Fotodruck – Das Papier entscheidet

Fotodruck – Das Papier entscheidet
photokina 2012
Fotodrucker garantieren Bildqualitäten im Spitzenbereich. Oftmals können sie das aber nicht nachhaltig unter Beweis stellen, da beispielsweise 80 gr. Schreibmaschinenpapier zum Einsatz kommt. Von diesem Papier kann man keine Fotoqualität erwarten, denn für den Ausdruck von Fotos ist es nicht konzipiert. Erst spezielle Fotopapiere garantieren Spitzenqualitäten, und nur diese haben Fotografien unserer Ansicht nach verdient.

Wie immer in der Fotografie steht Anwendern ein großes Portfolio an Fotopapieren zur Verfügung – oftmals ist es Geschmackssache oder auch eine Glaubensangelegenheit, für welches Papier man sich entscheidet. Für alle, die mehr aus Ihren Fotodrucken herausholen möchten, kann die Devise nur lauten, sich mit den unterschiedlichen Papieren auseinanderzusetzen. Und es lohnt sich, denn man hat nicht nur ein viele Aha-Erlebnisse sondern man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Und das Gute ist, dass zahlreiche Papierhersteller Musterpackungen anbieten und man so die Wirkungsweise der angebotenen Papiere für sich kennenlernt. Nicht jedes Papier – dies wird man im Übrigen auch schnell für sich feststellen – ist für jedes Motiv gleichermaßen gut geeignet. Aber spätestens wenn man anfängt, sich mit der Materie etwas intensiver auseinanderzusetzen, wird man schnell für sich feststellen, welche Qualitäten Fotografien entwickeln, wenn sie auf Fotopapier ausgedruckt werden.

Ein Nachteil des Internets ist übrigens, dass man hier die besonderen Eigenschaften der Papiere mit ihrer Haptik nur unzureichend visualisieren kann. Dementsprechend bleibt natürlich auch das optische Erlebnis auf der Strecke. Und wer denkt, dass beispielsweise FineArt-Papiere nur etwas für Galerien und Museen sind, der irrt gewaltig. Wir können nur die Empfehlung ausgeben, sich dem Thema Fotodruck hinzugeben und das vielfältige Papierangebot anzunehmen. Fotografien haben es verdient und sie können an Macht und Kraft nur gewinnen.

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Es wird zwischen drei Papierarten unterschieden:

1. Kunstoffbeschichtetes Papier
Das Papier besteht aus einem kuststoffbeschichteten Papierkern, der als Oberfläche eine Polymerschicht besitzt. Diese fixiert die Tinte auf der Oberfläche. Durch die Kunststoffschicht kann die Tinte nicht in den Papierkern eindringen und verfließt somit nicht. Außerdem wird das Papier durch den Kunststoff wasserbeständiger.

Vorteile:

  • Gute Farbbeständigkeit
  • Ausdruck hat durch die Kunststoffbeschichtung eine Haptik wie ein Foto aus dem Labor beispielsweise
  • Durch die Kunststoffbeschichtung wellt sich das relativ knick- und reißfeste Papier nicht

Nachteile:

  • Die Druckgeschwindigkeit ist niedrig, da die Polymerschicht die Tinte nur langsam aufnimmt. Wird die Druckgeschwindigkeit nicht reduziert steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tinte verschmiert.
  • Die Polymerschicht gilt als nicht sehr wasserbeständig
  • Das Papier gilt nur bedingt als geeignet für Pigmenttinten


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2. Nanoporöses (Nanokeramik) Papier
Eine dünne nanoporöse Keramik-Schicht nimmt die Druckertinte auf, die Papierbasis verleiht Stabilität.

Vorteile:

  • Durch die Kapillarwirkung der Nanokeramik-Schicht wird die Tinte – auch pigmentierte – sofort aufgenommen wodurch der Ausdruck auch unmittelbar trocken ist. Es kann mit hoher Geschwindigkeit gedruckt werden.
  • Sehr hochwertige Oberfläche
  • Ausdrucke sind sofort wischfest
  • sehr wasserbeständig

Nachteile:

Die Tinte ist stärker den Umwelteinflüssen ausgesetzt da die poröse Oberfläche nicht luftdicht abschließt. Dem kann entgegengewirkt werden, indem die Ausdrucke laminiert oder hinter Glas geschützt werden. Dann weisen sie die gleiche Farbbeständigkeit wie kunststoffbeschichtete Fotopapiere auf.


3. Einfach beschichtetes Tintenstrahl-Papier
Dieses Papier ist aufgrund seiner Beschaffenheit recht preiswert, empfiehlt sich jedoch weniger, um darauf Fotos auszudrucken

Vorteile:

  • Schnelles trocknen der Tinte
  • Nahezu alle Druckertinten – auch pigmentierte – können eingesetzt werden

Nachteile:

  • Stumpf-matte Oberfläche, die sich wie „normales“ Papier anfühlt
  • Dem Papier fehlt es an nötiger Stabilität gegen Knicken und Reißen
  • Ausdrucken fehlt es an Farbbeständigkeit

Digitalfotografie 11 / 2013

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