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Nikon, SanDisk und Sony schlagen neues Speicherkartenformat vor

CompactFlash-Speicherkartenstandard am Wendepunkt?

Seit 15 Jahren wacht die CompactFlash Association über die Einhaltung der Spezifikationen des CF-Speicherkartenstandards. Erst im November 2010 wurde die jüngste Version 6.0, des vor allem in professionellen Kameras und industriellen Anwendungen zum Einsatz kommenden Standards, angekündigt. Jetzt wollen die Firmen Nikon, SanDisk und Sony mit einem gemeinsam entwickelten Gegenvorschlag für mehr Tempo und höhere Kapazitäten bei Speicherkarten sorgen.

Der bei der CompactFlash Association eingereichte Vorschlag verwendet statt der bisherigen Parallel-ATA-Schnittstelle das deutlich vielseitigere PCI Express Interface. Dieses ermöglicht theoretische Transferraten von bis zu 500 Megabytes pro Sekunde, während die 6.0 Spezifikation der CompactFlash Association eine maximale Leistung von 167 Megabyte pro Sekunde erlaubt. Angesichts der wachsenden Ansprüche, die HD-Videoaufzeichnungen und hoch auflösende Sensoren für die professionelle Fotografie an die Transfergeschwindigkeit und die Kapazitäten stellen, sind für zukünftige Anwendungen aber deutlich höhere Leistungen erforderlich als sie CompactFlash-Karten augenblicklich bieten.

Nikon, SanDisk und Sony sind davon überzeugt, dass die von ihnen entwickelten Spezifikationen – sofern sie von den Mitgliedern der CompactFlash Association akzeptiert würden – eine Vielzahl neuer Anwendungen ermöglichen werden. So erlauben die vorgeschlagenen Spezifikationen die Aufzeichnung schnellerer Serienaufnahmen mit hoher Auflösung im RAW-Format. Durch die höhere Leistung sind auch schnellere Datenübertragungen speicherintensiver, hoch aufgelöster Bilder und Videos vom und zum Computer möglich. Die neuen Spezifikationen kombinieren höhere Transferraten mit weniger Energiebedarf zur Schonung der Akkukapazitäten. Die Energieersparnis wird durch ein neuartiges Power Scaling System erreicht. Die neuen Features erfüllen die Ansprüche professioneller Anwender, die sich durch den ständig steigenden Speicherbedarf ergeben. So übersteigen die neuen Spezifikationen die bisherige theoretische Kapazitätsgrenze von zwei Terabyte deutlich. Die neuen Spezifikationen erlauben eine ähnliche Kartengröße wie bisher und bieten eine ähnlich robuste Zugriffssteuerung. Sie sind auch physikalisch sehr widerstandsfähig, ein Muss für professionelle Anwendungen.

Mr. Shigeto Kanda, von Canon und Chairman der CompactFlash Association, lobte die Eigenschaften des neuen Kartenstandards: „Diese Ultra-High-Speed-Medien erlauben eine weitere Evolution der Imaging-Hardware und deren Anwendungen und erweitern die Speicherkartenoptionen für professionelle Fotografen. Es ist zu erwarten, dass dieses Format der nächsten Speicherkartengeneration eine weite Verbreitung finden wird, die sich nicht auf den Einsatz in High-End DSLR-Kameras beschränkt. Auch Mr. Kazuyuki Kazami, Operating Officer, Vice President und General Manager der Entwicklung bei Nikon, ist davon überzeugt, dass der neue Standard die Möglichkeiten digitaler DSLR-Kameras und anderer professioneller Imaginggeräte deutlich erweitern wird.

Digitalfotografie 12 / 2010

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