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Fine-Art-Druck - Photographien verdienen das Papier

Die Photographie kann und muss als die universelle Sprache verstanden werden, die durch das Bewahren von Erlebtem von enormem dokumentarischem Wert, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben, ist. Wenn wir uns heute Ausstellungsbilder in Galerien oder aber bei Freunden anschauen, so sind kaum Worte notwendig, um das gesehene wieder mit Leben zu versehen. Wir werden zurückversetzt in jene Zeiten, obwohl diese mitunter noch gar nicht so lange zurückliegen oder wir diese eventuell gar nicht erlebt haben. Aber auch wenn wir sie erlebt haben, so schwelgen wir in Erinnerungen, die uns meist erfreuen. Heute im digitalen Zeitalter liegen viele dem Irrglauben auf, dass es ausreichen würde, die Aufnahmen auf der Festplatte oder anderen Datenträgern zu speichern und am Bildschirm zu betrachten. Dem ist nicht so. Das Papierbild hat etwas Sinnliches, Bewahrendes, aber es erlaubt uns auch die Lösung vom Computer, der uns in unserem Handeln einschränkt. Unzählige Möglichkeiten stehen uns heute offen, um zu Papierbildern zu gelangen. Das Optimum beim Inkjetprint stellt sicherlich der Fine-Art-Druck dar. Umfangreich ist das Angebot an Druckern, Tinten und Papieren. Einen umfassenden Überblick über das weitreichende Spektrum des Fine-Art-Drucks bietet die photokina 2006 vom 26. September bis 1. Oktober in Köln. Hier kann sich jeder ein Bild davon machen, was technisch möglich ist und welche Faszination vom Fine-Art-Print ausgeht.

Fine-Art-Druck beziehungsweise -Print stehen für höchste Qualität und Lebensdauer hinsichtlich des Materials als auch hinsichtlich der Photographie mit einem hohen Anspruch an Farbstabilität. Gerade in den letzten zwei Jahren haben sich im digitalen Druck wahre Quantensprünge vollzogen, A3+-Drucker sind für jeden mittlerweile erschwinglich. Heute finden wir eine Druckqualität, die der eines konventionellen Photos in nichts mehr nachsteht und diese mitunter sogar überbietet, was beispielsweise den Farbumfang, aber auch die Farbübergänge anbelangt. Möchte man das Beste aus seinen Photographien herausholen, so sind handwerkliche Techniken beim Fine-Art-Druck ebenso von Nöten wie gewisse Grundkenntnisse über die digitale Photographie und natürlich Übung. Das sollte einen nicht abschrecken, sondern motivieren, denn man wird mit Ausdrucken belohnt, die alle Mühe wert sind.

Der Fine-Art-Print setzt gewisse Qualitäten an den Inkjetdrucker voraus. So sollte dieser eine hohe bis sehr hohe Bildqualität, einen möglichst großen Farbumfang ebenso aufweisen wie mehrere Schwarz- und Grautinten für neutrale Schwarzweißdrucke sowie eine ausreichende Seitengröße und akzeptable Druckgeschwindigkeit. Aber auch auf die ausreichende Haltbarkeit von Tinten ist zu achten, denn die Ausdrucke sollen ja länger als beispielsweise 25 Jahre erfreuen. Wenn es um die Bildqualität geht, so wird uns nur ein detailreiches Bild zufrieden stellen, in dem die Farb- und Tonwertverläufe sehr weich und ohne Tonwertsprünge erscheinen, eine Streifenbildung kann nicht gewünscht sein. Bild- beziehungsweise Rasterpunkte sollten bei einem gewissen Betrachtungsabstand nicht sichtbar sein, denn sie nehmen der Photographie ihre Güte.

