Digitalkameras - Zehn-Punkte-Check

Telekommunikation Bildgalerie betrachten

Blende ,"Telekommunikation"
Heinrich Gieseler

1. Wie viele Pixel für welches Bildformat?
Werden die digitalen Aufnahmen nur für Präsentationen auf dem Computerbildschirm oder für das Internet benötigt, so ist eine Digitalkamera mit 1 bis 2 Megapixel Auflösung ausreichend. Oftmals ist es jedoch so, daß die Aufnahmen auch zu Papier gebracht werden sollen, und da empfiehlt sich in jedem Fall eine Kamera mit höherer Auflösung. Je größer die Papierabzüge sein sollen, umso mehr Pixel werden für eine gute Bildqualität benötigt:

Bildformat 9 x 13 cm Kameraklasse mindestens 1,2 MP
Bildformat 10 x 15 cm Kameraklasse mindestens 2 MP
Bildformat 13 x 18 cm Kameraklasse mindestens 3 MP
Bildformat 20 x 25 cm Kameraklasse mindestens 5 MP

2. Der Zoombereich
Mit dem Zoom werden die kreativen Möglichkeiten erweitert, indem man dank der Tele-Einstellung weiter entfernte Motive näher heranholt oder mit der Weitwinkeleinstellung in engeren Räumen einen größeren Bereich auf das Bild bekommt. Ein 3-fach-Zoom mit einer Brennweite von 35 bis 105 mm bietet also einen Brennweitenbereich vom leichten Weitwinkel bis zum mittleren Tele - etwa für Innenaufnahmen oder formatfüllende Portraitphotos aus der Distanz. Bei Digitalkameras gibt es darüber hinaus die digitale Zoomfunktion. Sie hat den Nachteil, daß sie die Bildqualität verringert, weil einfach nur ein engerer Bildausschnitt aus dem Gesamtbildfeld gewählt wird. Je höher die Auflösung (Pixel) einer Kamera, umso weniger auffällig ist der Qualitätsverlust.

3. Der Blitz
Die Leistungsfähigkeit eines Blitzgeräts wird durch die Leitzahl angegeben. Sie bezieht sich normalerweise auf eine Sensor-(Film-)Empfindlichkeit von ISO 100 bei einer Objektivbrennweite von 50 mm. Je höher die Leitzahl, umso mehr Licht liefert der Blitz und umso größer ist die Reichweite des Blitzlichts. Die Leitzahl der in der Kamera integrierten Blitzgeräte liegt meist zwischen 6 und 12.

4. Belichtungssteuerung / Messung
Alle digitalen Kameras bieten eine automatische Belichtungssteuerung. Der Unterschied liegt zwischen den angewandten Meßmethoden und den Automatik-Modi. Üblich sind Mehrfeldmessung, mittenbetonte Integralmessung und Selektiv- oder Spotmessung als Basis für die Belichtungsautomatik. Bei der Mehrfeldmessung analysiert die Kameraautomatik über das gesamte Bildfeld verteilte Meßpunkte und vergleicht die Helligkeitsverteilung im Bild mit den in der Kamera gespeicherten Mustern, um einen optimalen Belichtungswert zu ermitteln. Bei der mittenbetonten Integralmessung wird ein großes Meßfeld erfaßt, allerdings sind die in der Bildmitte erfaßten Werte stärker gewichtet. Die Spot- oder Selektivmessung berücksichtigt nur einen begrenzten Bereich in der Bildmitte. Sie kann durch eine Meßwertspeicherung aber auch auf Bilddetails außerhalb der Bildmitte herangezogen werden. Dazu mißt der Photograph das Motivdetail an, speichert den Wert und wählt dann den Bildausschnitt. Zur automatischen Belichtungssteuerung werden Programm-, Zeit-, Blenden- und Motivautomatiken eingesetzt. Unterschiede gibt es hauptsächlich bei der Zahl der Motivautomatiken. Wer selbst mit Blende und Verschlußzeit Einfluß auf die Bildgestaltung nehmen möchte, sollte darauf achten, daß sich die Kamera auch manuell steuern läßt.

5. Display / Sucher
Das LCD-Display dient häufig sowohl als Sucher als auch als Kontrollbildschirm. Ein zusätzlicher optischer Sucher ist bei schlechten Lichtverhältnis-sen (etwa beim Photographieren bei grellem Sonnenlicht) dem kleinen Bildschirm überlegen und hilft auch Strom zu sparen.

6. Speicher
Preiswerte Digitalkameras haben oft nur einen kleinen internen Speicher, der relativ schnell voll ist. Im Lieferumfang der meisten Digitalkameras ist normalerweise eine Speicherkarte enthalten. Gerade bei preisgünstigen Modellen sind es meist Karten mit geringer Kapazität. Speicherkarten unterscheiden sich nach Typ, Kapazität und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Alle drei Kriterien wirken sich auf den Preis aus. Während für Kameras mit niedriger Pixelzahl (bis 3 oder 4 Megapixel) die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten der verwendeten Speicherkarte nicht so ins Gewicht fallen, haben sie bei Kameras mit hoher Auflösung einen großen Einfluß auf die Bildfolgezeiten.

7. Bildfolgezeiten und Auslöseverzögerung
Eine der bisher oft bei Digitalkameras als Nachteil angesehenen Eigenschaften sind begrenzte Serienbildfunktionen und die oftmals lange Auslöseverzögerung. Sie sind häufig der Grund dafür, daß mancher Schnappschuß versäumt wird, weil die Kamera zu langsam reagiert. Für das Erreichen der Aufnahmebereitschaft nach dem Einschalten benötigen manche Kameras mehrere Sekunden. Die Auslöseverzögerung - also die Zeitspanne, die zwischen Drücken des Auslösers und tatsächlicher Bildaufzeichnung verstreicht - variiert je nach Modell zwischen 0,15 bis 1 Sekunde. Die Bildfolgezeiten heutiger Digitalkameras, also die Zeitspanne, die eine Kamera nach einer Aufnahme benötigt, bevor sie ein Folgebild aufzeichnen kann, liegt bei 0,4 bis 4,2 Bilder pro Sekunde.

8. Formate
Digitalkameras speichern die Bilddaten in verschiedenen Formaten. Das gebräuchlichste ist JPEG. Es ist ein Datenkompressionsverfahren, das die Bilder platzsparend und verlustbehaftet sichert. Das TIFF-Format speichert Dateien unkomprimiert ohne Informationsverlust und ist vor allem dann wichtig, wenn Photos in einem Bildbearbeitungsprogramm weiter verarbeitet werden sollen. Für besonders ambitionierte Photographen empfiehlt sich eine Kamera, die das RAW-Format bietet, da die Daten verlustfrei und unbearbeitet, so wie vom Sensor erfaßt, aufgezeichnet werden. Dieses Format bietet die größte Palette nachträglicher Korrekturmöglichkeiten.

9. Kompatibilität
Wer ohne Computer seine Bilder von der Digitalkamera direkt ausdrucken möchte, sollte auf PictBridge Kompatibilität achten. Verfügt auch der Drucker über PictBridge - den herstellerunabhängigen Standard für den Direktdruck - brauchen Kamera und Drucker nur über Kabel oder kabellos miteinander verbunden werden, um die Aufnahmen auszudrucken.

10. Stromversorgung
Digitalkameras sind Stromfresser. Manche können mit Batterien, manche mit Akku und andere mit beiden betrieben werden. Wer viel photographiert, ist auf Dauer mit Akkus besser dran, auch wenn sie in der Anschaffung teurer sind.
 

Digitalfotografie 01 / 2005

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