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Bilderwelt im Netz - Online-Communities

Die Welt der Bilder ist reicher geworden! Wer heute seine Fotos anderen Menschen zeigen will oder sehen möchte, welche Motive ihnen wichtig sind, der findet im Internet eine beeindruckende neue Bilderwelt. In Online-Gemeinschaften pflegen Fotografen gemeinsame Interessen, halten Kontakt zu Gleichgesinnten und stellen ihre Arbeit vor. Und das orts- und zeitungebunden. Für viele Mitglieder ist ihre Präsenz in einer Online-Community auch Motivation und Motor, mehr zu fotografieren. Fotos spielen für die Kommunikation in den Online-Gemeinschaften eine Schlüsselrolle. Mit Fotos und Videos lässt sich am einfachsten zeigen, was einen bewegt und wovon jemand spricht.

Eine fast unglaubliche Popularität hat in den letzten Jahren die Online-Community Facebook erreicht. Facebook wächst und wächst. Die Plattform konnte seine Mitgliederzahlen innerhalb von acht Monaten verdoppeln. Laut Facebook hat die Community inzwischen mehr als 300 Millionen aktive Nutzer. Die dabei am stärksten wachsende Gruppe ist die der über 35-Jährigen. Unter den am meisten genutzten Anwendungen bei Facebook, liegt der Upload von Fotos an erster Stelle. Er erreicht gigantische zwei Milliarden im Monat. Die Videofreunde laden immerhin noch 14 Millionen Filmchen bei Facebook im Monat hoch. Die Bildinhalte reichen dabei vom Motiv eines privaten Städteurlaubs bis hin zu den Fotos, mit denen Profis ihre Bücher und Ausstellungen ankündigen oder die letzten Reportagen vorstellen.

Platz für Bilder
Außer Facebook tummeln sich noch eine Menge anderer Communities im Internet, bei denen Fotos die wesentliche Rolle spielen. Ihnen gemeinsam ist jedoch, wie bei Facebook, dass sie keine Plattform sind, um Fotos zu archivieren. Dazu sind die zur Kompression verwendeten Algorithmen nicht geeignet. Die Plattform ist gedacht für die schnelle und einfache Kommunikation mit Bildern, aber nicht zur Aufbewahrung wertvoller Originale. Keine reinen Kommunikationsplattformen sind Flickr, Photobucket oder die Google-Tochter Picasa. Sie haben sich mehr dem Speichern und Verbreiten von Fotos per Internet verschrieben und bieten unterschiedliche kommerziell ausgerichtete Dienste.

Fast wöchentlich kann man in den Medien über die Aktivitäten der Photosharing-Community Flickr lesen. Dazu gehört neuerlich auch das Drucken von Online-Fotos oder aber auch der Bildverkauf über Getty Images, für den sich Amateurfotografen jetzt bei der Bildagentur mit einem Portfolio bewerben können. Welche Größenordnung die Bilderwelt auf Flickr hat, kann ein Blick auf die Seite vermitteln, die darüber informiert, dass aktuell in der letzten Minute gerade 5.762 Uploads erfolgten.

Speicherplatz für Fotos und Videos bietet Photobucket, wo man Freunden und Familie seine Bilder zugänglich machen und in Alben präsentieren kann. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch Picasa von Google, ein benutzerfreundlicher Fotomanager zum Verwalten und Organisieren von Bildern.

Lob und Kritik
Über die einfache und schnelle Kommunikation mit Fotos hinaus geht die Fotocommunity, die sich in Europa und dort vor allem in Deutschland etabliert hat. Insbesondere nutzen engagierte Hobbyfotografen die Plattform für die Präsentation ihrer Bilder und stellen sich auch dem Lob und Tadel der Community-User. Täglich werden auf Fotocommunity mehr als 9.300 neue Fotos hochgeladen und zirka 60.000 Bildkritiken verfasst. Derzeit hat die Fotocommunity rund 875.000 Mitglieder. Inzwischen existiert die Foto-community in fünf Sprachversionen, und sie ist die größte Fotoplattform Europas. Überraschend ist der große Zuwachs der Fotocommunity unter den weiblichen Fotografen, der im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent angestiegen ist. Dennoch sind immer noch nur etwa mehr als ein Viertel der Nutzer Frauen.

Geschäftsmodelle
Photosharing ist zum Volkssport geworden, von dem die Betreiber der Plattformen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen profitieren. Die meisten Webseiten, die kostenloses Hosting ermöglichen, finanzieren sich entweder durch Werbung oder durch den Verkauf von Fotoprodukten und das Angebot von Fotoservices. Darüber hinaus gibt es aber auch Plattformen, die für Dienste, wie das Speichern und Bereithalten von Fotos, Geld verlangen. Diese Anbieter richten sich jedoch vorwiegend an professionelle Fotografen.

Wer die gigantischen Zahlen liest, mit denen Fotografen - ob Hobby oder Profi - heute weltweit kommunizieren, der kann sich vorstellen, welchen Raum die Fotografie im Leben und in der Arbeit vieler Menschen einnimmt. Denn: Egal, von wo die Bilder ihren Weg auf die Seiten der Communities finden - ob von Handy, Digital- oder Analogkamera, Spiegelreflex- oder Kompaktkamera - erst einmal müssen sie fotografiert werden.
 

Digitalfotografie 12 / 2009

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