Bildarchivierung

Winterfütterung am Main Bildgalerie betrachten

Blende ,"Winterfütterung am Main"
Reinhold Fischenich

Wer über eine Digitalkamera verfügt, wird binnen weniger Tage und Wochen hunderte oder gar tausende an Aufnahmen "geschossen" haben. Die Bilddaten können auf der Festplatte am Computer hinterlegt und/oder auf einer CD gespeichert werden. Werden die digitalen Bilddaten auf dem PC gespeichert, sollte ein Bildarchiv angelegt werden, um den Überblick nicht zu verlieren. Im Handel gibt es zahlreiche Bildarchivierungsprogramme und meist verfügt die mit der Kamera erworbene Bildbearbeitungssoftware ebenfalls über ein Archivierungssystem.

Unabhängig davon, mit welchem Archivierungsprogramm gearbeitet wird, ist es ratsam, die digitalen Aufnahmen schnellstens vom Speichermedium der Kamera auf die Festplatte und/oder CD zu übertragen. Erfolgt die Speicherung auf der Festplatte, sollten die Bilddaten separat von den übrigen Daten gesichert werden, damit sie nicht versehentlich gelöscht oder bearbeitet werden. Unser Tip: Bearbeiten Sie nie die originalen Bilddaten, sondern immer nur eine Kopie, die unter einem neuen Namen und eventuell in einem anderen Datenformat gespeichert wird.

Digitale Bilddaten nehmen enorm viel Speicherplatz in Anspruch, denn die einzelnen Dateien sind bis zu mehreren MByte groß. Wer viel photographiert und all seine digitalen Bilder auf der Festplatte hinterlegen möchte, wird schnell an deren Grenzen stoßen. Es bietet sich von daher an, die originalen Kameradateien auf externen Speichermedien wie CD's zu sichern. Weiterer Vorteil: Bei einem Festplattendefekt, wo möglicherweise alle Daten verloren gehen können, besteht die Möglichkeit auf die CD zurückgreifen zu können. Auch wenn man über genügend Festplattenkapazität verfügt, empfehlen wir in jedem Fall die doppelte Datensicherung.

Die originalen Bilddaten sollten immer in dem Format gesichert werden, wie sie von der Kamera gespeichert wurden. Meist wird dies JPEG oder TIFF sein. Die Kopie beziehungsweise die bearbeiteten digitalen Bilddaten müssen eventuell in einem anderen Bildformat gespeichert werden, weil dies sinnvoller ist. Dazu später mehr.

Das TIFF-Format speichert die Dateien verlustfrei und in höchster Qualität. Aufgrund der hohen Farbtiefe können die Farben originalgetreu wiedergegeben werden. Ein weiterer Vorteil von TIFF ist, daß die Dateien von jedem Programm gelesen werden können. Nachteil: Die TIFF-Dateien sind sehr groß und es wird viel Speicherplatz benötigt.

BMP ist das Standardbildformat von Windows und ist dem TIFF-Format sehr ähnlich. Es speichert verlustfrei in hoher Qualität und produziert sehr große Dateien. Die Sonderfunktionen von TIFF, wie zum Beispiel EXIF-Dateien oder Alphakanäle, beherrscht es nicht. Ebenso ist die Farbtiefe begrenzt. Da sich BMP und TIFF von der Dateigröße her nicht unterscheiden, können die Bilddaten auch gleich im TIFF-Format abgelegt werden, das mehr Flexibilität gewährleistet.

Das JPEG-Format ist das Standardformat der meisten Digitalkameras und es kann von jedem Programm geöffnet werden, was für den Datenaustausch optimal ist. Der Vorteil und zugleich der Nachteil dieses Formates ist die automatische verlustbehaftete Komprimierung bei jeder Speicherung. Vorteil deshalb, weil große Bilddateien auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden. Nachteil: Je stärker das Bild komprimiert wird, desto weniger Informationen enthält die Datei und die Bildqualität sinkt. Es empfiehlt sich also auf keinen Fall, daß JPEG-Format bei der digitalen Bildbearbeitung zu wählen, denn mit jeder Änderungsspeicherung sinkt die Bildqualität.

