Speicherkarten - Welche soll es sein?

Speicherkarten - Welche soll es sein?
Steht man vor dem Kauf einer neuen Speicherkarte, wird man schnell feststellen, dass das Angebot hinsichtlich der Speicherkapazitäten, aber auch in Bezug auf die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten atemberaubend ist. Dementsprechend gehen die Anschaffungskosten weit auseinander, wobei sich die Speicherkapazitäten weniger im Preis niederschlagen als die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten.

Vor dem Kauf sollte man zunächst festlegen, über welche Speicherkapazitäten die Speicherkarte verfügen sollte. Je mehr Speicherkapazität gewünscht ist, desto höher fällt der Anschaffungspreis aus. Unsere Empfehlung lautet, lieber zwei oder drei Speicherkarten mit niedrigeren Kapazitäten anzuschaffen als eine einzige mit einer hohen Speicherkapazität. Grund hierfür ist, dass Speicherkarten verloren oder defekt gehen können. Setzt man beispielsweise im Urlaub alles nur auf eine Karte, so kann der Verlust oder ein Defekt bedeuten, dass alle Daten verloren sind.

Vor der Anschaffung ist es natürlich wichtig zu wissen, welchen Kartenstandard die Kamera unterstützt. Gerade ältere Kameramodelle können vielfach Speicherkarten im High-Performance-Bereich nicht lesen beziehungsweise ihre Stärken nicht nutzen. High-Speed-Kameras können hingegen ihre Stärken nur dann nutzen, wenn auch entsprechende Speicherkarten eingesetzt werden. Bedienungsanleitungen, aber auch der Fotofachhandel können beratend helfen, wenn man unsicher bei der Anschaffung ist.

Ist man im Besitz eines aktuellen Kameramodells, sollte man auf keinen Fall am falschen Ende beim Erwerb von Speicherkarten sparen. Je höher das Tempo der Speicherkarten ist, desto mehr spiegelt sich dies auch im Preis wider. Schnelle Speicherkarten stellen sicher, dass Fotografien und auch Videos mit hohem Tempo abgelegt werden und die Kamera unmittelbar nach der Aufnahme wieder einsatzbereit ist. Wird beispielsweise bevorzugt im RAW-Modus fotografiert und werden HD-Videos gefilmt, sollte man in jedem Fall auf schnelle Karten setzen. Speicherkarten mit dem neuen UHS-I-Schnittstellenstandard für SD-Karten lassen Übertragungsraten von bis zu 104 MB/s zu. Das „I“ steht übrigens für eine römische Eins, der Folgestandard UHS-II soll Übertragungsraten von bis zu 300 MB/s zulassen. Bei den Angaben handelt es sich um maximale Geschwindigkeiten, die in der Praxis abweichen können. Wie gigantisch die Geschwindigkeit des neuen Standards ist, macht ein Vergleich deutlich. Langsame Speicherkarten der Kategorie 4 übertragen maximal vier Megabyte pro Sekunde. Möchte man beispielsweise die Datenmenge von einer 16 GB-Karte auf seinen Rechner übertragen, so muss man dafür über eine Stunde veranschlagen.

Die Übertragungsgeschwindigkeit von Speicherkarten wird meist nicht direkt angegeben, sondern als Faktor auf Basis der Lesegeschwindigkeit von CDs. Diese Schreibweise hat sich, ausgehend von CD-Brennern, auch für andere beschreibbare Speichermedien verbreitet. Die Begriffe High Speed oder HyperSpeed usw. unterliegen übrigens keiner Normung. Es ist also aufgrund der Namensgebung nicht möglich, Rückschlüsse zur Geschwindigkeit zu ziehen. Die Angaben der Hersteller bezüglich der Datenübertragungsraten beziehen sich meist auf die Lesegeschwindigkeit. Diese fällt höher aus als die Schreibgeschwindigkeit, da letztere wesentlich komplexer ist.

Inwieweit man als Anwender von den neuen Speicherkarten mit UHS-I-Schnittstelle profitieren kann, hängt natürlich davon ab, ob die Kamera damit zurechtkommt. Erfolgt die Datenübertragung von der Speicherkarte über ein Lesegerät auf den Rechner, so muss dieses natürlich auch in der Lage sein, die Daten von solch einer Speicherkarte auslesen zu können.

Digitalfotografie 10 / 2013

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