Bildarchivierungssoftware Media Pro

Media Pro, Bilder Importieren Bildgalerie betrachten

Mit Media Pro hat Phase One eine Archivsoftware im Programm, die für die Zusammenarbeit mit der Bildbearbeitung Capture One optimiert ist. Das funktioniert auch ziemlich gut, allerdings gibt es da noch Raum für Verbesserungen. Dafür zeigt das Programm auch bei der Verwaltung von großen Bildbeständen – wir testeten mit etwa 45.000 RAW-Dateien einer Mittelformat-Kamera – keine nennenswerten Probleme in der Handhabung.

Media Pro ist eine reine Verwaltungssoftware für Bild- und Videodateien. Zwar gibt es einen kleinen Bereich, der eine Bildbearbeitung einschließt, der ist aber nicht wirklich der Rede wert und hat kaum mehr Funktionen als jede kostenlose App. Aber dafür ist die Software auch nicht gemacht. Media Pro arbeitet mit Katalogen, die zumindest bei den ersten 100.000 Bildern keine Probleme machen. Wer noch mehr Bilder hat, sollte die in verschiedene Katalogen sortieren, um trotz vieler Such- und Sortiermöglichkeiten, den Überblick zu behalten. Da Bilder aus dem Archiv vergleichsweise selten benutzt werden, bietet es sich an, diese in eigenen Katalogen zusammenzufassen.

Wie schnell Media Pro auf einem Computer läuft, hängt prinzipiell nicht nur mit der Anzahl der zu verwalteten Anzahl der Bilder und natürlich der Leistung des Rechners zusammen, sondern ganz wesentlich auch von der Größe der Vorschaubilder. Denn diese werden von Media Pro erzeugt und im Katalog abgelegt. Damit ist ein schneller Überblick über die Bilder möglich – selbst, wenn diese auf langsamen Medien gespeichert sind oder aber die Originaldateien gerade nicht verfügbar sind, weil beispielsweise eine externe Festplatte nicht angeschlossen oder das Netzwerk gerade nicht verfügbar ist.

Allerdings sind diese lokal gespeicherten Vorschaudateien auch ein kleines Problem. Denn wie soll Media Pro wissen, dass ein Bild in der Bildbearbeitung verändert wurde? Ist das der Fall, werden in der kleinen Vorschau nach wie vor die einmal gespeicherten Dateien angezeigt. Kein unlösbares Problem, aber doch zunächst etwas verwirrend. Wer das aktualisierte Vorschaubild sehen möchte, muss es neu erstellen lassen. Das geht mit einem Tastaturbefehl und wer viele Bilder bearbeitet hat, kann auch einfach alle auswählen und neue Previews erstellen lassen. Media Pro erledigt das ziemlich unaufdringlich im Hintergrund, aber so richtig befriedigend ist das nicht. Das Vorschaubild lässt sich auch auf dem Weg aktualisieren, indem man in Capture one mit einem Befehl auf der rechten Maustaste das Bild an Media Pro sendet, was vermutlich der einfachere Weg ist.

Natürlich kann die Software auch das aktualisierte Bild anzeigen, dann nämlich, wenn man sich das Originalbild in groß ansieht und in den Voreinstellungen ausgewählt hat, dass dort immer auf die Originaldatei zurückgegriffen wird. Wie das geht, gibt es bei Phase One in einem Videotutorial zu sehen (auf Englisch), besonders kompliziert ist es nicht, man muss nur an zwei Stellen die richtigen Haken setzen.

Abgesehen davon liefert Media Pro aber das, was es soll: Einen Überblick über die eigenen Fotos. Ein großer Vorteil ist, dass die Bilder nicht zwangsläufig dort gespeichert werden müssen, wo dieses Programm es vorschlägt. Man kann seine Bilder wie gewohnt auf dem Computer, einer externen Festplatte oder in ein Netzwerk importieren und sie anschließend in Media Pro hinzufügen. Auch bei einigen tausend Bildern geht das recht flott, die Performance der Software überzeugt.

Was in jedem Fall von Vorteil ist, dass Meta-Daten in Media Pro editiert werden können und sich dann mit den Bildern in andere Anwendungen zur Bildbearbeitung übernehmen lassen. Dazu kommen die bewährten Werkzeuge zur Bewertung der Fotos, Sterne und farbige Labels. Und damit lassen sich bereits ausgewählte Bilder auch schnell wieder finden.

Media Pro bietet die Möglichkeit, Bilder nach allen möglichen Kriterien zu suchen. Die reichen von Dateiname über Brennweite bis hin zur Bildgröße. Bilder nach Aufnahmeort sortieren? Kein Problem. Wie immer gilt aber auch hier: In gewisser Weise werden diese Informationen mit digitalen Bilddateien bereits mitgeliefert, ohne dass sich der User weiter darum kümmern muss. Aber wenn es um die Verschlagwortung oder Lokalität geht, dann ist mitunter Handarbeit angesagt. Ein Archiv ist immer nur so gut, wie es gepflegt ist. Da macht es durchaus Sinn, bereits beim Einlesen der Bilder gleich ein paar wichtige Informationen mitzugeben. RAW-Konverter können das problemlos, so kann beim Einlesen gleich der Ort gespeichert werden oder eben wichtige Stichworte. Wenn das Archiv erst einmal gewachsen ist, ist für solche Nachtragsarbeiten viel Zeit notwendig.

Einen großen Bereich nimmt noch das Bereitstellen von Bilddateien ein. Wer öfter eine Auswahl von Bildern für andere zur Ansicht bereitstellen möchte, findet in Media Pro alle notwendigen Werkzeuge. Es gibt auch die Möglichkeiten, Kataloge für andere bereitzustellen, wahlweise mit Vorschaubildern oder aber mit hochauflösenden Originaldateien. Dafür gibt es die kostenlose Software Media Pro Reader, mit der Bilddateien betrachtet werden können und in der die gleiche Bildverarbeitung eingebaut ist wie im eigentlichen Programm.

Media Pro von Phase One, ca. 174 Euro, 60 Tage kostenlose Testversion:
http://www.phaseone.com/de-de/Downloads/Media-Pro-1.aspx

Digitalfotografie 11 / 2013

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