Objektive - Abkürzungen in den Typenbezeichnungen

Das Geheimnis der alphanumerischen Kürzel – Aufnahmeformat, Sensor oder Film

Objektive - Abkürzungen in den Typenbezeichnungen
Wechselobjektive für DSLR (digitale Spiegelreflexkameras) und DSLM (kompakte Systemkameras, Digital Single Lens Mirrorless, digitale Single Lens Systemkameras ohne Spiegel) tragen für viele Verbraucher geheimnisvoll wirkende Gravuren. Es sind Kürzel aus Buchstaben und Zahlen sowie Skalen und Markierungen, hinter denen sich Typenbezeichnungen, Leistungsmerkmale, Konstruktionseigenheiten oder Einstellparameter verbergen. Einige Kürzel sind bei allen Herstellern gleich, andere herstellerspezifisch.

Manchmal könnte man meinen, die Fotoindustrie habe, wie wir als Kinder immer gesagt haben, einen sogenannten „AKÜFI“, einen Abkürzungsfimmel. Nur Eingeweihte verstehen, was sich hinter den zahlreichen auf dem Objektiv-Tubus und der Fassung rund um die Frontlinse gravierten Kürzeln verbirgt. Allerdings muss man als Entschuldigung aller Hersteller sagen, dass die Flächen für Gravuren auf den Objektiven begrenzt sind und alle mehr oder minder ausführliche Beschreibungen und Erklärungen für die eigenen Abkürzungen auf den Hersteller-Websites veröffentlicht sind. Da diese aber nicht immer leicht zu finden sind und niemand sich gern durch die Websites sämtlicher Kamera- und Wechselobjektivhersteller quält, haben wir uns diesem Thema angenommen. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Serie geht es um Aufnahmeformat, Sensor oder Film. Der zweite Teil beschäftigt sich mit den „Optischen Eigenschaften“ und im dritten Teil wenden wir uns den „Speziellen Konstruktionsmerkmalen“ zu.

Aufnahmeformat, Sensor oder Film

Einige Hersteller, vor allem diejenigen mit längerer Tradition in der analogen Fotografie, machen den Käufer in der Typenbezeichnung auch darauf aufmerksam, dass es sich bei einem Objektiv um eine Neurechnung speziell für die digitale Fotografie handelt. Dann erhalten die Produkte Namenszusätze wie beispielsweise DC (Digital Camera, Leica), Di (Tamron) oder Digital (Olympus). Diese Kürzel können gleichzeitig einen Hinweis auf das Bildformat enthalten, für das sie gerechnet wurden.

So können Tamron-Objektive die Bezeichnungen Di, Di II oder Di III tragen. Während die für das Vollformat gerechneten Di-Objektive (mit entsprechendem Crop-faktor) auch an Kameras mit APS-C-Sensoren und kompatiblen Bajonettanschlüssen verwendet werden können, kennzeichnet das Kürzel Di III Objektive für kompakte Systemkameras. Bei Sigma steht die Abkürzung DC auf den für die Digitalfotografie gerechneten Objektiven für APS-C große Sensoren, während DG solche für das Kleinbildvollformat kennzeichnet. Bei Nikon wird der Formatunterschied mit FX (Vollformat) und DX (APS-C) angegeben. Objektive für die neue Nikon 1 Serie sind mit den Buchstaben CX zu erkennen. Auch das Canon-Objektivprogramm für das gerade 25 Jahre altgewordene EF-Bajonett (Electronic Focus) bietet eine Variante nur für Canon-EOS-Kameras mit APS-C großen Sensoren unter der Bezeichnung EF-S an. Diese Bezeichnungen wurden nötig, da Firmen wie Canon oder Nikon das gleiche Bajonett für Kameras mit Vollformatsensoren wie für die Kameras mit APS-C-Sensor verwenden. So ist es zwar möglich, für das Vollformat gerechnete Objektive an Kameras mit APS-C-Sensoren – wenn auch mit größeren Telewirkung (Crop-Faktor) – zu verwenden aber nicht umgekehrt. Die für digitale Pentax-Kameras gerechneten Objektive führen das Kürzel DA in der Typenbezeichnung, diese Objektive sind nicht mit den Pentax-Kameras mit K-Bajonett kompatibel. Das Pentax-Kürzel DFA lässt erkennen, dass dieses Objektiv für die Digitalfotografie gerechnet wurde, aber auch mit analogen Kameras mit K-Bajonett kompatibel ist.

Digitalfotografie 08 / 2012

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1 Kommentare

In diesem Artikel wird dem Halb-Profi durch Anhäufung von klugen Begriffen wie DSLR oder DSLM gezeigt, wie kompetent der Autor in Sachen Spiegelreflex- und Systemkameras ist. Die Firma SONY, die außer exzellenten TV-Geräten auch ebensolche Kameras herstellt, hat in der Alpha-Serie als eigene Entwicklung die SLT-Kameras auf den Markt gebracht, die noch einen Spiegel haben, der aber starr ist. Darum muss dort der optische Sucher durch einen elktronischen Sucher ersetzt werden. Das nur nebenbei. Der Autor wirft gerade so mit Begriffen um sich, wie z.B. "Vollformat", "Kleinbildvollformat", "APS-C große Sensoren", "Crop-Faktor", usw. Der ambitionierte Hobbyfotograf nennt keine riesige Sammlung von System-Kameras der verschiedensten Hersteller sein eigen. Darum müsste der Artikel eher das Grundlegende über die Aufnahmeformate ein wenig näher erklären. Der erste Teil soll sich u.a. auch mit dem Thema "Film" befassen, aber da schweigt des Sängers Höflichkeit. Was werden uns erst die anderen Teile mitteilen? Meine Bewertung des Artikels lautet 4 bis 5!

von Folker Pfennig
27. Dezember 2012, 02:38:31 Uhr

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