liegen, so dass Ordnerstrukturen der Computerfestplatten beibehalten werden können. Zu beachten ist, dass Festplatten zur Datensicherheit vor Viren und Schadprogrammen geschützt werden müssen und dass diese während des regulären Betriebs keinen Schreibzugriff auf das Speichermedium haben.

Wichtig ist, dass man bei der Bildarchivierung – wie oben ausgeführt – nicht nur auf einem Medium sichert, denn technische Ausfälle können immer auftreten und Speichermedien haben auch nur eine begrenzte Lebensdauer. Mögliche Bilddatenverluste sind aber nicht nur auf diese und technische Ausfälle zurückzuführen, sondern sie sind vielfach auch das Ergebnis durch Fehlbedienungen. Selbst versierten Fotografen und auch EDV-Spezialisten passiert es hier und da, dass versehentlich Dateien und ganze Ordner gelöscht wurden. Glücklich ist dann der, der sozusagen vorgesorgt hat und auf eine Versionierung gesetzt hat, was bedeutet, dass bei jedem Backup eine eigene Version angelegt wird. Wurde versehentlich ein Ordner gelöscht, ist es mit der Versionisierung möglich, den Datenbestand einer früheren Version ganz oder teilweise wieder herzustellen. Natürlich bietet eine Versionisierung nur dann den gewünschten Schutz, wenn sie in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird. In welchen Zeitintervallen Sicherungen erfolgen, steht in Abhängigkeit zum Fotografierverhalten. Wer viel fotografiert, der muss beziehungsweise sollte kürzere Intervalle – wie zum Beispiel wöchentlich – einplanen, als der Gelegenheitsfotograf, der seine Kamera auch mal in den „Winterschlaf“ schickt. Je größer das Bildarchiv ist, desto mehr Zeit muss für die Datensicherung eingeplant werden. Aber nicht nur das, denn in dieser Zeit ist der Zugriff auf die Festplatte deutlich verlangsamt. Hier hat man natürlich die Optionen, die Datensicherung in der Nacht laufen zu lassen oder in der Zeit etwas anderes zu machen, so dass es nicht ins Gewicht fällt, wenn der Zugriff auf die Festplatte verlangsamt ist. In jedem Fall sollte man lieber einmal mehr als einmal zu wenig ein Backup durchführen. Zu beachten ist, dass mit jedem Backup auch eine mechanische Beanspruchung einhergeht, was dafür spricht, sich in bestimmten Zeitintervallen für eine Neuanschaffung einer externen Festplatte zu entscheiden.

Einzelne Sicherungsvorgänge können in Volldatensicherung, differenzieller und inkrementeller Sicherung unterschieden werden. Die Komplett- oder Vollsicherung wird in Programmen auch als „Normale Sicherung“ bezeichnet. Hierbei werden die jeweils zu sichernden Daten (ein komplettes Laufwerk, eine Partition, bestimmte Verzeichnisse und/oder bestimmte Dateien, bestimmte Dateiformate) komplett auf das Sicherungsmedium übertragen und als gesichert markiert. Bei der sogenannten differenziellen Sicherung werden alle Daten, die seit der letzten Komplettsicherung geändert wurden oder neu hinzugekommen sind, gespeichert. Es wird also immer wieder auf der letzten Komplettsicherung aufgesetzt, wobei gegenüber einer neuen Vollsicherung Speicherplatz und Zeit gespart werden kann. Bei der inkrementellen Sicherung werden immer nur die Dateien gespeichert, die seit der letzten inkrementellen Sicherung, oder beim ersten Mal seit der letzten Komplettsicherung, geändert wurden oder neu hinzugekommen sind. Es wird also immer auf der letzten inkrementellen Sicherung aufgesetzt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass bei einer Wiederherstellung die Daten in der Regel aus mehreren Sicherungen wieder zusammengesucht werden müssen.

Digitalfotografie 04 / 2013

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