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CompactFlash-Speicherkarten - Älteste Wechselspeichermedien für Digitalkameras

CompactFlash-Karten (CF) sind das älteste Wechselspeichermedium für digitale Kameras, das heute noch, vor allem bei digitalen Spiegelreflexkameramodellen, eine hohe Marktrepräsenz besitzt. Bei ihrer Markteinführung 1994 waren die CF-Karten die kleinsten Flash-Wechselspeicherkarten der Welt. Heute werden CF-Medien in den beiden Versionen CompactFlash Type I und Type II angeboten, die sich ausschließlich in der Stärke unterscheiden. Die dünnere Version Type I ist 3,3 mm stark, Type II besitzt eine Dicke von 5 mm. Die Größe der CompactFlash-Karten ermöglicht die Herstellung von kompatiblen Adaptern, mit denen sich die im Laufe der Jahre auf den Markt gebrachten, kleineren Speicherkartentypen auch in Geräten mit CF-Steckplatz verwenden lassen.

CompactFlash-Karten beherbergen nicht nur den Flashspeicher selbst, sondern auch die Steuerelektronik (Controller und Firmware), die zum Beschreiben und Auslesen erforderlich ist.

Bis vor ein, zwei Jahren stand die von IBM entwickelte MicroDrive-Minifestplatte mit identischen Maßen und passender Schnittstelle in direktem Wettbewerb zu den CompactFlash-Speicherkarten. Mit den fallenden Preisen für Flashspeicherbausteine besitzen diese Medien aber keine Marktbedeutung mehr. Wie bei allen Speicherkartentypen wurden auch die Spezifikationen für die CompactFlash-Karten im Laufe der letzten Jahre ständig überarbeitet und erweitert. Die aktuelle Version 4.1 wurde Anfang 2007 herausgegeben. Theoretisch sind CF-Speicherkarten nach den aktuellen Spezifikationen mit Kapazitäten bis zu 128 GB möglich. Augenblicklich werden im Markt Karten mit bis zu 64 GB Speicherplatz angeboten.

Da sich die Steuerelektronik für das Schreiben und Lesen der Daten auf der Karte befindet, lassen sich auch neuere Karten in älteren Geräten einsetzen. Allerdings gibt es, ähnlich wie bei den SD-Karten, eine Einschränkung. Um höhere Kapazitäten und kürzere Transferraten zu erzielen, werden CF-Karten mit einer Kapazität ab 2 GB statt wie bisher üblich nach dem FAT16-Standard mit dem FAT32-Standard formatiert. Zwar wäre für die Herstellung der Kompatibilität mit älteren Geräten auch eine FAT16-Formatierung möglich. Diese würde aber nur eine maximale Kapazität bis 2 GB erlauben und somit wenig Sinn ergeben.

Bereits seit 2004 bieten CF-Karten den Speicherdirektzugriff (Direct Memory Acces - DMA) für den besonders schnellen Datenaustausch. Über diese Technik kommuniziert die Karte direkt mit dem Arbeitsspeicher des angeschlossenen Gerätes. Seit einiger Zeit wird auch die noch schnellere UDMA-Zugriffstechnik (Ultra Direct Memory Acces) verwendet, die Transferraten mit bis zu 300-facher Geschwindigkeit zulässt.

Die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten werden bei den CF-Speicherkarten unterschiedlich angegeben. Manche Hersteller geben die Übertragungsraten als Megabyte pro Sekunde (MB/s) an. Andere verwenden dazu den bei DVDs oder CDs üblichen x-Faktor. Im letzteren Fall entspricht der Faktor 1 einer Transferrate von 150 MB/s. Heute sind Karten mit 300-facher Übertragungsgeschwindigkeit auf dem Markt. Dieses entspricht etwa einer Schreib- und Lesegeschwindigkeit von rund 40 MB/s. Allerdings hängt die tatsächlich erreichte Transfergeschwindigkeit nicht nur von der Leistung der Speicherkarte ab, sondern wird auch von den Eigenschaften des Kamerasteckplatzes mitbestimmt. Viele Kameras erreichen gar nicht die zurzeit maximal möglichen Schreib- und Lesegeschwindigkeiten. Dennoch können sich auch bei Verwendung von Kameras mit langsamerem Kartenslot schnelle Karten lohnen. Etwa um Zeit bei der Übertragung der Bilddaten zu sparen. Auch wer unterwegs mit hoch auflösenden Photos und batterieabhängigen Geräten arbeitet, wird die Verkürzung der Übertragungszeiten schätzen. So kann sich der Transfervorgang von etlichen Minuten auf nur wenige Sekunden reduzieren.

Ein weiteres Kennzeichen der CF-Karten ist die Möglichkeit, über oftmals schon mitgelieferte Software versehentlich gelöschte oder beschädigte Daten wiederherzustellen. Allerdings gilt auch zu bedenken, dass so auch gelöschte, nicht für andere gedachte Daten wieder sichtbar gemacht werden können, wenn die Karte weitergegeben wird. Um unautorisierte Einblicke in die Daten zu verhindern, lassen sich CF-Karten auch durch ein Passwort schützen.

CF-Kartensteckplätze können zusätzlich auch für sogenannte I/O-Karten zur Funktionserweiterung von Geräten genutzt werden. Beispiele dafür sind PC-Kameras, Adapter für kabellose Datenübertragung, Barcode-Scanner und Karten für die Fingerabdrucksicherung. In die Steckplätze für Type II CF-Karten passen auch die MicroDrive-Miniaturfestplatten. Sie gibt es in Kapazitäten bis zu 8 GB. Durch die rasante Weiterentwicklung der Flash-Speichertechnologien werden die MicroDrives aber mehr und mehr von den weniger anfälligen Memory-Flash-Speicherkarten verdrängt.

» zur Tabelle CompactFlash-Speicherkarten
 

Digitalfotografie 11 / 2007

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