Kameras mit besten Verbindungen oder wie die Bilder fliegen lernen

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Drahtlos in die Wolke

Nach den Mobiltelefonen werden jetzt auch die Kameras „smart“. Sie können kabellos Bilder mit anderen mobilen Geräten austauschen, ihre Fotos direkt auf die Computerfestplatte laden, sie auf dem Fernseher anzeigen und die Fotos ohne Kabel oder Computer auf soziale Netzwerke beziehungsweise in die Cloud übertragen. Auch die Verbindung zum Fotodrucker oder zu Kiosksystemen erfolgt ohne lästige Steckverbindungen.

Was für die meisten mobilen Geräte längst Standard ist, will die Fotoindustrie jetzt auch verstärkt in den Kameras der jüngsten Generation zur Selbstverständlichkeit machen: den kabellosen Austausch der Bilddaten. Dabei setzt die Industrie sinnvollerweise auf bereits eingeführte und bewährte Standards der kabellosen Datenübertragung, ein gewaltiger Fortschritt für den schnellen Austausch, die direkte Ausgabe, das komfortable Bearbeiten, das sichere Speichern und einfache Verwalten von Fotos.

Fotos werden heute vielfach genutzt. Zwar werden sie noch immer vornehmlich zum Festhalten wertvoller Erinnerungen verwendet, doch das ist nur ein Aspekt der unendlich vielen Verwendungsmöglichkeiten digitaler Fotos. Im Zeitalter der Smartphones wurde der schnelle Austausch von Bildern über soziale Netzwerke zu einem wichtigen Kommunikationsmittel und prägt inzwischen den Lebensstil vieler Menschen. Unsere Bilder und die der anderen begleiten uns heute überall und jederzeit. Sie lassen sich von einem Gerät zum anderen schicken, und das kabellos um die ganze Welt.

Sag mir, wo die Bilder sind…

Bisher wurden digitale Foto- und Filmaufnahmen auf der Speicherkarte abgelegt und dann entweder per Kabelverbindung oder über ein Speicherkartenlaufwerk auf der Festplatte des PCs zur weiteren Verwendung gespeichert. Das war gestern. Heute braucht die Speicherkarte nicht mehr die Kamera zu verlassen und auch die Kamera nicht mehr umständlich per Kabel an den PC angeschlossen zu werden. Über die integrierte WiFi-Schnittstelle lassen sie sich direkt auf dem Fernseher anzeigen, per E-Mail versenden, auf Social-Media-Seiten hochladen, bei Cloud-Service-Dienstleistern sicher speichern und komfortabel verwalten oder auch als automatisches Back-up auf den PC übertragen. Doch damit nicht genug: Die WiFi-Schnittstelle liefert auch die Basis für intelligente, neue Funktionen, durch die sich die Kamera beispielsweise über ein Smartphone fernsteuern lässt und das Display des Mobiltelefons als externer Sucher dienen kann. Ganz gleich wo die Bilder sind, sie lassen sich von überall und jederzeit mit entsprechend ausgerüsteten Geräten empfangen oder versenden, seien es andere Kameras, Smartphones oder auch Tablets beziehungsweise Notebooks. Einige dieser Funktionen können per WiFi-Speicherkarte einfach nachgerüstet werden. Diese Karten erweitern die Kamera um eine WiFi-Funktion, die einen kabellosen Datenaustausch mit entsprechend ausgerüsteten anderen Geräten ermöglicht.

Auf Wolke 7 – oder wie die Bilder in den Himmel kommen

Neben der kabellosen Datensicherung sorgen diese Karten auch dafür, dass Fotografen nie mehr der Speicherplatz ausgeht und sie mangels Speicherkapazität auf einen Schnappschuss verzichten müssen. Mit WiFi-fähigen Speicherkarten lassen sich Fotos und Videos direkt von der Kamera übertragen. Unterwegs kann der Fotograf seine Bilder oder Videos sofort auf ein Smartphone oder Tablet-PC in der Nähe übertragen. Befindet er sich in Reichweite eines WiFi-Netzwerks, werden die Fotos und Filme einfach auf den Computer übertragen und von dort aus auf die eigene Website oder auf Social Media Plattformen hochgeladen.

Aktuelle Kameras können das immer häufiger auch ohne den Einsatz spezieller Speicherkarten. Sie verfügen dazu über eine integrierte WiFi-Schnittstelle, über die sie direkt mit anderen Imaginggeräten, ganz gleich, ob stationär, wie beispielsweise Desktop, PCs und Fernseher, oder mobil, mit Smartphones oder Tablets, kommunizieren zu können. Meist werden die Aufnahmen dort abgelegt, bearbeitet und endgelagert. Immer häufiger aber werden Fotos und Videos nicht nur auf Social Media Plattformen hochgeladen, um sie dort zu präsentieren und mit anderen zu teilen. Sie landen immer häufiger als Back-up auch bei Dienstleistern, die eine externe Datenspeicherung, sogenannte Cloud-Services, teils gebührenfrei, teils gebührenpflichtig anbieten. Dort kann man nicht nur von überall und jederzeit auf seine Bilder zugreifen. Sie sind auch sicher vor Verlust geschützt. Einige Kamerahersteller bieten auch eigene Cloud-Services an. Während sich die meisten Kamerahersteller bei ihren Cloud-Angeboten auf Fotos und Videos beschränken, lassen sich bei den allgemeinen Cloud-Anbietern auch andere Dokumente ablegen und für den gezielten Zugriff bereit halten.

