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HDR-Fotografie - Garant für kontrastreiche Aufnahmen

Die HDR-Fotografie hat sich fest etabliert und ist dementsprechend in aller Munde. Der Erfolg liegt in der einzigartigen Qualität der Aufnahmen begründet, die dem HDR-Workflow unterzogen wurden. Dieser steigert den Kontrastumfang einer Aufnahme so, dass das Ergebnis dem Sehen des menschlichen Auges angepasst wird.

Was aber bedeutet HDR genau?
HDR beziehungsweise HDRI ist die Abkürzung für High Dynamic Range Image. HDR-Bilder können von Spezialkameras aufgenommen, als 3D-Computergrafiken künstlich erzeugt oder aus einer Belichtungsreihe rekonstruiert werden. Bei letzterem werden zwischen zwei und bis zu acht Aufnahmen von ein und demselben Motiv mithilfe von Software zu einer HDR-Aufnahme verschmelzt. Als Motive bieten sich Architektur, Landschaften aber auch Panoramen sowie Produkte an. Kommt Bewegung durch Menschen oder beispielsweise Fahrzeuge mit ins Spiel, so ist es nicht möglich, bei einer Belichtungsreihe deckungsgleiche Aufnahmen zu erhalten - es entstehen sogenannte Geisterbilder. Beträgt der Unterschied durch die Bewegung nur wenige Pixel, so können die meisten HDR-Programme diese noch problemlos korrigieren. Handelt es sich um größere Verschiebungen, so ist wesentlich mehr Aufwand erforderlich.

Voraussetzungen für HDR
Hochwertige Sensoren in Verbindung mit der Aufnahme im RAW-Format und der Verarbeitung als 16-Bit-Datei gelten als optimale Voraussetzungen für die HDR-Fotografie, denn es führt zur Abmilderung des Dynamikverlustes. Ideal für die HDR-Fotografie sind Spiegelreflexkameras. Kompaktkameras, die sich manuell einstellen lassen, sind für die HDR-Fotografie aber ebenso geeignet. Ein gutes Stativ ist in der HDR-Fotografie unerlässlich. Kommt eine Spiegelreflexkamera zum Einsatz, so ist es ratsam, die Spiegelvorauslösung zu wählen, weil eventuelle Schwingungen durch den Spiegel verhindert werden können. Da auch das Betätigen des Auslösers zu Aufnahmen führen kann, die für die HDR-Fotografie ungeeignet sind, empfiehlt sich der Einsatz eines Fernauslösers oder die Belichtungsreihe über den Selbstauslöser. Die Brennweite darf bei der Belichtungsreihe nicht verändert werden, da die Aufnahmen beim HDR-Workflow nicht zur Deckung gebracht werden können. Den ISO-Wert gilt es, in der HDR-Fotografie möglichst gering zu halten, um das Rauschen zu minimieren.

Wie viele Aufnahmen sind notwendig?
Ein HDR-Bild besteht aus mindestens zwei unterschiedlich belichteten Aufnahmen. Der Belichtungsunterschied sollte ein bis zwei Belichtungsstufen betragen. Die Anzahl der für ein HDR notwendigem Bild hängt vom Motiv, den Lichtverhältnissen, dem Belichtungsunterschied innerhalb des Motivs, dem Kontrastumfang, von der Auflösung des Sensors, dem Bildformat, der verwendeten Software und den eigenen Ansprüchen ab. In der Regel reichen meist drei Aufnahmen für ein HDR-Bild. Generell garantieren unterbelichtete Aufnahmen dem Anwender mehr Möglichkeiten einer Korrektur als überbelichtete.

HDR-Software
Die Aufgabe der HDR-Software ist es, unterschiedlich belichtete Aufnahmen zu einem HDR-Bild mit 32-Bit-Farbtiefe zusammenzufügen. Von Vorteil für den Anwender ist es, wenn die Software oder das Plug-in auch noch über Tone-Mapping- sowie Korrektur- und Bildbearbeitungsfunktionen verfügt. Für welche HDR-Software man sich entscheidet, hängt von der Aufgabenstellung aber auch von dem Anspruch an das HDR-Ergebnis ab. Das Testen unterschiedlicher HDR-Software lässt den persönlichen Favoriten schnell finden.
 

Digitalfotografie 11 / 2009

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Gilbert Baumann, Sehnsucht

Blende ,"Sehnsucht"
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