Die eigene Homepage

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"Die eigene Homepage"
Prophoto

Für einen großen Teil der Menschen gehört das Internet längst zu ihrem Leben. E-Mails senden und empfangen, Einkaufen und Verkaufen, Fahrpläne suchen und Flüge buchen, Abzüge oder Photogeschenke der neuesten Aufnahmen bestellen - die Möglichkeiten des Internets sind fast grenzenlos. Ob Firmen, Universitäten, Museen oder Behörden - so gut wie alle präsentieren sich heute im Internet mit einer eigenen Homepage und immer mehr haben vor, dieses Projekt in naher Zukunft anzupacken.

So geht es auch Familie Müller: Die Mutter möchte als Hobbymalerin dort ihre neuesten Werke vorstellen. Damit kann sie so manche Galerie oder öffentliche Institution unkompliziert mit ihrer Arbeit und ihrer Person vertraut machen - vielleicht schafft sie es dann auch einmal zu einer Ausstellung. Der Vater ist neben seinem Beruf als Englischlehrer begeisterter Photograph. Er hat den Wunsch, seine besten Reisephotos endlich auch einem größeren Kreis seiner Freunde und Bekannten zu zeigen, außerdem soll demnächst sein neu gegründeter Photoclub eine eigene Homepage erhalten. Die Tochter ist bereits von der Photobegeisterung ihres Vaters infiziert. Tier- und Blumenphotos gehören zu ihren Lieblingsmotiven. Sie hat schon mit Erfolg an mehreren Wettbewerben für Jugendliche teilgenommen und möchte natürlich ihre Bilder auch gerne möglichst vielen präsentieren. Ihr Bruder ist Mittelstürmer in einem Fußballverein und hat zusätzlich die Aufgabe übernommen, die Mitstreiter zu photographieren oder auch den Vater beziehungsweise die Schwester davon zu überzeugen, das Turnier im Bild festzuhalten. Für den Verein soll es demnächst eine eigene Homepage geben.

Ganz unwissend ist die Familie nicht, wenn es um Computer und Internet geht - eine eigene Homepage haben sie aber noch nicht realisiert und nun gilt es zu klären, was es alles zu bedenken gibt. Zuerst einmal braucht das Kind einen Namen. Für Privatpersonen bietet sich der eigene Name an oder aber Bezeichnungen, die zu dem, was auf der Homepage zu finden sein soll, einen Bezug haben. Ob der gewählte Domain-Name noch zur Verfügung steht, läßt sich leicht überprüfen. Bei der zentralen Registrierungsstelle Denic (www.denic.de) können alle Domains mit dem Zusatz .de (deutsch) kostenfrei und unmittelbar nachgefragt werden. Der erste Schritt ist getan, wenn der Name der eigenen Homepage steht.

Anbieter, über die man seine Homepage realisieren kann, findet man in großer Zahl im Internet. Darunter sind auch viele, die mit einer kostenlosen Homepage locken. Kostenlos heißt aber nicht unbedingt umsonst. Meist ist das kostenlose Angebot mit einer Bannerwerbung, die dann auf der eigenen Homepage erscheint, verbunden. Deshalb sollte man sich die Angebote genau durchlesen und gründlich studieren, was von welchem Provider geboten wird. Oftmals sind die preiswerteren Angebote, für die man nur wenige Euro im Monat zahlt, empfehlenswerter. Bei kostenlosen Angeboten ist ohne Anmeldung häufig auch nicht genau festzustellen, welche Bedingungen dahinter stecken. Weitere Kriterien, nach denen man seinen Provider auswählt, sind neben dem Preis die Geschwindigkeit, mit der Seiten übertragen werden, die Erreichbarkeit, der Speicherplatz und das Transfervolumen. Für 20 Internetseiten mit 50 KB wird zirka 1 MB Speicherplatz benötigt. Bilder und Graphiken benötigen mehr Platz, brauchen aber für die Internetpräsentation nur in geringer Auflösung abgespeichert zu werden. Rapide steigt der Bedarf an Speicherplatz, wenn man hoch aufgelöste Bilddateien zur Verfügung stellt, weil man sie zum Beispiel zum Herunterladen für den Druck anbietet.