Wege zum besseren Miteinander

Die drahtlose Kommunikation der Kamera mit anderen Imaginggeräten kann direkt oder über Netzwerke erfolgen. Dafür sind von der Industrie Standards entwickelt worden, die auch den Datenaustausch zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller sicherstellen. Sehr verbreitet sind die WiFi-Standards, die von der WiFi Alliance definiert und zertifiziert werden. Über 300 Hersteller der IT-, Telekommunikations- sowie der Foto- und Imagingbranche haben sich unter dem Dach dieser Vereinigung zusammengetan, die inzwischen maßgeblich für den reibungslosen Datenaustausch zwischen Geräten verschiedener Hersteller über Funkverbindungen sorgt.

WiFi Direct dient als Standard zur direkten Datenübermittlung zwischen zwei oder mehreren WLAN-fähigen Geräten ohne Hotspot oder Router. Der WiFi Direct Standard setzt auf der internationalen Norm IEEE 802.11 auf, mit der die Eigenschaften von drahtlosen Netzwerken beschrieben werden. „WiFi Direct“-fähige Geräte sind am Logo der WiFi Alliance zu erkennen. Anders als beim herkömmlichen WLAN wird für die Datenübertragung kein Router und kein Hot Spot benötigt, da diese Geräte selbst als Software Access Point dienen. Dadurch erkennen damit ausgestattete Kameras WLAN- oder Wi-Fi-fähige Geräte in der Nähe. Diese müssen selbst nicht unbedingt mit „WiFi Direct“ ausgestattet sein, um sich mit der Kamera zu verbinden. Voraussetzung ist nur, dass sie WLAN-fähig und kompatibel zum Standard 802.11 sind.

Zum Aufbau einer WiFi Direct-Verbindung zwischen zwei oder mehreren Geräten wird das WiFi Protected Setup durchgeführt. Dies erfolgt per Eingabe einer PIN am Access Point oder durch Betätigen einer Taste beziehungsweise eines Schaltfeldes in der Menüführung. Damit die Geräte eine Verbindung aufnehmen können, reicht es aus, das einzubindende WiFi-Gerät in der Nähe vom Access Point zu positionieren.

Ein anderer häufig genutzter Standard zum Aufbau einer direkten Verbindung zu TV-Geräten, Handys oder Druckern ist der von der Digital Living Network Alliance, einer hauptsächlich aus Firmen der Unterhaltungselektronik bestehenden Vereinigung, entwickelte „dlna“-Standard, zu dem auch einige Digitalkameras kompatibel sind. Der dlna-Standard erfüllt gleichzeitig auch die WiFi-direct Richtlinien.

Bisher sind es hauptsächlich Kompaktkameramodelle, die eine integrierte Funktion zum kabellosen Datenaustausch anbieten. Für DSLR- und kompakte Systemkameras gibt es entsprechende WLAN-Adapter als Zubehör. Diese optional erhältlichen Geräte schaffen Verbindungen zu kabellosen Netzwerken oder direkt zu einem mit entsprechender Steuersoftware ausgestatteten PCs beziehungsweise Notebooks und FTP-Servern zur direkten Übertragung und Anzeige des Livebildes, aber auch für die Fernsteuerung der Kamera durch den verbundenen Computer.

Glossar

dlna steht für Digital Living Network Alliance und bezeichnet einen Standard für die drahtlose und kabelgebundene Kommunikation zwischen mobilen und stationären Geräten der Unterhaltungselektronik, Informationstechnologie, Telekommunikation und Imagingbranche.

FTP beschreibt ein Verfahren zur Übertragung von Dateien und ist die Abkürzung für engl. File Transfer Protocol.

FTP-Server sind Programme, die einen Zugang für FTP Client-Programme bieten.

FTP-Clients sind Anwendungen, die auf einen FTP-Server zugreifen können.

IEEE diese Abkürzung bezieht sich auf das Institute of Electrical and Electronics Engineers, einer internationalen Non-Profit Vereinigung von Ingenieuren zur Förderung technologischer Innovationen und Industriestandards.

IEEE 802.11 das Kürzel steht für eine Reihe von Standards zum kabellosen Datenaustausch, auf denen auch die WiFi- und WiFi-direct-Standards basieren

WEP steht für Wired Equivalent Privacy, eine inzwischen als unsicher angesehene Verschlüsselungstechnologie.

WiFi ist ein Kunstwort, das sowohl der Name für eine Firmenallianz ist, die Geräte mit Schnittstellen für die kabellose Datenübertragung zertifiziert und damit die Kompatibilität unter diesen Geräten sicherstellt. Es dient auch als Marke für die Zertifizierung dieser Geräte.

WiFi direct bezeichnet einen WLAN-Standard, der Geräte ohne Router, Hotspot oder Computer direkt miteinander verbindet.

WLAN bezeichnet Wireless Local Area Networks, also kabellose, lokale Netzwerke.

WPA ist das Kürzel für WiFi Protected Access, einer Verschlüsselungstechnik für den sicheren Datentransfer.

WPA2 bezeichnet den Nachfolger von WPA.

Digitalfotografie 04 / 2012

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