Heutige Phototintenstrahldrucker bieten eine Druckerauflösung von mehr als 1.200 dpi und sind mit mehr als den vier Primärfarben C, M, Y und K ausgestattet. Wenn es um den Farbumfang (Gamut) geht, so gewährleisteten in der Vergangenheit laut Literatur Dye-basierende Tinten tendenziell einen größeren Gamut als Pigment-basierende Tinten. Inzwischen sind bei letztgenannten neue Tintenrezepturen auf dem Markt, die in der Qualität den Dye-basierenden Tinten in nichts mehr nachstehen dürften. Zudem finden sich heute auf dem Markt immer mehr Drucker mit mehr Tinten. Seit 2005 sind einige Drucker bereits mit den zusätzlichen Tinten Rot und Blau ausgestattet. In den nächsten Jahren werden sicherlich Drucker im Handel erhältlich sein, die neben CcMmYKRB noch zwei bis vier unterschiedliche Schwarztöne einsetzen - mehr Tinten erweitern deutlich das Farbspektrum.

Trotz aller Buntheit ist vielfach auch der Wunsch nach Schwarzweißausdrucken beziehungsweise nach monochromen über den Farbdrucker vorhanden. Um zu optimalen Prints zu gelangen, sollte der Drucker mehr als einen Ton an Schwarzweißtinten bieten. Zwei stellen das sinnvolle Minimum dar, drei sind natürlich besser. Ist der Drucker nur mit einer Schwarztinte ausgestattet, so lässt sich die Druckqualität durch spezielle RIPs beziehungsweise Pseudo-RIPs verbessern. Einige Hersteller bieten für ihre Drucker spezielle Schwarztontinten an, die sehr gute Schwarzweißausdrucke liefern. Wichtig ist hier, dass beim Wechsel von Standardtinten zu speziellen Schwarztontinten die Druckköpfe gründlich gereinigt werden.

Um die Druckkosten zu reduzieren, greifen viele zu Fremdtinten, was im Nachhinein oftmals bereut wird, weil diese qualitativ meist nicht so hochwertig sind wie die Originaltinten. Ein weiteres potenzielles Problem ergibt sich daraus, dass man beim Einsatz von Fremdtinten unter Umständen die Herstellergarantie für den Drucker einbüßt. Kann man den Fremdtinten nicht widerstehen, so sollten in jedem Fall die Druckköpfe gut gereinigt werden, Anbieter von Fremdtinten bieten hierfür spezielle Reinigungspatronen an.

Gegeizt werden sollte beim Fine-Art-Print nicht mit dem Druckformat, denn Photographien entfalten ihre Wirkung erst ab einer gewissen Größe. Wenn es darum geht Photographien großformatig zu Papier zu bringen, dann sind A3-Drucker eine sinnvolle Minimalgröße. Ausstellungsbilder verlangen nach noch mehr Größe, hier können die Dienstleistungen des Fachhandels weiterhelfen.

Bekannt ist, dass sich nicht jedes Papier für jeden Drucker eignet. Papier und Drucker gehören also optimal aufeinander abgestimmt hinsichtlich des Formates, der Stärke und des Gewichtes. Ist das Papiergewicht beispielsweise für den Drucker zu hoch, so kann und darf man keinen sauberen Ausdruck erwarten. Vor der Papieranschaffung sollte in jedem Fall die Gebrauchsanweisung des Druckers studiert werden, denn sie informiert unter anderem darüber, welche Papiere das Optimum darstellen. Laut Literaturangaben sind Glossy-Papiere für Dye-basierende Tinten besser geeignet als für Pigment-basierende. Unproblematisch verhalten sich beide Tintentypen hingegen auf matten Papieren. So genannte Schnäppchenangebote sind im Handel, gerade im Consumerbereich, immer wieder anzutreffen. Diese Papiere sind gut, aber oftmals für den Fine-Art-Print nicht ausreichend. Möchte man Qualität und seine Tinte nicht verschwenden, so sollte man zu Papieren des Druckerherstellers oder zu Papieren namhafter Papierhersteller greifen.
 

Digitalfotografie 06 / 2006

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Chris Tettke