Speicherplatz ist bei den meisten Providern nicht so teuer und beinhaltet schon in den Basispaketen 500 bis 1.000 MB. Anders ist es mit dem Transfervolumen, wo man mit einem GB zirka 20.000 Aufrufe einer Seite mit 50 KB verwirklichen kann. Hohe Transfervolumen werden unter anderem auch durch das Herunterladen von Bildern oder Flash-Präsentationen erreicht. Wichtig ist bei Paketangeboten, daß man sich über die Upgrade-Möglichkeiten und deren Kosten erkundigt. Welche zusätzlichen Leistungen im Angebot der Provider man für nötig hält, ist individuell sehr unterschiedlich. So kann durch einen Verzeichnisschutz der Zugang zu bestimmten Bereichen der Homepage mit einem Paßwort belegt werden. Oder eine Auswertungsstatistik ermöglicht es, die Besucherzahl zu kontrollieren - dies kann vor allem von Interesse sein, wenn man daran denkt, Werbung für die Homepage zu bekommen.

Wer nicht in die Programmiersprache HTML einsteigen möchte, der sollte auf die Unterstützung von Microsoft Front Page achten. Das ist ein Programm, das es ermöglicht, relativ einfach aber variantenreich Seiten für die Homepage zu kreieren, die dann automatisch ins Internet gestellt werden können. Einfache Internetseiten lassen sich auch mit Editoren - Netscape oder Macromedia - erstellen, die selbständig die notwendigen HTML-Codes erzeugen. Nicht unwichtig bei der Auswahl eines Providers ist auch der Service der Hotline. Zum einen ist natürlich wichtig, für wie viel der telefonische Support angeboten wird, zum anderen wie gut er erreichbar und wie beratungswillig man dort ist. Vor der Entscheidung kann es nicht schaden, mit einem Anruf den Service zu testen.

Die meisten Provider haben Mindestvertragslaufzeiten von 12 Monaten. Also lohnt es sich, Angebote genau zu überprüfen, bevor man sich festlegt. Für den Bedarf wie sie Privatpersonen, Vereine oder kleine Unternehmen haben, sind die Angebote meist in Paketen zusammengefaßt und nur bei einer relativ umfangreichen Internetpräsenz empfehlen sich individuelle Angebote.

Für Übungszwecke ist es nicht schlecht, mit Tools, die im Internet angeboten werden, erste Erfahrungen zu sammeln. Learning by doing ist sicher eine der besten Methoden, um sich intensiv über das Thema zu informieren. Für die Inhalte hat es sich bewährt, einen Suchbaum zu erstellen, in dem man geordnet alle Inhalte einträgt, die auf den Seiten des eigenen Internetauftritts zu finden sein sollen. Im Vordergrund sollte dabei immer die Übersichtlichkeit für die Besucher stehen. Kaum jemand möchte sich durch viele Seiten klicken, um endlich auf das Gesuchte zu stoßen. Aufmacherseiten, die durch zu große Bilder oder Animationen lange brauchen um sich aufzubauen, sind wenig beliebt.

Zur eigenen Homepage gehört in jedem Fall eine separate E-Mail-Adresse, um Spamlawinen zu vermeiden. Ein Impressum ist für de-Adressen gesetzlich vorgeschrieben. Welche Angaben notwendig sind, erfährt man unter www.digi-info.de. Zur Absicherung sollte auch ein Hinweis bei den Links stehen, daß man für deren Inhalte nicht verantwortlich ist.

Die erste Homepage steht und das Umfeld wird über den eigenen Auftritt per E-Mail informiert. Um auch von Fremden gefunden zu werden, muß man sich im Internet bekannt machen. Eine Option ist, sich auf Webseiten mit ähnlichen Inhalten in Linklisten einzutragen oder bei Diskussionsrunden seine Web-Adresse zu hinterlassen. Die Adresse der Startseite sollte natürlich auch auf Visitenkarten und Briefpapier auftauchen. Durch Suchmaschinen wird man leichter gefunden, wenn schon auf der ersten Seite die Inhalte definiert sind, um die es im wesentlichen geht. Der Domain-Name kann natürlich auch helfen, falls er aussagekräftig genug ist, um das Sachgebiet zu umschreiben. Fortgeschrittene benutzen sogenannte Meta-Tags, um damit die Arbeit von Suchmaschinen zu unterstützen. In HTML-Seiten kann man Stichworte oder Seitenzusammenfassungen als Meta-Tag eingeben.
 

Digitalfotografie 04 / 2006

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