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Bilder über Bilder - Archivierung von Aufnahmen

Über 500 Mal macht es allein in Deutschland „Klick“, zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland über 14 Jahre photographieren, aus einem Urlaub kehrt man mit hunderten an Aufnahmen zurück und auch sonst zählt die Kamera oftmals zum ständigen Begleiter, um den Moment der Momente festzuhalten. Tausende von Aufnahmen darf man binnen kürzester Zeit sein eigen nennen, ständig kommen neue hinzu. Das Sprichwort „Ordnung ist das halbe Leben“ kann bei der Archivierung von Aufnahmen schnell zum Tragen kommen und deshalb sollte man nach Möglichkeit von Anfang an dem Bilderchaos durch entsprechende Bildverwaltung entgegentreten.

Von der Bilddatenmenge hängt es ab, welchem Bildverwaltungsprogramm der Vorzug gegeben wird. In jedem Fall ist die Verwaltung von Aufnahmen zunächst mit Arbeit verbunden - der Nutzen überwiegt erst zu einem späteren Zeitpunkt. Unabhängig vom verwendeten Programm ist die Grundlage für jede Bildverwaltung ein Benennungsschema:

  • So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ist der Dateiname zu kurz, können wichtige Informationen nicht mehr untergebracht werden. Wählt man einen zu langen Dateinamen, so wird er oft nicht mehr ganz dargestellt und von einigen Anwendungen auch nicht sauber verarbeitet. Wählt man über 255 Zeichen, so wird er vom System abgeschnitten.
  • Der Dateiname muss eindeutig sein und sollte in keinem Fall öfter auftreten. Was innerhalb eines Verzeichnisses funktioniert, wird bei einer Umsortierung schnell zum Problem.
  • Die Aufnahmen sollten auch dann, wenn sie anders zusammengestellt werden (also etwa die besten Photos eines Jahres), auf allen Datenträgern in sinnvoller beziehungsweise bevorzugter Reihenfolge erscheinen.
  • Aus dem Bildnamen sollte sich der Inhalt grob erschließen und zumindest für den Photographen selbst wieder erkennbar sein.
  • Umlaute und Sonderzeichen gilt es zu vermeiden, denn sie können in anderen Arbeitsumgebungen oder Betriebssystemen Probleme bereiten.

In nahezu allen Betriebssystemen, Auswahlfenstern und Anwendungen werden Dateien alphabetisch sortiert. Für die Bildverwaltung ist das nicht unbedingt sinnvoll. Auch eine Sortierung nach Datum oder Dateityp ist möglich, muss aber explizit eingestellt werden.

Was bevorzugt und gerne gemacht wird, ist die Benennung der Aufnahmesitzung mit einem kurzen thematischen Hinweis und der Durchnummerierung aller Aufnahmen des Ereignisses (1_Fischmarktfest_2008, 2_Fischmarktfest_2008 ….). Das funktioniert gut, wenn es nicht mehr als neun Aufnahmen sind. Deshalb sollte man 01_Fischmarktfest als Dateinamen wählen. In jedem Fall sollte man es vermeiden mal Unterstriche und mal Bindestriche zu verwenden. Diese Zeichen haben Einfluss auf die Sortierordnung und führen zu unerwünschten Ergebnissen. Sinn macht in jedem Fall ein übergeordneter Ordner, der nur die Jahreszahl der Aufnahmen repräsentiert: also Bilder 2008. Damit würde man sich die Jahreszahl im Dateinamen sparen.

Für einfache Archivierungsanforderungen reicht diese Ablage völlig aus. Probleme können erst dann auftreten, wenn die Bilddateien in anderen Verzeichnissen und mit anderen Aufnahmen zusammengestellt werden sollen, etwa um die besten Bilder eines Jahres zu sammeln oder für ein Druckwerk aufzubereiten. Dann treffen mehrere Dateinamen mit der „01…“ am Anfang aufeinander und werden nach dem nächstfolgenden Unterscheidungskriterium sortiert (01_Fischmarkt, 01_Geburtstag, 01_Weihnachten, 02_Fischmarkt, 02_Geburtstag, 02_Weihnachten).

Nicht zu unterschätzen ist bei der Archivierung das Gedächtnis des Photographen, das sehr stark vom Aufnahmedatum gestützt wird. Aus diesem Grund sollte das Bilddatum ein zentrales Kriterium bei der Bildverwaltung sein. Das Aufnahmedatum ist ein Attribut, das in der Bilddatei selbst steckt, genauer in den EXIF-Daten. Bei der Aufnahme wurde diese Information, neben vielen anderen, von der Kamera dort hinterlegt. Dateiverwaltungsprogramme der Betriebssysteme lesen normalerweise auch diesen Wert aus und können ihn in einer eigenen Spalte darstellen. Werden Datum und Uhrzeit sortierrelevanter Bestandteil des Dateinamens, bleibt diese Angabe auch über umfangreichere Bearbeitung des Bildes hinweg unverändert. Von vielen Photographen wird die in Deutschland unübliche inverse Datumsdarstellung (Jahr, Monat, Tag) gewählt.

Ergänzen kann man diese Benennung der Aufnahmen durch eine entsprechende Benennung der Ordner, in dem die Bilddaten jeweils einer Session oder eines Themas liegen. Auch hier ist eine chronologische Ablage der Ordner hilfreich. Dies kann auf der Ordnerebene zu einer ganz ähnlichen Benennung wie auf Dateiebene führen.
 

Digitalfotografie 11 / 2008

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