Bildarchivierung

Wie sicher sind Speichermedien?

Bildarchivierung - Wie sicher sind Speichermedien
Wir leben in der Welt der Bilder. Es gibt heute quasi niemanden mehr, der nicht den Auslöser seines Aufnahmegerätes, betätigt. Dementsprechend wachsen die Bilderberge eines jeden einzelnen. Nicht alle unsere Fotos sind archivierungswürdig. Da mal der Schnappschuss vom Essen, hier mal eine fotografische Notiz vom Ort, wo man sein Auto geparkt hat. Solche Aufnahmen haben eine kurze Halbwertszeit und werden sicherlich nicht archiviert. Ganz anders sieht es hingegen mit Aufnahmen aus dem Urlaub, vom Zusammentreffen mit Freunden und der Familie, den eigenen Kindern, den Landschaftsimpressionen etc. aus. Diese Aufnahmen sollen, geht es nach unseren Wünschen, wenigsten unser Leben lang halten und uns begleiten. Ohne unser aktives Zutun steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, früher oder später einem Datenverlust zum Opfer zu fallen. Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, so nutzen oftmals alle Anstrengungen im Nachhinein nichts.

Papierausdrucke das sicherste Speichermedium

Die Optionen, heute seine Bilder – und natürlich auch Videos – zu archivieren sind vielseitig. Als sicherstes Speichermedium gilt nach wie vor der Ausdruck der Bilddaten auf Papier. Das optimale Produkt für uns ist das Fotobuch – so vermeidet man die lose Bild-Blattsammlung und hat seine Aufnahmen auch chronologisch. Groß genug sollten diese übrigens sein, denn wenn digitaler Bildverlust zu beklagen ist, dann wird man die Aufnahmen möglicherweise noch einmal einscannen wollen, um beispielsweise eine Vergrößerung davon machen zu können.

Digitale Speichermedien – Begrenzte Lebensdauer

Auch wenn die Versprechen der Hersteller durch ihre Untersuchungen glaubhaft gestützt werden, so unterliegen alle digitalen Speichermedien einer begrenzen Lebensdauer. Die Angaben stützen sich auf optimale Bedingungen (Licht, Temperatur) und natürlich pfleglichen Umgang. Einfluss auf die Lebensdauer hat auch die Nutzung. Je intensiver diese ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese entsprechend verkürzt. Dies ist beispielsweise bei externen Festplatten der Fall.

Welche digitalen Speichermedien kommen in Frage

DVDs und Blu-rays wird unter optimalen Bedingungen eine lange Lebensdauer nachgesagt. Ihr Speichervermögen ist begrenzt und deshalb eignen sie sich nur für geringe Bildermengen. Je nach Ausführungen können auf USB-Sticks größere Datenmengen gesichert werden. Doch Achtung: Sie sind klein und können so schneller verloren gehen. Zudem neigen sie dazu, von jetzt auf gleich auszufallen, was auf die mindere Qualität der verwendeten Flash-Speicher zurückzuführen ist. USB-Sticks können deshalb aus unserer Sicht nur eine kurzfristige Zwischenlösung darstellen.

Flash-Speichern, wie sie in USB-Sticks aber auch in SSD-Speichermedien verbaut werden, haben den großen Nachteil, dass auf ihnen gesicherte Daten ohne Ankündigung für immer verschwinden können und sich nicht wieder herstellen lassen. Das sieht bei externen Festplatten, die für den Hausgebrauch als sinnvolles Speichermedium gelten, anders aus. Ihre Zuverlässigkeit hängt von ihrer Qualität ab, aber auch davon, wie intensiv sie genutzt werden. Intensive Nutzung reduziert ihre Lebensdauer.

Cloud, die Sicherung von Daten in der Wolke, gilt als sehr sicheres Speichermedium. Experten vertreten hierzu allerdings die Meinung, dass die Cloud niemals als alleiniges Speichermedium genutzt werden sollte. Welche Gebühren anfallen hängt vom Anbieter und vom Datenvolumen ab. Wichtig ist, sich die Nutzungsbedingungen genauestens durchzulesen. Seinen Cloud-Anbieter sollte man natürlich immer im Fokus haben, denn auch hier hat es schon welche gegeben, die mit vorhergehender Ankündigung ihren Dienst eingestellt haben. Bewusst sollte man sich zudem darüber sein, dass auch trotz hoher Sicherheitsstandards Cloud-Anbieter Hackerangriffen ausgesetzt sein können.

Nicht nur einem Speichermedium vertrauen

Neben der Ausgabe auf Papier garantiert höchstmögliche Datensicherheit die Speicherung der Bild- und Videodaten auf unterschiedlichen digitalen Speichermedien. Es sollten ohne die Cloud wenigstens zwei sein. Diese sollten auch an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden. In regelmäßigen Abständen sollten die Daten auf neuere und aktuellere Speichermedien kopiert werden, denn irgendwann werden diese von neuen Entwicklungen überholt und es gibt für sie beispielsweise keine Lesegeräte mehr. Auch die Datenformate sind auf den aktuellen Stand zu halten – was heute Standard ist kann morgen veraltet sein und ein Auslesen der Daten unmöglich machen.

Digitalfotografie 08 / 2016

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1 Kommentare

Sehr interessant und wirkungsvoll. Werde meine Speicherung entsprechend überdenken. Bisher bevorzuge ich die Speicherung auf externen Festplatten. Dies hat sich bisher als das sicherste herausgestellt.

von Fritz Siegmann
17. August 2016, 13:01:10 Uhr

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