Es gibt noch zahlreiche andere Formate wie GIF, PCX, WMF …, die aber entweder veraltet sind oder sich für die Speicherung für Photos nicht eignen. Das GIF-Format speichert beispielsweise nur 256 Farben, wodurch die Aufnahmen wie Comics wirken. WMF hingegen ist ein Vektorformat für Cliparts, wie sie in Microsoft Word verwendet werden.

Bildbearbeitungsprogramme, wie sie beispielsweise den digitalen Kameras beim Kauf beiliegen, speichern die Aufnahmen in ganz eigenen Formaten. Am bekanntesten ist wohl PSD bei Photoshop. Wird das Format des Bildbearbeitungsprogramms gewählt, ist dies sicherlich eine gute Wahl, solange die Aufnahmen bearbeitet werden, denn in der Regel arbeiten diese Formate verlustfrei und in höchster Qualität. Für die Bildarchivierung eignen sich diese Formate nicht immer. Zum einen muß der Betrachter immer das entsprechende Programm installiert haben, zum anderen sind die Daten mit ihren vielen Zusatzinfos meist riesig. Die Empfehlung kann nur lauten: Zur Archivierung sollten die Bilddaten in ein anderes Format exportiert werden, das von jedem Programm gelesen werden kann und verlustfrei ist.


Den Überblick behalten

Das A und O um den Überblick über seine digitalen Bilddaten zu behalten, ist eine logische Speicherung. Muß erst lange nach einem Bild gesucht werden, wächst der Unmut und der Zorn über die eigene Schlampigkeit. Die Bilddaten sollten so in Verzeichnissen organisiert sein, daß sie bei Bedarf problemlos und ohne viel Aufwand auf CD's übertragen werden können. Eine allgemeingültige Faustregel für die sinnvolle Archivierung von digitalen Bildern gibt es nicht, denn jeder hat für sich seine eigene Ordnung.

- Archivierung nach Aufnahmedatum
Die Speicherung der Bilddaten nach Datum erscheint einem zunächst als sinnvoll. Wie verhält es sich aber, wenn einige Monate oder Jahre später ein bestimmtes Bild gesucht wird und man sich nicht mehr genau an das Aufnahmedatum erinnern kann? Es beginnt eine unendliche Suche. Sollte man sich dennoch für diese Art der Bildarchivierung entscheiden, so muß das Datum der Kamera mit dem tatsächlichen Datum übereinstimmen.

- Archivierung nach Anlässen
Die Sicherung der Bilddaten nach Anlässen wie Geburtstag, Hochzeit, Familienfeiern, Schulanfang, Gartenfest, Weihnachten, Ostern … hat den Vorteil, daß man die zugehörigen Aufnahmen immer beisammen hat. Möglicher Nachteil ist, daß sich dadurch die zeitliche Reihenfolge kaum noch nachvollziehen läßt.

- Archivierung nach Themen
Diese Form der Datensicherung empfiehlt sich besonders dann, wenn man eine Photogalerie aufbauen möchte. Mögliche Verzeichnisse richten sich nach den bevorzugten Photographieranlässen. Dies können beispielsweise Leuchttürme, Landschaftsaufnahmen, Gebäude, Tiere, Technik oder Menschen sein. Nimmt man das Themenbeispiel Landschaftsaufnahmen, so ist es sicherlich ratsam, "Jahreszeitliche Unterverzeichnisse", sprich Frühling, Sommer, Herbst und Winter, anzulegen.

Um seine Bilddaten schnell wieder zu finden, kommt man oftmals um eine "doppelte" oder gar "dreifache Buchführung" nicht umhin. Denken wir beispielsweise an einen Fuchs in einer traumhaften Schneelandschaft. Hier bietet es sich an, die Aufnahme sowohl in der Kategorie Landschaftsaufnahmen als auch im Verzeichnis Tiere zu speichern. Wir können noch einen Schritt weiter gehen und innerhalb des Verzeichnisses Tiere weitere Unterverzeichnisse wie Vögel, Säugetiere, Insekten … anlegen. Wie eingangs bereits erwähnt, sollte von jedem Verzeichnis eine Sicherungskopie angelegt werden. Derzeit gehen die Meinungen auseinander, ob das Bekleben und Beschreiben der CD's die Haltbarkeit dieser herabsetzt. Mitunter kann es vorkommen, daß sich das CD-Label im CD-Laufwerk löst und dadurch sowohl das Laufwerk als auch die CD beschädigt werden können.
 

Digitalfotografie 08 / 2003

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