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GPS gewinnt an Bedeutung in der Fotografie

Fotografen, ob Profi oder Amateur, entdecken verstärkt die Vorteile von GPS. Diese liegen klar auf der Hand. Die Informationen über den Aufnahmestandort, wie Länge, Breite, Höhe, Zeit, werden in der Bilddatei gespeichert. Der Anwender ist somit von schriftlichen Notizen befreit und kann sich noch stärker auf das Fotografieren konzentrieren. Wenn GPS bislang noch ein Fremdwort war und man sich mit der Technik noch nicht auseinandergesetzt hat, so ist man anfänglich in der Praxis irritiert, weil mit dem Anschalten der Kamera und der Aktivierung des GPS nicht gleich zwangsläufig die gewünschten Daten zur Verfügung stehen. In der Fachwelt ist von Kalt-, Warm- und Heißstart die Rede.

Von Kaltstart wird gesprochen, wenn das Gerät erstmalig angeschaltet wird, nachdem es wochenlang ausgeschaltet war, oder, wenn seit der letzten Ortsbestimmung mehr als 300 km zurückgelegt wurden. Da dem GPS keine Satellitenkonstellationen vorliegen, benötigt es zunächst die sogenannten Almanachdaten der Satelliten. Es können durchaus bis zu 13 Minuten vergehen, bis diese gefunden sind. Eine große Rolle spielt der Empfang. Ist dieser - wie beispielsweise in tiefen Häuserschluchten - schlecht, so braucht es seine Zeit, aus den Datenschnipseln die Informationen zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Sind seit dem letzten Empfang mehrere Stunden - zwei bis sechs - vergangen, so sind die sogenannten „Bahndaten“ (Ephemeriden) im GPS-Chip veraltet. Diese müssen erst aktualisiert werden. Dies dauert zirka 45 Sekunden. Je mehr Satelliten seit der letzten Ortsbestimmung aus der Sicht des Empfängers gewandert sind beziehungsweise je mehr neue Satelliten empfangen werden, desto länger dauert der Warmstart. Von einem Heißstart spricht man, wenn Position und Uhrzeit sowie die Almanach- und Ephemeridendaten aktuell sind. Die Positionsbestimmung dauert dann nur zirka 15 Sekunden.

Oftmals ist es so, dass die Herstellerangaben von Transferraten mit der Praxis nicht übereinstimmen. Grund hierfür ist, dass die Hersteller von einem optimalen Satellitenempfang ausgehen. Kommt man beispielsweise aus einem Tunnel, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der hinter einem liegende Berg weite Teile des Horizonts verdeckt. Da die Zugbahnen von Satelliten nicht gleich verteilt sind, kann es unter Umständen sein, dass sich gerade viele theoretisch sichtbare Satelliten hinter dem Berg oder auch hinter Gebäuden beziehungsweise Bäumen befinden. Dies führt dazu, dass der Abgleich länger dauert als angegeben. Beim Initialisieren sollte man von allem, was den Horizont verdeckt, Abstand halten. Eine andere Option ist es, sich mit dem Gang um das Hauseck „neue Horizonte“ zu erschließen. Eines ist jedoch jetzt schon sicher: Die Hersteller der GPS-Chips lassen sich immer wieder neue Tricks einfallen, um die Zeit für den Abgleich weiter zu optimieren.
 

Digitalfotografie 02 / 2009

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