Der einfache Weg zur eigenen Foto-Homepage

Der einfache Weg zur eigenen Foto-Homepage
Wer Bilder macht, möchte die in der Regel auch der Welt präsentieren. Und zwar nicht nur auf Facebook oder Flickr, sondern vielleicht auch auf einer eigenen Homepage. Die Zeiten, dass nur eine Homepage einrichten kann, wer auch Programmiersprachen beherrscht, sind längst vorbei. Inzwischen gibt es einfache Mittel, so dass auch Laien eine ansehnliche Foto-Homepage erstellen können.

Was braucht es dann für eine eigene Homepage? Zuerst natürlich den Platz auf einem Webserver und eine eigene Internetadresse. Beides gibt es für wenig Geld, Provider für Hosting gibt es jede Menge. Grundsätzlich gibt es nach wie vor Unternehmen, die kostenlosen Speicherplatz zur Verfügung stellen. Dabei muss aber bedacht werden, dass dieser Platz meist mit Werbung auf der Website finanziert wird. Und was dort dann angezeigt wird, kann der Fotograf nicht oder nur schlecht kontrollieren. Da kann es dann schon passieren, dass neben einem Hochzeitsbild die Werbung einer unseriösen Partnervermittlung auftaucht: Für das Paar auf dem Bild nicht gerade schmeichelhaft, für den Fotografen aber auch nicht. Der eigene Webspace ist in jedem Fall vorzuziehen. Das hat dann auch den großen Vorteil, dass dabei auch die eigene E-Mail-Adresse dazukommt, also beispielsweise info@ihre-domain.de. Das macht in jedem Fall einen professionellen Eindruck.

Bei der Auswahl des Providers sollten sich vor allem technisch nicht Versierte Gedanken machen, was sie brauchen. Manche Anbieter haben gleich Baukästen für Internetseiten mit im Programm, andere bieten gar keine zusätzliche Software, dafür günstigere Preise. Wer nun gar nicht weiß, wie man eine E-Mail-Adresse oder einen FTP-Zugang einrichtet (beides ist nicht schwer), der sollte dann vielleicht im Hilfebereich seines Anbieters nachschauen, ob ihm da geholfen wird. Das wäre ein klares Kriterium für diesen Anbieter – oder gegen einen anderen.

Wer nicht auf vorgefertigte Konzepte und Vorlagen zurückgreifen möchte, kann selbst Hand anlegen für seine Internetseite. Eine einfache und vor allem günstige Möglichkeit ist, die Website zum Beispiel mit Wordpress aufzusetzen. Wordpress? Eine Software für Blogs? Naja, fast. Wordpress ist eine Software unter GNU-Lizenz (General Public Licence), darf also von jedem kostenlos verwendet werden. Und im Ursprungsstatus ist sie tatsächlich für Blogs gemacht. Aber damit gelingen wirklich Aufsehen erregende Foto-Websites. Und zwar nach wie vor, ohne wirkliche Kenntnisse in Programmiersprachen zu haben.

Allerdings stellt Wordpress eine Zusatz-Anforderung an den Speicherplatz auf dem Server. Denn dort muss zu einer Datenbank, genauer: eine MySQL-Datenbank, installiert und eingerichtet sein. Wobei das Einrichten das kleinere Problem ist, meistens muss der Nutzer nur einmal am Anfang den Namen der Datenbank angeben und Benutzername sowie Kennwort festlegen. Außerdem muss der Server mit der Programmiersprache PHP umgehen können. In den meisten Angeboten der etablierten Anbieter sind diese beiden Punkte bereits enthalten, manchmal allerdings nicht im günstigsten Tarif. Dennoch: Mehr als 5 Euro im Monat muss eigentlich niemand ausgeben, um das volle Paket zu bekommen.

