Digitalisierung von Papierbildern

In den heimischen vier Wänden befinden sich unzählige Bilderschätze in Form von Papierbildern aus der analogen Zeit, die von hohem Erinnerungswert sind. Früher oder später möchte jeder von uns diese Aufnahmen auch in digitaler Form vorliegen haben, sei es, um beim „Größten Photoglobus der Welt“ mit von der Partie zu sein oder aber um beispielsweise diese Aufnahmen in ein individuell erstelltes Fotobuch übernehmen zu können. Wie so oft im Leben stehen einem mehrere Wege offen, Papierbilder in die digitale Welt zu überführen. Für welchen man sich entscheidet, hängt von der Anzahl der Papierbilder ab, die digitalisiert werden sollen. Für fünf Bilder lohnt sich die Anschaffung eines Scanners nicht wirklich. Entweder man fotografiert diese Aufnahmen ab oder man fragt im Freundeskreis, ob jemand einen Scanner hat. Eine weitere Option ist der Fotohändler, der dies für einen übernimmt. Hat man mehrere hundert Papierbilder zu digitalisieren, so rechnet sich immer mehr die Anschaffung eines Scanners. Man kann sich natürlich auch überlegen, Dienstleister zu beauftragen, die diese Arbeit für einen erledigen, denn man sollte sich darüber bewusst sein, dass die Digitalisierung schon sehr zeitintensiv ist.

Papierbider abfotografieren

Reproständer, Quelle: Kaiser
Reproständer, Quelle: Kaiser
Am einfachsten zu digitalisieren sind Papierbilder – vor allem in kleinen Größen. Die schnellste und unkomplizierteste Lösung ist, sie abzufotografieren. Das geht recht einfach und es wird keine Spezialausrüstung benötigt. Mit einer Kamera und einem neutralen Hintergrund kann es losgehen. Allerdings ist auf eine gleichmäßige Ausleuchtung zu achten. Am unkompliziertesten ist dazu Tageslicht an einem bedeckten, aber hellen Tag. Dies ist ganz weich und wirkt wie aus einer riesigen Softbox.

Alternativ können auch Dauerleuchten genutzt werden. Profis setzen zwei oder besser noch vier eher große Lichtquellen in einem Winkel von 45 Grad oder kleiner von beiden Seiten des Motivs ein, so dass es zu einer weichen, schattenfreien Ausleuchtung kommt. Um die Schattenfreiheit zu überprüfen, ist ein Trick, ein zum Dach gefaltetes Papierstück in die Mitte zu stellen. An ihm sieht man sehr leicht, ob das Licht ungleichmäßig auf die Vorlage fällt. Handelt es sich nicht um Leuchten mit Tageslichttemperatur, sollte der Weißabgleich manuell eingestellt werden, damit die Farben korrekt wiedergegeben werden. Das Motiv sollte mittig unter der Kamera positioniert werden. Die Mitte ermittelt man bei rechteckigen Vorlagen einfach mit Fäden: Sie werden über Kreuz von den Ecken aus gelegt. Am Treffpunkt befindet sich die Mitte. Außerdem muss man darauf achten, die Kamera möglichst parallel zum Motiv zu positionieren, da sonst die Abbildung verzerrt wird. Am einfachsten geht dies mit einem Stativ, das das Umdrehen der Mittelsäule erlaubt. Um die richtige Ausrichtung der Kamera zu ermitteln, hilft eine Wasserwaage. Praktisch ist eine Mini-Version zum Aufstecken auf den Blitzschuh, die für wenig Geld im Fotozubehörhandel erhältlich ist. Wer größere Bestände digitalisieren möchte, kann sich auch ein spezielles Reprostativ leisten, das die richtige Ausrichtung der Kamera noch leichter macht.

Bei Papierabzügen in der Regel kein Problem ist die Planlage. Wer ganz sicher gehen will, dass sie gewährleistet ist, beschwert sein Foto mit einer Glasplatte. Allerdings kann diese für Spiegelungen und Farbverfälschungen sorgen. Eine sichere Lösung ist Spezialglas, wie etwa Mirogard von Schott, das auch in Museumsrahmen verwendet wird. Allerdings ist es eher kostspielig.

Scannen von Papierabzügen

Scanauflösung
Scanauflösung
Das Scannen von Papierabzügen ist nicht schwierig und gelingt bereits mit einem einfachen Scanner beziehungsweise Multifunktionsgerät. Beim Scannen ist zu beachten, dass die Auflösung ausreichend hoch eingestellt wird. In der Regel haben die Geräte einen Maximalwert, den sie erreichen können (oft 600 DPI oder höher). Für eine langfristige Nutzung ist es oft sinnvoll, einen höheren Wert als die etwa für den Fotobuchdruck benötigten 300 dpi zu verwenden. Sobald man eine Aufnahme zum Beispiel in einem Fotobuch nämlich größer zeigen möchte als sie im Abzug vorliegt, benötigt man eine höhere Scanauflösung. Soll ein Foto, das auf einem Papierabzug in 9 × 13cm vorliegt, etwa formatfüllend in einem DIN A4-Buch gezeigt werden, muss es schon mit knapp 650 dpi eingescannt werden. Scannt man mit der jeweils höchsten Auflösung des Gerätes, hat man die maximale Reserve und kann in der Regel sogar Ausschnittvergrößerungen machen. Allerdings steigt auch die Dateigröße und die Scanzeit. Auch kann es zu einer Rasterbildung kommen. Dies sollte man sicherheitshalber in der 100-Prozentansicht prüfen.

Um sich unnötige Retusche zu sparen, sollte die Glasplatte des Scanners vor dem Einlesen des Bildes geputzt werden und der Abzug mit Baumwollhandschuhen platziert werden. Dann kommen keine Fingerabdrücke oder Fussel auf den Scan. Wer das Bild bündig zum Rand ausrichtet, spart sich die Arbeit, den Scan nachher neu auszurichten. Jetzt braucht man nur noch Geduld!

Digitalfotografie 03 / 2014

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