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Digitale Filter - Filter für die Bildbearbeitung

Digitale Filter sind kleine Software-Anwendungen, mit denen Fotografien optimiert, verfremdet oder mit kreativen Effekten versehen werden können. Filter, die bereits in der Kamera integriert sind, dienen beispielsweise zur Optimierung von Farbe, Schärfe oder Kontrast. Sie simulieren den Charakter populärer Filmtypen oder sorgen - je nach Geschmack des Fotografen - für eine kräftige, neutrale oder normale Farbwiedergabe. Sie hellen Schat-tenpartien im Motiv auf oder konvertieren Farbaufnahmen in monochrome Bilder. In den meisten Bildbearbeitungsprogrammen sind bereits umfangreiche Filtersammlungen enthalten. Eine wesentlich größere Anzahl fotografischer Filter wird entweder als sogenanntes Plug-in, also als Zusatzmodul zur Integration in ein Bildbearbeitungsprogramm oder aber auch als eigenständige Anwendung angeboten. Einige Entwickler von Filtersoftware bieten auch beide Möglichkeiten an. Inzwischen gibt es Tausende dieser kleinen Helfer, mit denen sich bestimmte Manipulationen der Bilder vornehmen lassen. Viele davon sind als Freeware im Internet frei erhältlich, andere wiederum sind bereits in den Bildbearbeitungsprogrammen integriert oder werden als Komplettpaket mit umfassenden Filtersammlungen angeboten.

Wichtige Filter zur Bildoptimierung
Zu den wichtigsten Filtern zur Bildoptimierung zählen beispielsweise Anwendungen zur nachträglichen Scharfzeichnung digitaler Aufnahmen, zur automatischen Kontrast- und Farbkorrektur, zur Rauschunterdrückung oder etwa zur Entfernung von Bildstörungen, die durch Staub auf dem Sensor verursacht wurden. Mit speziellen Filtern lassen sich auch die bei Blitzfotos typischen roten Augen automatisch retuschieren aber auch Schwächen in der Abbildungsleistung von Objektiven ausgleichen. Beliebt bei Architekturfotografen sind auch Filter, die stürzende Linien nachträglich korrigieren.

Aber auch spezielle Filter für eine schmeichelhafte Wiedergabe der Hauttöne, durch die automatisch Unreinheiten der Haut oder Reflexe des Blitzlichts retuschiert werden, sind gerade in der Porträt- und Modefotografie sehr beliebt.

Filter für kreative Effekte
Schier unendlich ist die Zahl der Filter für kreative Effekte. So ist in dieser Kategorie eine Vielzahl von Mal- und Zeichenfiltern, mit denen sich Fotos in Bilder, wie ein Aquarell, Ölgemälde oder eine Kohle- beziehungsweise Bleistiftzeichnung, umwandeln lassen. Porträtaufnahmen können nachträglich mit einem Weichzeichner versehen werden, so dass eine schmeichelhafte Wiedergabe der Hauttöne erreicht wird. Aber auch Verfremdungen und Verzerrungen sind eine Option. Den Fotos können Bewegungseffekte durch künstliche Wischer und Unschärfen hinzugefügt werden, Objekte im Motiv lassen sich gezielt verformen, Hintergründe mit Unschärfe belegen aber auch selektiv einfärben. Fotos können mit einem digitalen Rahmen umsäumt, mit Masken versehen werden, um Bilddetails zu löschen und den Raum mit anderen Inhalten zu versehen.

Filter für unterschiedliche Bildstile
In der analogen Fotografie wurden charakteristische Eigenschaften der Filme von den Fotografen gezielt für einen bestimmten Bildstil genutzt. In der digitalen Welt lassen sich durch die nachträgliche Anwendung digitaler Filter solche Anmutungen einfach simulieren. So ist es per Mausklick möglich, einem digitalen Foto das Aussehen zu verleihen, das beispielsweise einer Aufnahme auf Kodakchrome-, Velvia- oder Ektar-Material nahe kommt. Auch für Schwarzweißkonvertierungen gibt es zahlreiche Plug-ins und Stand-Alone-Anwendungen, die aus einer Farbaufnahme ein perfektes Schwarzweißbild machen. Auch hier steht bei den Konvertern mit einem höheren Leistungsspektrum die Auswahl unterschiedlicher Bildstile zur Verfügung. So kann der Fotograf nachträglich bestimmen, welchem der klassischen SW-Materialien sein ursprüngliches Farbfoto nach der Umwandlung entsprechen soll. Sogar eine Daguerreotypie oder eine Lochkameraaufnahme können manche dieser Programmmodule simulieren. Digitale Filter geben so dem Fotografen die Möglichkeit, die Eigenschaften des gewünschten Filmmaterials praktisch erst nach der Aufnahme zu laden.
 

Digitalfotografie 04 / 2009

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