Was aus einer Blog-Seite aber eine ansehnliche Foto-Website macht ist das passende Theme, also die Oberfläche. Dabei ist es wie beim Webspace: Es gibt eine Unmenge von Anbietern. Manche Themes sind kostenlos, andere kosten eine Lizenzgebühr. Wer sich umschaut, sollte einige Dinge beachten. Dazu gehört vor allem die Präsentation der Bilder. Werden Fotos auch so gezeigt, wie sie am besten wirken? In jüngster Zeit geht der Trend eindeutig zu Bildschirm füllender Präsentation, wer das möchte, sollte also darauf achten, dass das Galerie-Modul diese Möglichkeit unterstützt.

Bei vielen Themes werden die Fotos nach der reinen Lehre auf dem Server abgelegt, das heißt, auch andere Oberflächen können später auf die Galerien zugreifen. Man kann sogar von einem Theme zum nächsten springen, das Verwaltungsmenü von Wordpress stellt alle installierten Oberflächen zur Auswahl, für das Wechseln braucht es nur zwei Klicks. Andere Galerien legen die Bilder gesondert ab, dann ist ein späterer Wechsel nicht mehr so ohne weiteres möglich. Im schlimmsten Fall müssen die Bilder neu importiert werden. Texte, statische Seiten und Blogeinträge bleiben dagegen in aller Regel erhalten. Was in jedem Fall hilft, sind englische Sprachkenntnisse, denn viele Themes haben oft nur englische Beschriftungen.

Was kein Problem macht, ist die individuelle Anpassung. Denn die meisten Wordpress-Themes ermöglichen es, Farben nach persönlichem Geschmack zu verändern. Außerdem ist es leicht, in Wordpress Elemente wie Suchfelder oder Kommentarfunktion ein- oder auszuschalten oder an eine bestimmte Stelle zu packen.

Wer übrigens beim Surfen auf eine Website stößt und nicht weiß, ob diese mit Wordpress gestaltet wurde, kann sich entweder den Quellcode anschauen. Das setzt jedoch voraus, dass man den auch lesen kann. Die andere Möglichkeit ist, die Seite www.adres.se/wp-admin aufzurufen. Ist diese Seite vorhanden und erscheint eine Eingabemaske für Benutzername und Passwort, läuft auf dieser Webpräsenz aller Wahrscheinlichkeit nach Wordpress.

Wordpress: http://de.wordpress.org
Kostenlose Themes zum Thema Fotografie: http://wordpress.org/themes/search.php?q=photo

Digitalfotografie 05 / 2014

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4 Kommentare

Hallo! Ich bin damit einverstanden, dass eine Homepage leicht erstellt werden kann. ich habe z.B. meine Seite mit tollen Vorlagen http://www.templatemonster.com/de/ problemlos erstellt. Mit SEO kenne ich mich überhaupt nicht aus. Aber ich hoffe, dass ich das auch selbst schaffen kann.

von Linchen
31. Dezember 2015, 15:57:44 Uhr

Vielen Dank für den Artikel!

von Karin
30. Dezember 2015, 12:48:22 Uhr

Sehe ich nicht so, Christian Es geht meiner Meinung nach nicht um die Technik, sondern um die Inhalte und die entsprechende Verlinkung. In unserem CMS Zeta Producer haben wir z.B. auch "SEO-Funktionen" drin, die nutzen halt nur was, wenn der Webmaster sonst auch sehr viel On-Page-SEO und Off-Page-SEO (also Backlinks, Linkerati, usw.) macht. Grüße aus Stuttgart (meine Mama kommt aus Bad Häring bei Kufstein :-)

von Uwe
28. Mai 2014, 14:44:45 Uhr

Naja, klar, eine eigen Homepage kann und ist schnell eingerichtet, schon klar. Wer allerdings damit erfolgreich sein möchte oder muss, der muss auch bereit sein dafür etwas Geld auszugeben. Denn Erfolg ohne Marketing und SEO wird es kaum geben, ohne dem nötigen Zaster schon recht nicht. Homepage ist nicht gleich Homepage. Wer sich im Netz und somit der Welt professionell präsentieren muss, der kommt an einem Profi- Webauftritt nicht vorbei! Grüße aus Kufstein

von Schindlauer Christian
28. Mai 2014, 10:57:01 Uhr

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