Fotodruck - Kleine Tröpfchen große Wirkung

Fotodruck - Kleine Tröpfchen große Wirkung
© Blende, Karsten Timm, green waterdrop
Fotodrucker haben rein äußerlich betrachtet wahrlich nichts Anmutendes – die inneren Werte sind es, und die sind bekanntlich um ein vielfaches wichtiger und entscheidender. Die Drucktechnik aktueller Fotodrucker ist beeindruckend und im Zusammenspiel mit dem Einsatz des richtigen Papieres, werden Fotografien durch sie erst zu Meisterwerken.

Fotodrucker gibt es quasi in allen nur denkbaren Größen. Bei Fotografen – und nicht nur bei den Profis unter ihnen – sehr beliebt sind Drucksysteme bis A+3 aber auch die sogenannten Premium-Large-Formate mit Druckbreiten von bis zu 1,6 Metern. Spielte in den Anfängen die Tintentropfgröße eine Rolle, so muss man diese bei den heutigen auf dem Markt erhältlichen Druckern nicht wirklich mehr im Blick haben. Alle Fotodrucker garantieren kleinste Tröpfchen zwischen etwa einem und vier Picolitern, die auf dem richtigen Papier eingesetzt, große Wirkung zeigen.

Fotodrucker arbeiten in der Regel mit wasserbasierten Farbstoff- (Dye) oder Pigmenttinten. Den wasserbasierten Tinten wird ein großer Farbraum nachgesagt. In Foren ist oftmals die Rede davon, dass sich diese Tinten aufgrund ihrer geringen UV-Beständigkeit für Fotografien nicht so gut eignen würden, ihre Haltbarkeit ist schlichtweg begrenzt. Zeitangaben sind jedoch nicht zu finden und mit der Zeit ist es bekanntlich auch so eine Sache. Die wasserbasierten Pigmenttinten gelten als deutlich lichtbeständiger. Nach Untersuchungen soll ihre Haltbarkeit teilweise mehrere hundert Jahre erreichen. Der mögliche Farbraum liegt unter dem der wasserbasierten Farbstoffe. Die Druckerhersteller haben darauf reagiert und kompensieren dies durch eine höhere Anzahl an Farben. So sind Fotodrucker mit bis zu 12 Farben auf dem Markt erhältlich.

Damit Fotodrucker ihre Stärken voll ausspielen können, ist das Papier, das eingesetzt wird, entscheidend. Tinte und Papier müssen eine Allianz bilden, denn nur dann sind Meisterwerke garantiert. Ohne näher auf die chemischen und physikalischen Prozesse eingehen zu wollen, so ist es beispielsweise wichtig, dass die Saugfähigkeit des Papieres zur Tinte passt. Diese muss sich mit dem Papier verbinden, darf aber auf der anderen Seite auch nicht zu tief in dieses eindringen, denn sonst könnte der Farbstoff möglicherweise unsichtbar werden. Im Zusammenhang mit dem Fotodruck ist auch immer wieder die Rede vom Ausbluten (Bleeding) also dem zusammenlaufen der Tinte. Dies kann an der verwendeten Tinte ebenso liegen wie daran, dass Papier und Tinte nicht harmonieren. Von Curling/Coocking spricht man, wenn es zur Durchfeuchtung des Fotopapieres kommt. Dieses wellt sich, was natürlich nicht wünschenswert ist. Schlägt die Tinte auf der Rückseite des Papieres durch oder kommt es zur Streifenbildung beziehungsweise Verwischt die Tinte, so wirkt sich dies natürlich auch negativ auf die gedruckte Bildqualität aus. Vermeiden lässt sich dies nur, wenn anderes Papier beziehungsweise Tinte gewählt wird.

Ein guter Drucker reicht, das zeigen die Ausführungen, allein nicht aus, es kommt auch auf die zum Einsatz kommenden Papiere im Zusammenspiel mit der verwendeten Tinte an. Aktuelle Fotopapiere verfügen über mikro- und nanoporöse beziehungsweise aufquellende Beschichtungen. Nach unserer Recherche sind mikro- und nanoporöse Beschichtungen besonders für den Pigmenttintendruck geeignet. Die Tinte versickert rasch, der Druck trocknet schnell und ist relativ wasserfest. Dye-Tinten sollen hingegen für poröse Papierbeschichtungen weniger gut geeignet sein, da sie verhältnismäßig schnell ausbleichen. Quellfähige Beschichtungen sollen hier die bessere Wahl sein. Beim Auftreffen von Wasser quellen die Polymeren der Beschichtung auf. Die Tinte gelangt in das Innere der Beschichtung, wodurch sie vor Außeneinflüssen geschützt ist. Bei Inkjet-Papieren befindet sich unterhalb der Beschichtung eine PE-Folie. Diese verhindert, dass die Tinte das Papier durchdringt wodurch die Wellenbildung verhindert wird. Bei Fine-Art-Papieren, die in der Regel eine matte, poröse Beschichtung haben, die gröber strukturiert ist, wird auf diese Sperrschicht verzichtet, denn sie könnte möglicherweise den Bildeindruck reduzieren.

Digitalfotografie 10 / 2013

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