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Tintentanks: Multi- oder Single-Ink

Hinsichtlich ihrer Bildqualität und Haltbarkeit können die Tintenstrahlphotos inzwischen mit Papierbildern aus dem Labor mithalten - wenn Drucker, Tinten und Papier perfekt harmonieren. Die Kosten pro Photo sind vergleichsweise hoch, dies hat seinen Grund: Tinten und Papiere sind High-Chem-Produkte, hinter denen ein hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwand steckt. Um dennoch den Verbrauchern den Photodruck zu Hause erschwinglich zu machen, haben die Hersteller unterschiedliche Konzepte entwickelt. Während die einen Photodrucker anbieten, die für jede Druckfarbe einen separaten Tank anbieten, der auch einzeln ausgetauscht werden kann, wenn die Tinte verbraucht ist, setzen andere auf Tintentanks, in denen in nur einer oder zwei Kartuschen alle erforderlichen Druckfarben in getrennten Kammern untergebracht sind. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Signifikante Unterschiede gibt es zwischen Druckern mit Multi- und Single-Ink-Systemen in der Effizienz der Tintennutzung. So gibt es Drucksysteme mit Multitanks, die gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der vorhandenen Tinte nutzen. Das lässt sich einfach erklären: Nicht für alle Farbdrucke wird von jeder Tinte die gleiche Menge benötigt. Überwiegt eine Farbe im Photo oder Dokument, wird dafür entsprechend mehr Tinte dieser Farbe benötigt und der Tank ist eher leer. Das ist jedoch bei Photos seltener der Fall als etwa bei farbigen Dokumenten, wie beispielsweise Power-Point-Charts oder Texten mit farbiger Schrift. Denn auch wenn beispielsweise das Himmelsblau in einer Serie von Photos dominant ist, werden dafür Cyan und Magenta benötigt. Blattgrün setzt sich aus Cyan und Gelb zusammen und Hauttöne sind eine Mischung von Gelb und Magenta. Auf jeden Fall aber müssen Multitanks ausgetauscht werden, wenn eine Farbtinte verbraucht ist, auch wenn von den übrigen Tinten noch genügend vorhanden ist. Während die mit einzelnen Farbpatronen bestückten Drucker bei der Ausgabe von Photos nach Erkenntnissen des TÜV Rheinland eine durchschnittliche Effizienz von 82 Prozent erreichen, wird von den Druckern mit Mehrfarben-Tintenpatronen nur eine Effizienz von 58 Prozent erreicht. Allerdings bedeutet dies nicht, dass das Drucken mit Multitank-Systemen teurer ist, als mit Single-Ink-Geräten. Darüber entscheidet letztlich der Tintenpreis für ein gesamtes Set.

Bisher kam der Kauf eines Satzes einzelner Tintentanks in der Regel teurer als der von Multitanks. Inzwischen bieten die Hersteller von Single-Ink-Systemen aber auch günstige Sets an, die einen kompletten Tintensatz und manchmal auch die dazu passende Anzahl von Photopapieren enthalten.

Umweltbewussten Anwendern, die ihre Tinten bis zum letzten Tropfen nutzen wollen, mag die Anschaffung eines Single-Ink-Druckers, der den Patronenwechsel für jede einzelne Drucktinte separat erlaubt, auf den ersten Blick als die richtige Wahl erscheinen. Tinten müssen nur dann nachgekauft werden, wenn eine Farbpatrone leer ist. Dafür sind die Multi-Color-Cartridges zum Teil preiswerter als ein Satz Einzeltinten. Zudem ist die Menge an Verpackungsmüll bei den Multi-Tinten-Kits geringer als bei einem Tintensatz von sechs oder mehr einzelnen Tintenpatronen.
 

Digitalfotografie 09 / 2007

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Sylke Wohlfahrt