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Digitales Bildarchiv

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, wie ein digitales Bildarchiv angelegt werden kann, das sich im Prinzip gar nicht so sehr von einem für Filme und Abzüge unterscheidet. Das digitale Bildarchiv erfordert Organisation und Pflege, denn nur, wenn die Aufnahmen ordentlich abgelegt werden, sind sie später auch wieder auffindbar. Photos sollten bewertet, gruppiert, mit Schlagworten versehen und regelmäßig gesichert werden, denn das garantiert auf lange Zeit die Freude an den Aufnahmen. Auch Konvertierungen, Korrekturen und das Einordnen in die endgültige Ablage sind wichtig. Zur Pflege eines digitalen Archivs gehört in bestimmten Intervallen die Überprüfung auf Lesbarkeit und Integrität, das Überprüfen der Fehlerfreiheit des Speichermediums und später die Migration auf neue Systeme. Der wichtigste Punkt bei einem digitalen Bildarchiv ist die Administration. Die Organisationsstruktur sollte einfach und auf Wachstum ausgelegt sein.

Vielfach wird beim Aufbau eines digitalen Bildarchivs der Fehler begangen, die physikalische Struktur eines Filmarchivs darin widerspiegeln zu wollen. In der Welt der greifbaren Objekte, wie Filme und Abzüge, sind die Ordnungsstruktur und die physikalische Ablage eng gekoppelt. Filme und Abzüge können, sofern keine Duplikate vorliegen, nur an einem Ort aufbewahrt werden. Bei digitalen Bildarchiven ist dies anders, denn Bildverwaltungsprogramme erlauben, die gleiche Auswahl an Aufnahmen in zahlreichen unterschiedlichen Arten zu organisieren. Sie geben dem Anwender einen Blick auf das Gesamtarchiv, aber ebenso auf Auswahlen nach unterschiedlichsten Kriterien.

Der erste Schritt beim Aufbau eines digitalen Bildarchivs liegt in einer einheitlichen Struktur. Eine Option ist es, Bilddateien in Arbeits- und Archivdateien einzuteilen. Letzteres wird wiederum unterteilt in Originale (z.B. RAW-Dateien) und Versionen. Die letztgenannte Unterteilung ist für die Handhabung aus folgenden Gründen sehr nützlich:

  • Müssen Bilddateien migriert werden, so ist es bei dieser Trennung einfacher, jeden Teil auf ein eigenes, neues Laufwerk zu kopieren, statt Originale und Versionen gemischt zu transferieren.
  • Bei JPEG-Dateien ist mit der Trennung klar, was Originale und bearbeitete Versionen sind. Das versehentliche Überschreiben der originalen Bilddatei kann dadurch ausgeschlossen werden.
  • Sucht man Bilddateien, so ist bei dieser Trennung von vornherein klar, ob nach einem Original oder nach einem bearbeiteten Bild gesucht wird, was die Suche schneller macht.
  • Hat man Originale und Versionen in einer Struktur, so erschwert dies den Sicherungsprozess, da dann statische Dateien (werden nicht mehr geändert) und neue, sich häufig ändernde Dateien wild gemsicht sind. Dies macht die Sicherung langsamer und komplizierter.

Nach der Aufteilung in diese zwei Gruppen heißt es, eine interne Struktur festzulegen. Viele Photographen geben den einzelnen Ordnern Namen, wie beispielsweise den Themenbereich oder die Jahreszahl, wann die Aufnahmen gemacht wurden. Dieser Ansatz erscheint auf den ersten Blick recht logisch, birgt aber eine Reihe von Problemen in sich. Ordnernamen sagen nur wenig über die Bilder aus, die darin gespeichert sind. Versucht man zudem Informationen zum Bild nur über den Ablageort festzuhalten, so verliert man leicht diese wertvolle Zuordnung, wenn Dateien umkopiert oder verschoben werden. Empfohlen wird, die Dateien so zu gruppieren, dass die Vorteile von Metadaten und Digital-Asset-Management-Systemen voll ausgenutzt werden können.

Bei der digitalen Bildarchivierung ist vielfach vom Containersystem die Rede, das auf Einfachheit ausgelegt ist. Hier wird auf die Daten (Nullen und Einsen der digitalen Datei) geschaut und die Bildinformationen außer Acht gelassen. Das Containersystem bietet folgende Vorteile:
  • Die Handhabung ist einfach.
  • Es ist übersichtlich.
  • Es lässt sich gut skalieren. Hat man mehr Bilder als ein Container fassen kann, legt man den nächsten Container an. Werden größere Datenträger eingesetzt, lässt sich der Inhalt mehrerer Container in diesem zusammenfassen.
  • Es bietet einen geordneten Übergang von Arbeits- in Archivdateien und von mehreren Archivteilen in ältere Archivkomponenten.
  • Dateisicherungen sind leicht überprüfbar.
  • Bei Problemen lassen sich einzelne Container leicht wiederherstellen
  • Es wird eine Struktur aufgebaut, die sich über mehrere Migrationen auf neue Speichermedien und Speicherkonfigurationen über die Lebensdauer des Archivs beibehalten lässt.

Das Namensschema für Container sollte Aufschluss darüber geben, um welche Art von Dateien es sich handelt (Originale oder Versionen). Zugleich sollten die Namen eine fortlaufende dreistellige Nummer enthalten. Die Containergröße gilt es auf die Backup-Medien abzustimmen, denn das erlaubt eine einfache Zuordnung von Orginalcontainer und Sicherungskopie. Sofern nur Plattenlaufwerke für die Datensicherung eingesetzt werden, hat man mehr Flexibilität. Dennoch sollten die einzelnen Container nicht zu viele Bilddateien enthalten, denn das mindert die Vorteile.
 

Digitalfotografie 03 / 2009

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Manfred Klier, Ironman

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Manfred Klier