Firmware-Update: Neues Gehirn für die Kamera

Moderne Digitalkameras sind heutzutage auch kleine Computer und genau wie diese, kann man sie durch Updates auf den neuesten Stand bringen. Das ist praktisch, birgt aber auch Risiken.

Firmen-Update Start
Firmen-Update Start
Zunächst zum Nutzen: Fast alle Funktionen einer modernen Digitalkamera werden mittlerweile über die kameraeigene Software – auch Firmware genannt – gesteuert. Erneuert man diese, kann man zusätzliche Möglichkeiten schaffen – ganz ohne die Kamera ins Werk einschicken oder neue Teile verbauen zu müssen. Auf diese Weise kann beispielsweise eine Belichtungskorrektur für den Blitz nachgeliefert werden, wie einer der großen Kamerahersteller vor einiger Zeit gezeigt hat. Auch softwareseitige Serienfehler, die erst nach Auslieferung des Gerätes auffallen, können mit einer neuen Firmware behoben werden.

Anders als beim Auto kann man als Kamerabesitzer die neue Firmware selbst aufspielen. Es sollte einem aber bewusst sein, dass man im Prinzip eine Art Herztransplantation vornimmt – gelingt die Operation nicht, kann die Kamera funktionsuntüchtig werden. Man sollte also die entsprechende Sorgfalt walten lassen und auch keine Firmware von Drittanbietern installieren. Generell ist es sinnvoll, sich zunächst zu informieren, ob ein Update überhaupt nötig ist und welche Vorteile es bringt. Dazu muss man zunächst wissen, welche Firmware auf der eigenen Kamera installiert ist. Das kann man in der Regel im System-Menü nachschauen. Meist gibt es dort einen Punkt wie „Firmware-Version“. Es ist sinnvoll, sich die Version zu notieren, da man diese Information oft dazu braucht, um die richtige Software-Version für das Update zu finden.

Firmen-Update Zwischenstand
Firmen-Update Zwischenstand
Über eine neue Firmware-Version wird man von einigen Kameraherstellern per E-Mail unterrichtet oder erfährt davon auf Websites, wie hier bei Prophoto-Online. Um das Update auf der Kamera zu installieren, muss man es zunächst beim Kamerahersteller herunterladen. Die meisten haben dazu einen eigenen Bereich „Support“ oder „Service“ auf ihrer Website, in dem im Bereich „Downloads“ die Kameraupdates nach Modell geordnet bereitstehen. Manchmal kann man auch direkt nach dem Modell suchen und findet dann alle zugehörigen Informationen, wie die Bedienungsanleitungen sowie Downloads, wie die Firmware, auf einer zugehörigen Seite. In der Regel wird die neue Firmware als Datei bereitgestellt, die man auf eine Speicherkarte kopieren muss. Es ist sinnvoll, diese vorab frisch zu formatieren. In einigen Fällen muss die Datei auch vorher zunächst entpackt werden.

Man sollte unbedingt die immer beigefügte Anleitung des Herstellers zum Vorgehen sorgfältig durchlesen, um keine Fehler zu machen. Oft kommt es auf kleine Details an wie zum Beispiel, dass die neue Firmware auf der obersten Ebene der Speicherkarte liegt und nicht in einem Unterordner. Am besten kontrolliert man das, bevor man mit dem Update beginnt. Eine weitere sehr wichtige Vorsichtsmaßnahme ist, dass der Kameraakku voll aufgeladen oder das Gerät direkt mit dem Strom verbunden ist, damit sich die Kamera auf keinen Fall mitten im Update-Vorgang ausschaltet. Natürlich sollte man sie auch nicht selbst ausschalten – es sei denn, man wird explizit dazu aufgefordert. Meist ist es auch eine gute Idee, keine Knöpfe während des Update-Vorgangs zu drücken oder gar die Speicherkarte zu entfernen. Beachtet man all dies, läuft der Vorgang in der Regel in wenigen Minuten automatisiert durch und man kann sich anschließend über neue Funktionen an der Kamera freuen.

Digitalfotografie 10 / 2014

7 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden