Backup - Bilder schützen leicht gemacht in drei Schritten

Die Urlaubszeit ist leider auch die Hochzeit der Einbrüche. Dabei fällt Dieben häufig neben den offensichtlichen Wertgegenständen ein besonderer Schatz in die Hände: Der Rechner und damit die eigenen Bilder. Hat man keine Datensicherung – auch „Backup“ genannt – sind sie in der Regel unwiederbringlich verloren. Einbrüche sind nicht der einzige Grund für Datenverlust: Auch ein Feuer, ein Wasserschaden oder schlichtweg eigene Unachtsamkeit beim Löschen kommen häufig vor. Backup-Profis sagen daher: „Es ist keine Frage, ob man Daten verliert, sondern nur wann.“

Aber obwohl vielen klar ist, dass eine Sicherung wichtig ist, führen sie doch die wenigsten regelmäßig durch, wie eine kleine Umfrage in unserem Umfeld zeigte. Manchen erscheint sie schlicht zu kompliziert und meinen, sie sei nur etwas für Technikbegeisterte. Dem ist aber nicht so. Wir zeigen Ihnen nun einen einfachen und sicheren Weg mit nur drei Schritten.

1. Überblick verschaffen über Bildermenge

Es beginnt damit, dass Sie sich einen Überblick verschaffen, wie viel Datenvolumen Ihre Bilder überhaupt einnehmen. „Datenvolumen“ heißt konkret die Anzahl an Mega- bzw. Gigabytes, die alle Ihre Bilder auf der Festplatte beanspruchen. Dies bekommen Sie heraus, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Bilder-Ordner klicken und den Menüpunkt „Eigenschaften“ (bei Windows) bzw. „Informationen“ (beim Mac) auswählen.

Datenvolumen
Idealerweise liegen alle Ihre Aufnahmen in einem einzigen Oberordner. Wenn dies nicht der Fall ist, empfehlen wir als ersten Schritt das Zusammenkopieren aller Fotos in einen solchen „Bilder“-Ordner (natürlich nur als Oberordner, die Ordnung darunter darf und soll bestehen bleiben). Verschaffen Sie sich außerdem einen Überblick, in welchem Zeitraum Sie die entsprechende Bildermenge fotografiert haben. Mit diesen beiden Eckdaten können Sie projizieren, wie viel Speicherplatz Sie für Ihre Datensicherung benötigen. Wenn Sie etwa in den letzten 12 Monaten 1 TB (das sind 1.000 GB) an Bildern fotografiert haben, dann werden Sie den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich wieder so viel – oder eher sogar noch mehr – zusammenbekommen. Wählen Sie Ihr Speichermedium entsprechend. Wir würden tendenziell empfehlen, es so zu dimensionieren, dass Sie die nächsten zwei bis drei Jahre mindestens damit auskommen.

2. Den passenden Bilderspeicher auswählen

Wenn Sie einen Überblick über den nötigen Speicherplatz für Ihre Bilder bekommen haben, können Sie die passende Art des Datenspeichers dafür auswählen. Es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, die in ihrer Vielfalt verwirren können. Sie müssen sich aber nicht irritieren lassen. Wir schlagen die Auswahl abhängig von der Datenmenge vor, denn je mehr Bilder Sie haben, desto eher lohnen sich aufwendigere Varianten und werden bestimmte Methoden einfach zu mühsam und teuer. Dazu gehören zum Beispiel für die allermeisten Fotografen die traditionellen Speichermedien CD und DVD, die bei einfachem Beschreiben typischerweise maximal 4,7 GB sichern und damit nicht mal alle Bilder eines typischen Urlaubs auf einem Medium unterbringen können. Wir können diese Speichermedien heute nicht mehr empfehlen, denn damit ist man auch für die Zukunft nicht optimal gewappnet. Immer mehr neue Rechner sind nicht mehr mit diesen Laufwerken ausgestattet. Hinzu kommt, dass mit einem aktuellen Kameramodell der Datenumfang rapide steigt und sich dadurch die Zahl der benötigten CDs/DVDs rapide erhöht.

  • Bei Bildermengen unter 100 GB kommen ein USB-Stick oder eine bzw. mehrere SD-Speicherkarten in Frage. Allerdings haben beide Medien den Nachteil, relativ klein zu sein, und damit leicht verloren zu gehen. Auch sind sie im Verhältnis zur Speichermenge relativ teuer und im Vergleich zu Festplatten tendenziell langsamer. Eine eher mühsame und nur für geringe Bildermengen unter 25 GB sinnvolle Alternative ist die Speicherung auf Blue-Ray-Discs.

    Eine weitere Möglichkeit für relative kleine Fotosammlungen ist die Speicherung im Internet – auch „Cloud“ genannt. Hierfür ist die Voraussetzung jedoch, dass Sie über einen sehr schnellen Internet-Zugang verfügen – und zwar auch in puncto Hochladen („Upload“). Und selbst dann dauert das Überspielen von einer Fotosession mit mehreren Gigabyte leicht mehrere Stunden.
  • Bei Bildermengen bis zu 2TB bieten sich externe Festplatten an, die leicht per USB angeschlossen werden können. Sie sind schon ab etwa 100 Euro erhältlich und leicht transportier- und nutzbar. Kaufen Sie tendenziell beim Speicherplatz immer eine Nummer größer als Sie denken, dass Sie sie brauchen. Meist ist der Aufpreis marginal und man braucht den Platz früher oder später sowieso. Das zweite wichtige Kaufkriterium ist die Geschwindigkeit. Vergleichen Sie anhand der Informationen auf der Packung oder konsultieren Sie Tests (keine Angst vor Computerwebsites oder Zeitschriften!). Ein entscheidendes Detail für die Geschwindigkeit ist der Anschluss in der Variante USB 2.0 oder USB 3.0. Letzterer ist deutlich schneller, aber vom Geschwindigkeitsvorteil profitieren Sie nur, wenn Ihr Computer auch schon über einen entsprechenden Anschluss („USB-Port“ genannt) verfügt. Wir raten im Zweifelsfall dennoch zu USB 3.0, denn eine entsprechende Platte funktioniert auch an einem USB 2.0-Anschluß und ist bei neueren Rechnern mit USB 3.0 – z.B. bei Freunden oder nach einem Neukauf des Computers – deutlich flotter.
  • Bei Bildermengen jenseits der 2 TB und bei mehreren Fotografen im Haushalt bieten sich Netzwerk-Speicher an, die unter dem Namen NAS (Network Attached Storage) verkauft werden. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Art Minicomputer, der mehre Platten beherbergen kann. Ein Vorteil ist, dass diese austauschbar sind und untereinander Sicherungskopien erstellen können (sogenannte „RAID“-Funktion). Außerdem werden sie direkt ans hausinterne Netzwerk angeschlossen und können so von mehreren Personen bequem benutzt werden. Spätestens, wenn Sie mit zwei, drei oder noch mehr externen Festplatten jonglieren, um ihre Bilder unterzubringen, sollten Sie dringend über ein NAS nachdenken. Die Preise beginnen bei etwa 100 Euro – allerdings noch ohne Festplatte. Letztere können Sie in der Regel getrennt und in variablen Größen dazu kaufen. Ein NAS ist nicht ganz einfach einzurichten, aber bietet sehr viele Vorteile. Mehr Infos zum Thema finden Sie in unserem Artikel „Netzwerkspeicher für Fotos im Team“.
    Netzwerk-Speicher


    Eine besondere Variante von NAS ist eines speziell für die Bildersammlung, wie es derzeit etwa schon von Pixx.io angeboten wird und von Canon und Fujifilm angekündigt ist. Diese Netzwerkspeicher bringen eine bequeme Bildverwaltung mit. Manche, wie etwa die Connect Station von Canon, ermöglichen außerdem das drahtlose Auslesen der Aufnahmen direkt von der Kamera – ganz ohne Rechner.
    Connect Station von Canon Foto: Canon
    Foto: Canon

Ist der Bilderspeicher ausgewählt und gekauft, müssen Sie sich nur noch überlegen, wie Sie ihre Aufnahmen dorthin sichern. Dies geht übrigens am einfachsten, wenn Sie den Rat beherzigt haben, alle Fotos in einem „Bilder“-Oberordner abzulegen.

