Bildspeicherung in der Wolke - Tipps für das Backup in der Cloud

Bildspeicherung in der Wolke - Tipps für das Backup in der CloudDatensicherung in der Cloud ist überaus bequem und für jeden machbar. Aber was passiert eigentlich mit den Daten, wenn sie mal über das Internet verschickt worden sind, wie sicher sind sie und wie komme ich an meine Daten, wenn ich sie mal brauche? Wer sich für einen entfernten Datenspeicher für seine Fotos entscheidet, sollte einiges beachten und den Dienst sorgsam auswählen.

Datensicherung ist in der Fotografie enorm wichtig. Wer erst dann merkt, dass es jetzt gut wäre, ein Backup zu haben, wenn es gebraucht wird, aber nicht da ist, hat verloren. Dann sind die Bilder zunächst einmal weg. Vielleicht lassen sich von einer zerstörten Festplatte mit viel Geld noch Fragmente der Daten retten, aber die Bilder der Urlaube der vergangenen zehn, 15 Jahre, die Geburt des Kindes, die Bilder der Einschulung – alles ist möglicherweise futsch. Das sind keine theoretischen Horrorszenarien, sondern ganz konkrete und täglich wiederkehrende Fälle.

Wer digital fotografiert, muss sich auch um ein Backup für seine Daten kümmern. Und das funktioniert nur dann sicher, wenn es an mindestens zwei Stellen ausgeführt wird, also in einer zweiten Brandzone. Denn was bringt ein Backup auf einer externen Festplatte, die direkt neben dem Computer steht, wenn selbiger in Flammen aufgeht oder ein Einbrecher beides mitnimmt? Eine der Lösungen heißt: Backup in der Cloud.

Wer ein Backup in der Cloud anlegen möchte, muss sich zuerst einmal Gedanken darüber machen, wie viele Daten er zu sichern hat. Denn einige Dienste haben ein Limit von beispielsweise 20 GB Daten. Andere bieten zwar unbegrenzten Speicherplatz, verlangen aber auch beinahe unbegrenzt Geld dafür (Ocster zum Beispiel 500 Euro jährlich für 100 GB Speicherplatz).

Prinzipiell gilt es, zwischen zwei Sorten von Cloud-Backup, zu unterscheiden. Es gibt Low-Cost-Dienste (zum Beispiel Crashplan mit 50 Dollar jährlich für unbegrenzten Speicherplatz) und Premium-Dienste, die entsprechenden Service bieten, den jemand braucht, der große Datenmengen verwaltet, und die mit höchster Zuverlässigkeit betreut wissen will. Es lohnt sich in jedem Fall, die Angebote ausgiebig zu vergleichen.

Wichtig ist auch, auf die Verschlüsselung der Daten zu achten. Dienste, die keine Daten-Verschlüsselung anbieten (zum Beispiel F-Secure, Memopal oder Skydrive) sollten nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Zumindest dem aktuellen Standard entspricht eine AES-Verschlüsselung, mehr Sicherheit verspricht eine Blowfish-Verschlüsselung (letztere ist bisher noch nie geknackt worden). Zusätzlichen Vorteil bietet ein eigener Schlüssel, den der User vergeben kann – und natürlich auch noch in einer zweiten Brandzone sicher aufbewahrt. Denn, wenn die Daten zurückgesichert werden sollen, das 64-stellige sichere Passwort aber zusammen mit dem Computer gestohlen wurde, dann ist das Backup wertlos.

Zusammen mit der Verschlüsselung stellt sich auch die Frage, wo die Daten aufbewahrt werden. Crashplan beispielsweise hostet sowohl in Irland, als auch in den USA, Ocster ebenso, Strato in Deutschland. Wieso das wichtig ist? Man muss in einigen Ländern einfach damit rechnen, dass sich Ermittlungsbehörden und Geheimdienste Zugang zu Daten verschaffen können. Ob sich dann der Aufwand lohnt, mit der Brute-Force-Methode (das Ausprobieren von Passwörtern) die Blowfish-Verschlüsselung knacken zu wollen, nur um an Urlaubsbilder vom Ostseestrand zu kommen – auch hierzu sollte sich der Fotograf vorab Gedanken machen. Prinzipiell sind die meisten Fotos für Behörden uninteressant, kritischer wird es mit Dokumenten wie Steuerunterlagen, geschäftlicher Korrespondenz und ähnlichem. Mitunter macht es Sinn, Fotos zur einen Location, Dokumente zu einer anderen zu sichern. Und wenn geklärt ist, wo die Daten gesichert werden, dann bleibt die Frage: Wie sicher sind sie dort? Da ist der User auf die Auskunft des Anbieters angewiesen. Wenn der mit Informationen geizt und entsprechende Nachfragen auch nicht beantwortet, sollte besser ein anderer Anbieter gewählt werden.

Und wie kommen die Daten auf den Backup-Server? Manche Dienste bieten die Möglichkeit an, eine USB-Festplatte an die Kunden zu schicken und so erst einmal die ganzen Daten auf den Server zu laden. Denn wer ein halbes Terrabyte hochladen will, muss dafür unter Umständen Wochen einplanen. Ein normaler DSL-6000-Anschluss mit einem Upload von 576 kbit/s braucht mehr als vier Stunden, um ein Gigabyte Daten auf den Server zu laden. Aber selbst mit einem 10-Mbit-Upload bei VDSL heißt das nicht, dass der Server auch in diesem Maße Daten annimmt. Vor allem bei günstigen Angeboten muss damit gerechnet werden, dass Uploads nur mit verminderter Geschwindigkeit möglich sind. Viele Dienste bieten eine kostenlose Probezeit an, in der dann auch überprüft werden kann, wie schnell der Upload klappt.

Während einer kostenlosen Probezeit lässt sich auch die Software testen, die von vielen Diensten angeboten wird und für den Datenaustausch zwischen Computer und Datenzentrum sorgt. Die sollte schließlich reibungslos laufen, nichts ist nervenaufreibender als ein nicht funktionierendes Backup. Und nichts ist für die heimische Bildersammlung gefährlicher.

Allein auf die Cloud sollte man nicht setzen, denn was passiert, wenn der Anbieter beispielsweise in die Insolvenz geht. Bei der Bilddatensicherung sollte nach dem Sprichwort „Doppelt gemoppelt hält besser“ verfahren werden.

Digitalfotografie 07 / 2012

0 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden