Digitalisierung von Dias und Negativen

Wenn die gemütlichen Diaabende seltener und die Anfragen nach einer Aufnahme per E-Mail häufiger werden und man bei der Gemeinschaftsaktion „Der größte Photoglobus der Welt“ mit von der Partie sein möchte, ist die Digitalisierung der alten Schätze gefragt. Diese hat den positiven Nebeneffekt einer zusätzlichen Sicherung der Erinnerungen. Die Lösungen zur Digitalisierung von Film sind vielfältig, allerdings steigen die Preise deutlich mit der Qualität und der Bequemlichkeit. Dias und Negative sind schwieriger zu digitalisieren als Papierbilder, da sie erst mit Durchlicht richtig wirken. Auch spielt bei ihnen die Auflösung eine größere Rolle, da die kleine Vorlage in der späteren Verwendung nahezu immer vergrößert gezeigt wird. Soll ein Dia etwa formatfüllend auf einer DIN A4-Seite dargestellt werden, werden schon rund 2.500 dpi beim Scan benötigt. Dadurch spielt auch die Entfernung von Staub und Kratzern eine noch größere Rolle als bei Papierbildern. Was auf dem Dia noch ein kleiner Krümel ist, wirkt in 20-facher Vergrößerung schnell wie ein riesiger weißer Fleck.

Einsteiger-Lösung: Abfotografieren mit Spezialaufsatz

Fotoadapter
Quelle: Kaiser (Produktfotos Website)
Die bei Papierbildern beliebte Einsteigerlösung des Abfotografierens ist auch der preisgünstigste Einstieg in den Dia-/Negativscan, da eine Kamera und Tageslicht in der Regel vorhanden und entsprechende Aufsätze für unter 100 Euro erhältlich sind. Allerdings kostet diese Lösung enorm viel Zeit, da jedes Dia einzeln manuell eingelegt und abfotografiert werden muss. Dabei sollten sich die Lichtverhältnisse idealerweise nicht ändern, um die Nachbearbeitung zu vereinfachen. Die Qualität hängt von der verwendeten Kamera und der Sorgfältigkeit des Arbeitens ab, kann aber in der Regel nicht mit der hochwertiger Scans mithalten.

Mittelpreisige Lösungen

CanoScan-8800F
Quelle: Canon (Presseofotos)
Eine weitere populäre Lösung ist die Nutzung von Flachbettscannern mit Durchlichteinheit. Diese liegen bei höherwertigen Modellen im Preisbereich von etwa 200 bis 600 Euro. Man sollte aktuelle Tests für gerade empfehlenswerte Modelle konsultieren, da sich die Qualität – vor allem auch in der Bedienung – deutlich unterscheidet. In der Regel können vier gerahmte Dias oder zwei Filmstreifen (á 6 Aufnahmen) auf einmal gescannt werden. Für einen Durchgang sind jedoch einige Minuten einzukalkulieren. Bei größeren Beständen muss also sehr viel Zeit für das Wechseln der Dias und das Warten beim Scanvorgang aufgewendet werden. Selbst bei nur 100 Dias kommen leicht mehrere Stunden zusammen. Das ist bei preisgünstigen dedizierten Dia-/Negativscannern im Bereich unter 500 Euro sogar noch extremer, da dort meist weniger Dias auf einmal eingelegt werden können.

Highend Lösung: Spezielle Diascanner

Diascanner Reflecta
Quelle: Reflecta (Produktfotos Website)
Wem das zu langwierig ist, der findet Lösungen in speziellen Diascannern, die das Einlesen ganzer Magazine erlauben. Das dauert zwar ebenfalls mehrere Stunden, kann aber im Hintergrund oder über Nacht selbständig laufen – wenn man die Geräuschentwicklung toleriert. Dazu kommen als weiteres Plus spezielle Routinen zum Herausrechnen von Staub und Kratzern, die durch einen Infrarotstrahl hardwareseitig unterstützt werden. Das populärste Verfahren nennt sich ICE (die Abkürzung steht für „Image Correction and Enhancement“). Die Bequemlichkeit und Qualität solcher Geräte hat aber ihren Preis: Gut 1.000 Euro muss man für sie anlegen. Dafür bekommt man in der Regel aber auch eine hochwertige Profi-Software wie VueScan oder SilverFast mitgeliefert, die bei Farbkorrekturen und der Entfernung von Staub und Kratzern zusätzlich hilft.

Wem der Kauf zu kostspielig ist, der kann Dienstleister finden, die solche hochwertigen Scanner verleihen. Bei der Kalkulation der Leihdauer sollte man die Scanzeiten bedenken und mit der eigenen Diaanzahl hochrechnen. Alternativ gibt es einen regen Gebrauchtmarkt, so dass man hoffen kann, für die Digitalisierung ein kaum gebrauchtes Gerät aufzukaufen oder umgekehrt sein Modell nach dem Abschluss der eigenen Bestände wieder zu verkaufen.

Alternativ: Digitalisieren zu Dienstleister auslagern

Wem das eigene Digitalisieren zu aufwändig ist, der findet auch Dienstleister, die einem die Arbeit abnehmen. Diese lohnen sich vor allem bei einer kleinen Anzahl von zu digitalisierenden Dias, da sich dafür die Anschaffung eines Scanners und die Einarbeitung kaum rentieren. Dienstleister sind aber auch bei hohen Diazahlen beziehungsweise sehr vielen Negativen eine attraktive Alternative, da sie sehr viel Zeit und Anschaffungskosten für die Geräte sparen. Erst bei extrem vielen Bildern kommt das eigene Scannen mit einem teilautomatisierten Modell wieder günstiger.

Digitalfotografie 03 / 2014

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