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Optische Filter für die digitale Fotografie

Filter sind seit der Erfindung der Fotografie bis heute ein vielseitig nutzbares Zubehör für Fotografen. Daran hat auch der Wandel von der analogen zur digitalen Fotografie nichts geändert. Im Gegenteil: Durch die digitale Bildbearbeitung sind zusätzliche Filtereffekte möglich geworden, die den Gestaltungsfreiraum von Fotografen nochmals erweitern. Andererseits sind bestimmte optische Filter auch durch fortschrittliche Digitaltechniken keineswegs obsolet geworden.

Fotografische Filter haben viele Aufgaben. Sie dienen zur Bildoptimierung ebenso wie zur Erzielung kreativer Effekte. So lassen sich mit farbigen Filtern Farbkorrekturen vornehmen, mit Polarisationsfiltern Spiegelungen und Reflexe eliminieren oder mit UV-Filtern der Dunst bei Landschaftsaufnahmen mindern. Beim Fotografieren in den Bergen und an der See vermeiden sie den typischen Blauschleier.

Zahlreiche Filterwirkungen können in der Digitalfotografie durch entsprechende Bildbearbeitungswerkzeuge nachträglich angewendet werden. Aber schon vor der Aufnahme lassen sich bestimmte Voreinstellungen - wie etwa beim Weißabgleich - die Farbwiedergabe optimieren. Trotz aller Finessen bei der Nachbearbeitung garantiert eine perfekte Aufnahme als Ausgangsmaterial die besten Voraussetzungen für eine hohe Bildqualität.

Auch, wenn die digitale Bildbearbeitung mit ihren zahlreichen Filtern dem Fotografen viele Optionen bietet, so sind einige optische Filter auch heute noch unverzichtbar. Einige Effekte lassen sich eben nur mit ihnen erzielen. Ähnlich, wie bei den Objektiven haben sich auch bei den optischen Filtern die Anforderungen an sie durch die digitale Fotografie geändert. Objektive sind hochwertige Präzisionsprodukte, die für höchste Abbildungsleistungen sorgen. Sie werden daher häufig auch als die Augen der Kamera bezeichnet. Ähnlich, wie der Mensch für seine Augen unter besonderen Bedingungen Schutz oder Unterstützung durch eine Brille braucht, sind in der Fotografie Objektivvorsätze, wie Filter zur Verbesserung der Abbildungsqualität in bestimmten Aufnahmesituationen, unverzichtbar.

Wenn in der Erinnerung der Himmel immer blauer, die Wiesen grüner und die Berge beeindruckender erscheinen als auf den Urlaubsfotos, liegt das nicht selten auch daran, dass auf den Einsatz des richtigen Filters verzichtet wurde. So können beispielsweise UV- oder Polarisationsfilter durchaus zur Steigerung der Bildqualität von digitalen Kameras beitragen, in dem sie die Farbbrillanz erhöhen und störende Reflexe im Motive beseitigen. Jedoch sollte man bei der Filterwahl darauf achten, hochwertige Produkte zu wählen, die durch aufwändige und hochpräzise Produktionsverfahren sowie den Einsatz hochwertiger optischer Gläser und Fassungsmaterialien, die Abbildungsqualität des verwendeten Objektivs nicht negativ beeinflussen.

Wichtige optische Filter

UV-Sperrfilter
Als sicheres Hilfsmittel, um bei Aufnahmen von Landschaften an der See oder in den Bergen den Dunstschleier zu durchdringen, der bei diffusem Licht die Fernsicht beeinträchtigt, dienen seit jeher die sogenannten UV-Sperrfilter. Dunst ist häufig die Ursache dafür, dass Fotos flau und verblaut erscheinen. Auch, wenn UV-Strahlen wegen ihrer kurzen Wellenlänge vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen werden, werden sie von der Kamera dennoch erfasst. In der Regel sind UV-Sperrfilter farbneutral. Sie sperren die qualitätsmindernden UV-Strahlen, sind aber für das sichtbare Spektrum durchlässig. So verhelfen sie zu kontrastreichen Fotos mit hoher Schärfe und brillanten Farben. Viele Fotografen lassen das UV-Sperrfilter zum Schutz der Frontlinse des Objektivs ständig aufgeschraubt.

Polarisationsfilter
Spiegelungen und Reflexe können durchaus auch als interessante gestalterische Effekte in der Fotografie genutzt werden. Häufig sind sie aber auch ein Störfaktor. Mithilfe von Polarisationsfiltern lässt sich die Wirkung von Reflexionen auf glänzenden Oberflächen gezielt steuern oder, wenn nötig, auch ganz ausschalten. Die Reflexion des blauen oder auch grauen Himmels hat zur Folge, dass Motive häufig wie von einem Grauschleier überlagert erscheinen. Durch die Verwendung eines Polarisationsfilters lassen sich solche Reflexionen ausschalten. Das Ergebnis sind Landschaftsaufnahmen mit leuchtenden, satten Farben ohne Grauschleier. Zudem lässt sich die Stärke der Filterwirkung durch Drehen des Filters präzise steuern. Aber Polarisationsfilter können noch mehr. So können sie beispielsweise auch für mehr Durchblick in der Fotografie sorgen. Trifft nämlich Licht im flachen Winkel auf eine Wasseroberfläche oder auf andere durchsichtige Stoffe, wie zum Beispiel Glas, wird es mehr oder weniger stark reflektiert. Häufig ist die Reflexion so stark, dass sie den Blick unter die Wasseroberfläche oder durch ein Fenster verhindert. Mit Polarisationsfiltern lassen sich solche Reflexionen ausschalten, so dass sichtbar wird, was hinter der Oberfläche steckt. So werden Wasseroberflächen durchsichtig und Schaufensterdekorationen sind durch das Ausschalten von Spiegelung klar erkennbar.
 

Digitalfotografie 11 / 2009

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