Bildleiste

Die digitalen Videoformate der Fotokameras

Die meisten Digitalkameras und Fotohandys können jetzt auch filmen. Viele davon sogar im hochauflösenden Full-HD-Modus. Allerdings ist es schwer, bei der Vielfalt unterschiedlicher Aufzeichnungsformate, den Überblick zu bewahren und herauszufinden, welches Format sich für welche Anwendung empfiehlt.

Seit Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts können Digitalkameras auch digitale Bewegtbilder aufnehmen. Waren es zunächst nur die digitalen Kompaktkameras und Fotohandys, die mit einer zusätzlichen Videofunktion aufwarten konnten, so können nun auch immer mehr SLR-Kameras filmen. Allerdings nicht immer mit dem gleichen Komfort und in der gleichen Qualität. Neben Sensor, Prozessor, Wechselobjektiv und Audiofunktionalität spielt auch das zur Verfügung stehende Videoaufzeichnungsformat eine wichtige Rolle. Aber auch Qualitätsparameter wie Auflösung, Bildrate oder Kompressionsstärke machen dabei den entscheidenden Unterschied. Ob Foto oder Laufbild, in der Regel werden, abgesehen von der RAW-Datenaufzeichnung, alle Bilddateien mehr oder weniger verlustbehaftet komprimiert, um Speicherplatz zu sparen. Das ist bei Videodateien, die sehr viel größer sind, noch komplexer und wichtiger als bei Fotos.

Digitale Videoformate

Mit der zunehmenden Verbreitung der HD-Flachbildfernseher wuchs auch der Anspruch der Verbraucher an die Videobildqualität ihrer Camcorder und Fotokameras. Schließlich wollten sie die hohe Abbildungs-Leistung ihrer Full-HD-Fernseher auch bei der Vorführung der privaten Foto- und Videoaufnahmen genießen. Videofunktionen für die HD- und Full-HD-Filmaufzeichnung wurden mehr und mehr nachgefragt und sind inzwischen fast schon Standard. Doch machen die Kürzel HD (High Definition) und Full HD nur eine begrenzte Aussage über die zu erwartende Bildqualität. Diese betrifft einzig und allein die Auflösung. Während HD-fähige Kameras Videos mit einer Auflösung von 1.280 × 720 Bildpunkten liefern, erfüllen Full-HD-Aufzeichnungsgeräte die vollen HDTV-Anforderungen mit einer Auflösung von 1.980 × 1.080 im Seitenverhältnis von 16:9. Auf letztere Auflösung macht manchmal auch das Kürzel 1080p aufmerksam. Ein ruckelfreies Videoerlebnis hängt aber auch von der Anzahl der Einzelbilder ab, die pro Sekunde erfasst und wiedergegeben werden können. Standard sind hier 24 bis 30 Bilder pro Sekunde.

Damit die Bilddateien, seien es nun Fotos oder Videos von Geräten oder den dort installierten Programmen erkannt, gelesen, geöffnet, bearbeitet und wieder gespeichert werden können, müssen sie bestimmten Regeln, sprich Standards beziehungsweise Formaten entsprechen. Diese Formate sind für Videos sehr viel komplexer, da sie nicht nur eine riesige Menge Bilder, sondern zudem auch Audio- und die sogenannten Metadaten, also die Informationen zu den Bildern, enthalten müssen.

Containerformate

Dateiformate, in denen unterschiedliche Dateiarten zusammengefasst werden, wie es zum Teil bei Videoformaten der Fall ist, werden als Containerformate bezeichnet. Meist enthalten diese „Behälter“ die Regeln, nach denen die unterschiedlichen Dateien in ihnen abgelegt und gelesen werden können. Diese Daten wurden nach verschiedenen Codecs codiert. Als Codec werden die Verfahren bezeichnet, nach denen Daten codiert werden. Die Video-Containerformate enthalten also Video- und Audio-Codecs. Zu den in Fotokameras am häufigsten eingesetzten Video-Containerformaten zählt AVI. Das Kürzel steht für Audio Video Interleave. Das Video-Containerformat wurde von Microsoft entwickelt und kann Video und Audio miteinander „verwoben“ abspielen. Der AVI-Container kann unterschiedlich codierte Video- oder Audiodateien enthalten.

Vorbild für AVI war das von Apple entwickelte Quicktime Programm, das ebenfalls in vielen Fotokameras eingesetzt wird. Quicktime Movie (MOV) unterstützt ebenfalls zahlreiche Video- sowie Audio-Codecs und -Formate, wie beispielsweise das H.264 Videoformat und Linear PCM Audio-Dateien.

Zu den jüngeren Videoformaten zählt der AVCHD (Advanced Video Codec High Definition) Standard. Er wurde entwickelt, um hochauflösende digitale Videofilme nicht mehr nur auf Band speichern zu können. Seit Anfang des Jahres gibt es zusätzlich das AVCHD Lite Format, das Videoauflösungen bis zu maximal 720 Zeilen unterstützt, während AVCHD auch Full HD mit 1.080 Linien verarbeiten kann. Als Codecs für die Komprimierung unterstützen AVCHD und AVCHD Lite Linear PCM beziehungsweise Dolby Digital für Audiodaten und MPEG-4 beziehungsweise AVC/H.264.

Da die Herstellerangaben zu Videoformaten oft nur die Container betreffen, ist es manchmal schwierig herauszufinden, welche Codecs ein Videoformat für Bild und Ton verwendet. Wesentlich für eine Qualitätseinschätzung für Nichtprofis bleiben daher die Angaben für die Auflösung und die Bildfrequenz.

Digitalfotografie 09 / 2010

Bewerten 61

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren






* Diese Felder müssen ausgefüllt werden

Christopher Illenberger, 16 Jahre, Baumstudie

Blende ,"Baumstudie"
Christopher Illenberger, 16 Jahre