EXIF - Bilddaten sagen mehr als 1.000 Worte

Informationen gehören bei Bildweitergabe gelöscht

EXIF - Bilddaten sagen mehr als 1.000 Worte
Jedermann geläufig ist das Bilddatenformat JPEG, denn es gilt als das am weitesten verbreitete – auch, wenn es verlustbehaftet ist. Das EXIF-Dateiformat (Exchangeable Image File Format) ist hingegen nicht allen geläufig, obwohl alle aktuellen Kameras und Smartphones hierin Informationen über aufgenommene Bilder speichern. Dazu gehören Kameramarke, Datum und Uhrzeit, Orientierung (Hoch- oder Querformat), Brennweite, Belichtungszeit, Blendeneinstellung, Belichtungsprogramm, ISO-Wert („Lichtempfindlichkeit“), GPS-Koordinaten und Vorschaubild („Thumbnail“). Weitere nützliche Informationen, wie Kommentar, Künstlername, Hinweise zum Urheberrecht der Datei, können nachträglich in Form der sogenannten IPTC-Daten (International Press Telecommunications Council) hinzugefügt werden.

Bei der Weitergabe von Aufnahmen per Mail oder beim Hochladen in soziale Netzwerke beispielsweise, sollte man die EXIF-Dateien editieren / bearbeiten, denn sie verraten mehr, als so manchem lieb ist. So erfährt man über die EXIF-Datei, wo man sich wann aufgehalten hat. Daraus lassen sich bei Leuten, die permanent eigene Bilder hochladen, Bewegungsprofile erstellen. Diese sind Werbetreibenden viel Geld wert. Aber auch der Arbeitgeber oder andere Dritte geht es nichts an, wo man sich in der Freizeit aufgehalten hat. Unter Windows empfiehlt sich für die Bearbeitung der EXIF-Daten die Verwendung des kostenlosen „Exif Tag Remover“, der alle sensiblen Meta-Daten aus einem oder gleich mehreren Bildern löscht. Apple-Nutzer greifen am besten zu „Photo Privacy“ (Shareware, 3,99 Euro) und tilgen damit die EXIF-Infos.

Die EXIF-Informationen sind dann überaus nützlich, wenn es beispielsweise um die automatische Optimierung von Aufnahmen durch Bildbearbeitungssoftware geht. Auch die Katalogisierung der Aufnahmen ist durch die Datums- und Uhrzeitangabe sowie der GPS-Daten ein Kinderspiel. Wurde einem die Kamera gestohlen und lädt diese Person im Internet Aufnahmen hoch, so kann man über spezielle Dienste, wie www.stolencamerafinder.com, den Dieb ausfindig machen.

Digitalfotografie 08 / 2012

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