Objektive - Abkürzungen in den Typenbezeichnungen - Konstruktionsmerkmale

Objektive - Abkürzungen in den Typenbezeichnungen - Konstruktionsmerkmale
Viele Kürzel finden sich auf Objektiven – diese geben Aufschluss auch über die Konstruktionsmerkmale womit, wir uns im letzten dritten Teil „Objektive – Abkürzungen in den Typenbezeichnungen“ auseinandersetzen.

Ältere Objektive haben noch den Hinweis AF für Autofokus, wenn sie sich automatisch scharfstellen lassen. Inzwischen wird dieser Hinweis häufig durch ein Kürzel für den verwendeten AF-Motor ersetzt. Gängige Kürzel sind hier PZD (Piezo Drive, Tamron), USD (Ultrasonic Silent Drive, Tamron), SAM (Smooth Autofokus Motor, Sony), SDM (Supersonic Direct-drive Motor, Pentax), SSA (Super Silent Activator, Samsung), SWM (Silent Wave Motor, Nikon) oder USM (Canon). Bei Nikon weist die Abkürzung AF-S daraufhin, dass es sich um ein Objektiv mit integriertem AF-Motor handelt.

Aber auch auf die Technik der Scharfstellung wird in der Typenbezeichnung hingewiesen. Für die Innenfokussierung, wobei eine Linsengruppe im Inneren des Objektivs verschoben wird, ohne, dass sich die Auszugslänge verändert, verwenden alle Hersteller gemeinsam das Kürzel IF. RF macht auf eine spezielle Hinterlinsen-Fokussierung aufmerksam.

Auch für die in Objektiven integrierten Bildstabilisatoren verwenden die Hersteller unterschiedliche Abkürzungen. So verwendet Panasonic die Bezeichnung O.I.S. (Optical Image Stabilizer) für seine optische Bildstabilisation. Tamron nennt seine Technologie zur Vermeidung von Verwacklungen VC (Vibration Compensation) und Nikon VR (Vibration Reduction) während Canon es einfach mit IS (Image Stabilizer) kennzeichnet. Sony kürzt seine jüngste Version der Bildstabilisation mit SSS (Super Steady Shot) ab.

Es gibt auch Herstellerhinweise, die Objektive einer bestimmten Qualitätsklasse zuordnen. Das macht es für Kunden leichter erkennbar, ob es sich bei Objektiven gleicher Brennweite und eventuell auch Lichtstärke um ein preiswertes oder professionelles Produkt handelt. Bei Canon Objektiven sind es gleich zwei Hinweise, an denen Profiobjektive zu erkennen sind: das L in der Typenbezeichnung und eine roter Ring. Bei Panasonic kennzeichnet ein X in der Typenbezeichnung Objektive der Premiumklasse.

Die Kürzel können auch Hinweise auf die spezielle Eignung von Objektiven sein. So weist Tokina mit der Abkürzung WR (Water Repellent) auf die wasserabweisende Beschichtung seiner Objektive hin und Pentax kennzeichnet Objektive mit einer Schmutz und Feuchtigkeit abweisenden Frontlinsenbeschichtung mit der Buchstabenkombination SP (Super Protection). Objektive, die das Verschieben und Verschwenken zur Perspektiven-Steuerung zulassen, werden von den meisten Herstellern durch die Kürzel PC (Perspective Contol) oder TS (Tilt &Shift) kenntlich gemacht.

Die Verifizierung der Kürzel auf den Wechselobjektiven sind für Verbraucher wichtige Hinweise. Ihre Verklausulierung ist nicht böser Wille, sondern dem fehlenden Platz geschuldet, der es erforderlich macht, Abkürzungen zu verwenden. Wer sich aber beim Fachhändler oder auf den Herstellerseiten informiert, was sich dahinter verbirgt, kann vermeiden, dass sich das vermeintliche Schnäppchen am Ende als ein Auslaufmodell entpuppt. Oftmals sind mehrere Generationen eines Objektivtyps mit identischer Brennweite und Lichtstärke im Umlauf. Hier kann eine Erklärung der in der Typenbezeichnung angegebenen Kürzel den Kunden vor Fehlkäufen bewahren.

Digitalfotografie 08 / 2012

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