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Kamera - Bildrauschen - Bildaufloesung - Speicherplatz

Der Pixelwettlauf hat inzwischen ein Ende. Nahezu jede heute verkaufte Kamera – welcher Größe auch immer – liefert Bilder mit mindestens zehn Millionen Pixel. Weit mehr als man für den fotografischen Alltag jemals braucht. Selbst Kameras der Fünf- oder Sechs-Megapixel-Generation machten vor ein paar Jahren schon Fotos, die man als Poster an die Wand hängen konnte. Wozu also noch mehr Bildpunkte sammeln und die Festplatte des Computers quälen? Eine gute Frage, die jeder für sich beantworten muss. Hier eine kurze Checkliste zum Thema Auflösung.

Frage 1: Sind hoch aufgelöste Bilder immer besser?

Eine Frage, über die heftig diskutiert wird. Offenbar kommt es im Einzelfall tatsächlich auf die Kamera, die Belichtungssituation und der eingestellten ISO-Wert an. Die Auflösung eines Fotos ist nämlich nur eines von vielen wichtigen Qualitätskriterien. Ein anderes ist das sogenannte Bildrauschen. Bei kompakt gebauten Sensoren konkurrieren diese Ziele: Eine sehr hohe Auflösung mit vielen Pixeln ist gerade bei hohen ISO-Werten anfälliger für das Bildrauschen. Weil die sogenannte Signalverarbeitung von Kamera zu Kamera unterschiedlich ist, sind pauschale Aussagen darüber, was bei einer Reduzierung der Auflösung mit der Bildqualität passiert, schwierig. Die Unterschiede sind zwar nicht weltbewegend, aber es kann sich durchaus lohnen, etwas mit den Einstellungen der Kamera zu experimentieren. Sollten gerade bei hohen ISO-Werten Bilder mit „nur“ zehn Megapixeln ansprechender wirken als solche mit den vollen 15 Millionen, dann sollte man sich daran in der Praxis orientieren.

Frage 2: Habe ich genug Speicherplatz?

Das ist vielleicht der einzige zwingende Grund, um die mögliche Zahl der Bildpunkte pro Foto vorübergehend zu reduzieren. Gerade am Ende eines Urlaubs kann es passieren, dass zwar noch ein Ausflug gebucht ist, aber nur noch 100 MB auf der Speicherkarte frei sind. Da heißt es dann abwägen, ob man die Auflösung tatsächlich manuell verringert und kleinere Bilddateien erhält, oder ob man zu radikaleren Mitteln greift. Man könnte nämlich auch einen Schwung der bisher schon erstellten Bilder löschen. Oder man sieht sich auf die Schnelle noch nach einer neuen Speicherkarte um. Alternativ: Datenspeicher-Lösungen für unterwegs. Die handlichen Geräte übernehmen von den Speicherkarten die wertvollen Urlaubserinnerungen und geben den Speicherplatz frei für neue Abenteuer.

Frage 3: Wofür brauche ich meine Bilder?

Die Gretchenfrage sozusagen. Wenn man die Zahl aller fotografierten Bilder mit der Zahl der Groß-Vergrößerungen im XXL-Posterformat vergleicht, kommt man zu einem ernüchternden Ergebnis: Die wenigsten Urlaubserinnerungen hängen später riesengroß an der Wand. Die allermeisten Fotos werden niemals größer als in handlichen Formaten ausbelichtet oder gedruckt. Für Bilder im Format 10 × 15 cm würden aber zwei Megapixel schon ausreichen. Fotos für Internet-Communites können noch viel kleiner sein. Warum also höher aufgelöst fotografieren? Ganz einfach: Weil man sich alle Möglichkeiten offen hält.

Natürlich kann man mit zwei Millionen Pixeln ein Bildchen anfertigen lassen, ein Fotobuch gestalten oder seine Homepage füllen. Aber mehr geht dann im Zweifelsfall nicht. Wenn einem der sensationelle Schuss gelingt, das Foto, das man sich unbedingt einrahmen muss, dann ist mit geringer Auflösung das Ende der Fahnenstange schnell erreicht. Oder wenn auf einer großen Übersichtsaufnahme ein Detail besonders interessant ist, ärgert man sich ein Leben lang, dass das gesamte Bild eine zu geringe Auflösung für einen nachträglichen Ausschnitt hat.

Digitalfotografie 11 / 2010

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Thomas Tiltmann, Superman

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