Apps für Fotografen

Apps für Fotografen
Der fragende Blick zum Himmel, wann wird die Sonne im Meer versinken und wann genau kann man mit einem traumhaften Foto den Daheimgebliebenen zeigen, wie schön es auf der Reise in die Ferne war – viele Jahrzehnte für Fotografen ein Vabanquespiel. Heute bereitet das dem Fotografen kaum noch Kopfzerbrechen, denn auf seinem Smartphone kann er sich über eine entsprechende App an jedem Ort dieser Welt die genaue Zeit anzeigen lassen, zu der die Sonne auf- oder untergeht. Dies ist nur eine der unzähligen Möglichkeiten, die Apps für Mobilgeräte heute bieten.

Geradezu explosionsartig hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Apps vermehrt, die sich inzwischen bei mehr als einer Million bewegen dürfte. Bis 2017 gehen Analysten von weltweit knapp 270 Milliarden App-Downloads aus, in 2013 lagen diese bei über 100 Milliarden. Apps, die Kurzform für „Applikationen“, sind Anwendungssoftwares, die speziell für mobile Geräte entwickelt werden. Schon in den Anfängen der Handys erweiterte man die Telefonfunktionen mit fest installierten Anwendungen, wie Taschenrechnern oder einfachen Spielen.

Für Fotografen und Videofilmer gibt es inzwischen die unterschiedlichsten kleinen Helfer, die speziell auf ihre Wünsche zugeschnitten sind – egal, ob sie mit Androidhandys, dem iPhone oder iPad unterwegs sind. Die Zahl der speziell für die Fotografie gedachten Apps wird derzeit auf über 45.000 geschätzt. So facettenreich sich Foto und Imaging darstellen, so vielseitig sind die Foto-Apps, von Rahmen, Effekten, Collagen, Comics, Bildbearbeitung bis hin zum Datentransfer in die Cloud, mobiles Printing, zur Gestaltung selbstgestalteter Fotobüchern, -kalendern und beispielsweise -grußkarten sowie zur Kamerasteuerung.

Wie unsere Prophoto-Verbraucherumfrage für Deutschland in 8/2013 ergab, haben über 70 Prozent der 1.126 Befragten Foto-Apps auf ihren Smartphones installiert. Die beliebtesten Foto-Apps sind nach dieser Umfrage mit 53 Prozent jene zur Bildbearbeitung sowie mit 41 Prozent jene für den Bildtransfer. 28 Prozent nutzen schon jetzt Foto-Apps zur Kamerasteuerung.

Apps zur Kamerasteuerung, von denen es sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige gibt, sind so beliebt, weil sie die Funktionen des jeweiligen Modells hilfreich erweitern. So ermöglichen es diese Foto-Apps den Nutzern, Verschlusszeit, Lichtempfindlichkeit, Fokus und Weißabgleich manuell anzupassen. Bildbearbeitungs-Apps erlauben es den Nutzern außerdem, Fotografien zu begradigen, sie mit Rahmen zu versehen oder Filter anzuwenden. Aber man kann seine Bilder mit Apps nicht nur verbessern, sondern beispielsweise schon im Mobiltelefon Porträts in Comic-Bilder oder Karikaturen verwandeln oder sie mit Effekten versehen, die das Bild so verzerren, so als würde man es durch ein Prisma betrachten.

Eine große Hilfe sind die kleinen Helferlein auf Tour. So hat unter anderem Merian, neben seinen beliebten gedruckten Publikationen vier neue Reiseführer Apps für die beliebten Ziele Rom, London, Paris und New York vorgestellt. Damit haben Fotografen immer Infos darüber, wo sie die Sehenswürdigkeiten in den Metropolen finden, die sie in Bildern festhalten wollen. Merian möchte damit nicht nur an die bekannten Punkte wie den Eiffelturm führen, sondern auch besondere Orte wie das Tangotanzen auf dem Quai Saint-Bernard in den Fokus rücken. Motive, von denen sicher nicht jeder Fotograf weiß. Alle Karten und Bilder liegen in der App vor und lassen sich unterwegs auch ohne Internetverbindung nutzen.

Von Fotografen gern genutzt sind Foto-Apps, mit den sich mobile Geräte wie Kameras, Actioncams oder Multicopter/Drohnen fernsteuern lassen. Solche Foto-Apps nutzt zum Beispiel auch das amerikanische Militär, um es ungeübten Soldaten zu ermöglichen, komplizierte Flugmaschinen, wie Helikopterdrohnen, zu bedienen.

Sogar für den 3D-Druck gibt es inzwischen kleine Wunder-Apps. Mithilfe der Sensoren und der Kamera eines Smartphones kann man 3D-Scans erstellen, indem man das Handy um das Objekt herumschwenkt. Aus diesen Informationen formt die App ein virtuelles 3D Bild.

Keineswegs ist die Anwendung von den Apps auf die Bilder aus den Smartphone beschränkt. Schließlich kann man auch aus seinem Bildarchiv Aufnahmen, die mit einer Kompaktkamera, einer spiegellosen oder einer Spiegelreflexkamera entstanden sind, auf das Handy laden, dort bearbeiten und in soziale Netzwerke hochladen. Da wird so mancher Betrachter über die Qualität staunen, die nach seiner Vorstellung mit einer Handykamera entstanden sind.

Fotos aus dem Urlaub oder dem Alltag auf Plattformen wie Instagram, Flickr oder iCloud hochzuladen ist eine Möglichkeit. Schöner ist es, mit den Bildern gleich Geschichten zu erzählen, wie es auch schon Foto-Apps ermöglichen, indem sie Bilder und Videos aus einem Album zusammenfügen. Immer umfangreicher wird das Foto-App-Angebot in Bezug darauf, mit ihnen Fotobücher selbst gestalten zu können. Absolut trendy sind die sogenannten Postkarten-Apps.

Die Möglichkeiten mit Apps die Welt der Bilder und ihre Anwendungen zu erweitern, sind fast unbegrenzt und täglich kommen interessante, witzige, spannende und praktische neue Apps auf den Markt. Die Prophoto hat sich schon früh dem Thema der Foto-Apps angenommen und stellt regelmäßig neue Foto-Apps auf ihrer Internetseite vor.

Digitalfotografie 12 / 2014

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