Fotoerinnerungen digitalisieren - Ergebnisse verbessern

Wer seine analogen Erinnerungen auf Papierbildern und Dias digitalisiert, erlebt nicht selten die Enttäuschung, dass Staub und Fussel den Bildeindruck gehörig trüben. Vor allem beim Auslagern zu einem Dienstleistern kann es zu teuren Überraschungen kommen, wenn man sich sein Material nicht vorher selbst angeschaut und für den Scan aufbereitet hat. Die wenigsten Dienstleister kümmern sich nämlich nicht über die automatischen Prüfroutinen hinaus um die Reinigung und optimale Vorbereitung der Vorlagen. Und selbst wenn, wird in der Regel ein deutlicher Preisaufschlag fällig. Man sollte seine Vorlagen daher selbst für eine optimale Digitalisierung vorbereiten. Ist das versäumt worden oder nicht ausreichend gewesen, kann man mit der Nachbereitung noch einiges retten (dazu später mehr).

Vorbereitung zum Digitalisieren

Kratzerbeispiel
Der erste sinnvolle Schritt zur Vorbereitung der analogen Schätze ist die sorgfältige Durchsicht. Da jedes Einlesen mit Aufwand und Kosten verbunden ist, sollte man sich vorher überlegen, ob die jeweilige Aufnahme den Aufwand lohnt. Ist der Sichtungsvorgang abgeschlossen, sollten die Vorlagen auf Fussel, Staub und Flecken geprüft werden. Gute Scanner haben zwar eine Hardware-unterstützte Funktion zum Aufspüren und Herausrechnen von Staub und Kratzern, aber dadurch geht zwangsläufig Qualität verloren. Sehr hilfreich zur Untersuchung des Materials ist eine gute beleuchtete Lupe und Baumwollhandschuhe (damit man nicht neue Fingerabdrücke aufs Material bringt). Vor allem bei Dias und Negativen ist dieser Schritt besonders wichtig, damit es nachher nicht zu Enttäuschungen kommt. Auf einem Negativ noch klein erscheinende Staubfussel und Kratzer sehen in der Vergrößerung nämlich nachher sehr unschön aus:

Im ersten Schritt empfiehlt sich in der Regel, die Negative beziehungsweise Dias mit einem Antistatiktuch/-pinsel oder spezieller Druckluft aus der Dose zu reinigen. Alternativ hilft auch ein Pinsel mit Blasebalg wie er zum Reinigen von Objektiven benutzt wird. Die Reinigung sollte bei eigener Digitialisierung unmittelbar vor dem Scan erfolgen. Sieht man mit der Lupe immer noch Fussel, sind diese in der Emulsion verbacken. Man kann vorsichtig an einem Streifen ausprobieren, die Negative zu reinigen. Dazu sind spezielle Filmreinigungsflüssigkeiten erhältlich. Man muss allerdings beim Trocknen darauf achten, die Bilder möglichst staubfrei aufzuhängen und nicht zu verkratzen. Aufgequollene Filmemulsion ist ein Staubfänger und sehr empfindlich.

Nachträgliche Verbesserung

Software, Kratzer
Trotz sorgfältigster Vorbereitung werden in viele Fällen trotzdem noch kleine Fehler im Bild zu sehen sein. Spezielle Software hilft, solche Störungen zu beseitigen. Programme, die sich nur dieser Aufgabe widmen sind Dust & Scratch Removal von Polaroid, AKVIS Retoucher und Retouch Pilot. Auch in Photoshop und Photoshop Elements ist unter „Filter“ > „Rauschfilter“ > „Staub und Kratzer“ eine Funktion zum Entfernen von Bildstörungen enthalten: Allerdings erfordert diese einiges an Fingerspitzengefühl. Die besten Ergebnisse bringen erfahrungsgemäß jedoch mühsame individuelle Korrekturen jeder Problemstelle mit dem Kopier-/Reparaturpinsel.

Grundsätzlich ist die digitale Nachbearbeitung gut machbar – aber unter Umständen extrem viel Arbeit. Man sollte deshalb schon beim Scannen auf einen guten Input achten und die Aufnahmen vorab reinigen. Es kann sich auch lohnen, etwas mehr Geld für Scan-Hard- und Software auszugeben, die den Nachbearbeitungsaufwand geringer hält.

Digitalfotografie 04 / 2014

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