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Datenrettung

Die Fotowelt hat sich geändert! Viele neue Möglichkeiten, Aufnahmen zu zeigen und mit Bildern zu kommunizieren, stehen durch die Digitalfotografie unkompliziert zur Verfügung. Aber wie bei fast allen segensreichen Neuerungen, hat auch alles seine Tücken. Auf dem Weg von der analogen zur digitalen Welt ist die Aufbewahrung und Sicherung der Daten einer der wichtigsten Punkte, um auch langfristig seine Erinnerungen genießen zu können.

In früheren Generationen waren die Fotografien in Alben oder auch im Schuhkarton sicher verwahrt und nur Feuerbrunst und Überschwemmung konnten ihnen etwas anhaben. Heute sind die digitalen Daten vielfach nur auf dem Computer gespeichert und jeder glaubt, sie seien dort sicher. Dem ist nicht so, denn Festplatten können sich ohne Grund für immer verabschieden. Auch Speichermedien haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Hinzu kommt, dass Speichermedien einem Wandel unterliegen – wer erinnert sich heute noch eine Floppy-Disc. Aktuelle Rechner sind mit diesen Laufwerken nicht mehr ausgestattet.

Möchte man lange Freude an seinen Aufnahmen haben, so sollte jeder Zeit in die Bilddatensicherung investieren und die unterschiedlichen Sicherungsmöglichkeiten für sich nutzen. Dazu gehört auch die Ausgabe der Aufnahmen auf Papier oder in ein individuell erstelltes Fotobuch. Jeder, der mit einem Computer arbeitet, kennt das Problem – irgendwann geht ein Ordner verloren oder die Daten auf einer Festplatte oder Speicherkarte lassen sich nicht mehr lesen. Gründe dafür gibt es viele – vom Überschreiben von Daten bis zu einer falschen Formatierung oder auch einem physikalischen Schaden. Auf diese Notfälle haben sich etliche Firmen als Datenretter spezialisiert – oftmals aber zu horrenden Preisen. Dies ist nicht verwunderlich, denn dort kommt modernste Technik zum Einsatz, um beschädigte Dateien von gelöschten, formatierten, elektronisch oder mechanisch beschädigten Festplatten wiederherzustellen. In Reinraumtechnik stehen dazu bestens ausgestattete Labore zur Verfügung. Nicht nur Festplatten werden von den „Rettungsdiensten“ wieder zum Leben erweckt, sondern auch Bilder auf Speicherkarten, CDs und Disketten, egal ob diese versehentlich formatiert oder die Daten unbeabsichtigt gelöscht wurden. Manche Firmen garantieren auch Nullkosten, falls von ihnen die Daten nicht wiederhergestellt werden können. In jedem Fall sollte man sich, falls es keine Festpreise gibt, einen verbindlichen Kostenvorschlag machen lassen.

Selbsthilfe

Nicht bei jedem Datenverlust muss man eine der Datenrettungsfirmen in Anspruch nehmen. Oftmals lohnt es sich, auch einmal selbst tätig zu werden und zu überprüfen, ob die Probleme eventuell auch mit einfacheren Mitteln gelöst werden können. Neben der Freeware, die im Internet angeboten wird, gibt es bei zu kaufender Rettungssoftware einige, die schon in der Testversion feststellen, ob die Daten zu retten sind, bevor man sie kaufen muss. Wer nicht topfit in der Computerwelt ist, dem ist eher abzuraten, sich an der Wiederherstellung von Daten auf seiner Festplatte zu versuchen. Denn, wenn man sich zum Beispiel mit Bootproblemen nicht auskennt, kann man im schlimmsten Fall den Daten mit eigenen Wiederherstellungsversuchen den Rest geben und sich auch die Möglichkeit verbauen, sie später durch einen Dienstleister wieder herstellen zu lassen.

Lässt sich in Eigenregie die Datenwiederherstellung nicht bewerkstelligen oder erscheint sie einem doch zu risikoreich und man möchte für die Bilddatenrettung Profihilfe in Anspruch nehmen, sind Foren und Blogs oft sehr hilfreich, um Informationen zu Dienstleistern auf diesem Gebiet einzuholen.

Digitalfotografie 03 / 2011

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H. Werner Wischinski, Raupenbahn

Blende ,"Raupenbahn"
H. Werner Wischinski