Schwarzweißfotografie – RAW-Format ist der Vorzug zu geben

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© Blende, Roland Schweizer, Unterwegs in der Wüste …

Das Fotografieren in Schwarzweiß, also der Welt die Farbe zu entziehen, ist absolut angesagt und so steigt die Zahl der Anhänger. Das verwundert auch nicht wirklich, denn Schwarzweißfotografien sind überaus reizvoll. Wie so oft im Leben eines Fotografen führen mehrere Wege zum Ziel. Bei aktuellen Kameramodellen hat man beispielsweise die Option, einfach in den Schwarzweißmodus zu wechseln. Eine andere Möglichkeit ist, in Farbe zu fotografieren und dann der Aufnahme nachträglich mittels Bildbearbeitung die Farbe zu entziehen.

Geht man der Schwarzweißfotografie nach, so sind grundsätzlich Kameras, die den RAW-Modus bieten, die erste Wahl. Nahezu alle aktuellen Kameras verfügen heute über die Option – einfach in die Bedienungsanleitung schauen. Aus Bequemlichkeit oder auch, weil man sich mit dem RAW-Modus nicht auseinandersetzen möchte, wird bevorzugt im JPEG-Modus fotografiert. Natürlich bietet dieser sehr viele Annehmlichkeiten, denn man muss sich nicht überlegen, welchen RAW-Konverter man auf seinen Rechner lädt und man benötigt deutlich weniger Speicherplatz. Aufnahmen im RAW-Format bedeuten schnell Bildgrößen von 30 MB, 50 MB oder weit darüber hinaus. Dem gegenüber stehen die Vorteile des RAW-Formats, in dem alle zum Aufnahmezeitpunkt verfügbaren Rohdaten gespeichert werden. Einstellungen vor/bei der Aufnahme wie zum Beispiel Weißabgleich, Schärfen, Tonwertkorrektur, fallen unter den Tisch. Der Vorteil von RAW ist zudem, dass die Daten in der Regel mit 12 oder 16 Bit Farbtiefe gespeichert werden – bei JPEG sind es nur 8 Bit. Dies bedeutet, dass einem im RAW-Modus ein deutlich höherer Farbumfang zur Verfügung steht. Zudem ist der Lichtumfang im RAW-Format besser – dies wird sichtbar in deutlich besseren „Farben“ sowie Differenzierungen natürlich auch in der Schwarzweißfotografie. Für das RAW-Format sprechen zudem die feineren Tonwertübergänge und weniger Bildrauschen bei der Umwandlung mit dem Kanalmixer.

RAW bedeutet unbearbeitete Informationen wie sie vom Bildsensor eingefangen wurden. Je nach Sensor variiert dementsprechend auch das Dateiformat für die Rohdaten, die auch als digitales Negativ bezeichnet werden. Es gibt mit z. B. crw, cr2, raw, erf, raf, dcr, dcs, dng, mrw, mdc, nef, nrw, orf, pef, srw, srf oder sr2 eine Vielzahl an Formaten.

Adobe Photoshop und Adobe Photoshop Elements gelten als die wichtigsten kommerziellen Programme zur Bearbeitung von RAW-Aufnahmen. Ergänzt werden die Bildbearbeitungsprogramme durch den kostenfreien Adobe Camera Raw and DNG Converter. Dieser erlaubt es, die Rohdatenformate vieler verschiedener Kameras bearbeiten zu können.

Digitalfotografie 03 / 2016

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