Digitale Bildpräsentation

Mein lieber Schwan Bildgalerie betrachten

Blende ,"Mein lieber Schwan"
Reiner Massau

Die digitale Photographie liefert Bilder am laufenden Band und der Wunsch, sie präsentieren zu wollen, ist groß. Mit den technischen Möglichkeiten, Bilder auf digitalem Wege zu produzieren, ist auch die Auswahl an Präsentationsmöglichkeiten gestiegen.

Auch im digitalen Zeitalter wählen heute noch viele die "klassische Präsentation". Darunter wird eine Photomappe mit hochwertigen Abzügen verstanden. Der Vorteil: Der Betrachter kann das Bild in die Hand nehmen. Der Nachteil: Die Bilder können nur von wenigen Betrachtern gleichzeitig angeschaut und kommentiert werden.

In einem großen Kreis, ob es sich um den Freundes- oder Geschäftskreis handelt, sollte man die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Technik - eventuell in Kombination mit der klassischen Präsentation - für sich nutzen. Nicht nur das einzelne Bild kann bei der digitalen Präsentation überzeugen, sondern multimediale Effekte führen zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit der Betrachter. Die Gestaltung und Zusammenstellung der Präsentation ist mit spezieller Software und dementsprechend unterschiedlichen Features möglich, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden.

Präsentationen finden häufig nicht nur im engsten Familienkreis oder der eigenen Arbeitsumgebung statt, sondern in Geschäfts- und Vortragsräumen oder im Büro des Kunden beziehungsweise bei Freunden. Gerade externe Vorführungen verlangen, sollen sie überzeugen, nach einer Abstimmung auf die räumlichen Gegebenheiten vor Ort. Ein reibungsloser Ablauf der Präsentation setzt nicht nur einen Rechner mit dem entsprechenden Betriebssystem voraus, sondern auch eine Leinwand und einen Beamer/Datenprojektor. Im Vorteil sind diejenigen, die über ein Notebook und einen eigenen Beamer verfügen, denn das Risiko einer nicht kompatiblen technischen Ausstattung liegt dann nicht vor. Wer sicher gehen möchte, sollte zudem von der Präsentation eine Sicherungskopie mitnehmen. Profis verfügen zusätzlich noch über eine Präsentationsmappe und Overheadfolien, um an rabenschwarzen Tagen darauf zurückgreifen zu können.

Die professionellste und zugleich qualitativ beste Art seine Präsentation einem größeren Teilnehmerkreis vor Augen zu führen, ist die Datenprojektion mit Hilfe von Beamern. Die Daten werden vom Rechner über einen Beamer auf eine Leinwand projiziert. Das Angebot an Beamern ist groß. Dies verwundert nicht, sind die Einsatzgebiete doch vielfältig. Entscheidend für die Qualität der Präsentation über einen Beamer ist dessen Auflösung und Lichtstärke - die in Ansi Lumen gemessen wird - sowie dessen Kontrastverhältnis. Wer außerhalb der eigenen vier Wände präsentieren möchte oder muß, der sollte zudem auf die Portabilität des Beamers achten. Je schwerer das Gerät ist, umso mühsamer werden längere Wegstrecken.

Wer mit dem Kauf eines Beamers liebäugelt, findet auf den Websites der Hersteller Fakten zur Technik und den Leistungsmerkmalen. Oftmals ist es aber kein leichtes, diese Angaben richtig zu interpretieren, wenn die Hintergründe fehlen. Zunächst sollte man wissen, daß die Anzahl der darstellbaren Bildpunkte in hohem Maße die Schärfe des projizierten Bildes bestimmt. Die Auflösung, die bei der Bildprojektion möglichst 1.280 x 1.024 betragen sollte, wird mit Werten für Breite und Höhe in Pixeln, aber häufig auch als Buchstabenkombination angegeben.


  • VGA, 640 x 480 Pixel,
    veralteter Standard

  • SVGA, 800 x 600 Pixel,
    für Office-Anwendungen und TV/DVD-Video

  • XGA, 1.024 x 768 Pixel,
    für anspruchsvollere Daten- und
    Videopräsentationen

  • SXGA, 1.280 x 1.050 Pixel,
    CAD und High-End-Video

  • SXGA plus, 1.400 x 1.050 Pixel,
    CAD und High-End-Video

  • UXGA, 1.600 x 1.200 Pixel,
    CAD und High-End-Video

  • QXGA, 2.048 x 1.536 Pixel,
    HDTV und High-End-Video


Der Begriff Ansi-Lumen dokumentiert die Helligkeit aber auch das Meßverfahren zur Ermittlung des Lichtstromes, das vom amerikanischen Standardisierungsinstitut ANSI festgelegt wurde. Gerade in großen Räumen sind lichtstarke Beamer für eine brillante Projektion angesagt. In kleineren Räumen hingegen ist es nicht ratsam, die Teilnehmer können sich gegebenenfalls geblendet fühlen. Das Kontrastverhältnis - der Unterschied zwischen hellstem und dunkelstem Punkt - ist ebenfalls entscheidend für die Qualität der Präsentation. Ein zu geringes Kontrastverhältnis führt dazu, daß der Beamer kein Schwarz darstellen kann. Es scheint dann so, als läge ein Grauschleier über der Präsentation, dunkle Bereiche weisen keine Zeichnung mehr auf.

Nach dem kleinen technischen Ausflug zurück zur Präsentation. Für den Fall, daß die Präsentation nicht selbst vorgeführt wird, sollte die Daten-CD über einen Autostart verfügen. Die Hersteller bieten in ihren Präsentationsprogrammen unterschiedliche Lösungen an. Einige Programme, wie zum Beispiel Powerpoint, liefern eine eigene Abspielsoftware, die der Autor der CD kostenlos weitergeben darf. Um die Präsentation betrachten zu können, müssen die sogenannten Player zunächst auf dem Rechner installiert werden, über den die Präsentation laufen soll.

Wer eine Bildpräsentation plant, sollte die dafür vorgesehenen Bilder mittels Bildbearbeitungssoftware optimieren. Zu beachten ist, daß die Bildbearbeitung nur an der Datenkopie erfolgen darf. Eine qualitativ überzeugende Projektion liegt dann vor, wenn die Bildauflösung der Beamerauflösung entspricht, da dann keine Skalierung mehr notwendig ist. In vielen Fällen ist es jedoch so, daß die Präsentation mit unterschiedlichen Beamern vorgeführt werden soll. Hier ist es ratsam, die Präsentation zu erstellen und im nachhinein mit speziellen Programmen auf die zum Einsatz kommenden Beamer abzustimmen. Der Vorteil: kein Qualitätsverlust.

Abschließend: Eine gute Präsentation von Bildern besteht nicht darin, mit multimedialen Effekten auf sich aufmerksam zu machen oder mit abertausenden Bildern. Wichtig ist zunächst, den Zweck und den roten Faden der Präsentation festzulegen. Ein Spannungsbogen, wie wir ihn aus guten Krimis oder Spielfilmen kennen, garantiert, daß alle aufmerksam folgen. Generell gilt, daß zu viel Technik von den Bildern ablenkt und der einfache Weg mit ein oder zwei Überblendeffekten und reduziertem Text ohne Animation das Hauptinteresse auf die Bilder richtet. Ein klares Layout, ein ruhiger Hintergrund sowie das nicht ständige Wechseln zwischen Hoch- und Querformat garantieren zudem eine gelungene Präsentation.
 

Digitalfotografie 02 / 2004

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