3. Sicherungskopien automatisieren

Am besten lassen Sie die Sicherungskopien vom Bilder-Ordner automatisiert zu festgelegten Zeiten erstellen, denn sonst vergessen Sie es zu leicht, wenn Sie immer selbst daran denken müssen. Dazu müssen Sie keine teure, komplizierte Software kaufen, sondern können schon mit kostenlosen, leicht verständlichen Programmen einsteigen. Wir würden letzteres sogar explizit empfehlen, denn je komplizierter ein Backup-Programm ist, desto leichter machen Sie Fehler bei der Einrichtung. Wir raten daher vor allem allen Einsteigern und technisch nicht so Versierten zum Einsatz eines simplen Kopierprogramms, statt zu einem komplexen Backup-Programm. Der Unterschied liegt im Wesentlichen darin, dass ein Backup-Programm die Dateien auch komprimiert (also verkleinert) und unter Umständen auch verschlüsselt. Das ist einerseits praktisch und bequem, hat aber auch den Nachteil, dass Sie am Zielort kaum überprüfen können, ob das Backup auch richtig erstellt wurde. Dafür müssen Sie es mühsam wieder herstellen. Wir haben nicht selten aus dem Bekanntenkreis schon gehört, dass dies nicht erledigt wurde und sich das automatisch erstellte Backup im Notfall als unnütz herausstellte, weil es nicht korrekt durchgelaufen war.

Dies vermeiden Sie, indem Sie die Daten einfach über ein Kopierprogramm an den Zielort übertragen und stichprobenartig kontrollieren. Dazu gibt es kleine Helferlein wie etwa FreeFilSync (für Windows) oder SyncTwoFolders (für den Mac). Sie bieten in der Regel die Möglichkeit, zwei Ordner zu überwachen und miteinander abzugleichen. Sie können entscheiden, ob immer nur in eine Richtung kopiert wird, also konkret von Ihrer Festplatte auch das Sicherungsmedium, oder auf beide. Ersteres ist sinnvoller, damit sich ein versehentliches Löschen nicht zurück überträgt. Gute Programme erlauben, feste Zeitpläne für den Kopiervorgang festzulegen. Da die Dateien eins zu eins auf Ihr Sicherungsmedium kopiert werden, können Sie dort ganz einfach kontrollieren, ob alles richtig funktioniert hat. Tun Sie das vor allem zu Beginn Ihres neuen Sicherungsprozesses regelmäßig. Suchen Sie dazu einfach zwei bis drei Bilder aus mehreren Ordnern heraus und öffnen sie diese direkt vom Sicherungsmedium.

Und nun: Beruhigt in Urlaub fahren

Jetzt können Sie beruhigt in Urlaub fahren. Aber halt, ein wichtiger Tipp noch: Wenn Ihr Sicherungsmedium sich am gleichen Ort befindet wie Ihre Hauptdaten, dann ist es auch den gleichen Gefahren ausgesetzt. Wir raten daher dringend dazu, es zwischen den Sicherungen an einem physisch getrennten Platz unterzubringen. Dies könnte zum Beispiel das Büro oder die Wohnung eines Familienmitgliedes sein.

Und ganz zum Schluss sei noch der Hinweis gegeben, dass einer der schönsten und sichersten Orte zur Aufbewahrung Ihrer Fotos die Sammlung in einem Fotobuch ist. Dies hat den großen Vorteil auch gleich schon eine Auswahl zu enthalten. Und bei ihm ist sicher gestellt, dass es auch in 100 Jahren auch noch ohne spezielles technisches Gerät betrachtet werden kann.

Digitalfotografie 09 / 2015

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