Bildleiste

GPS-Koordinaten mit der Kamera erfassen

GPS-Daten für die Navigation und Standortbestimmung werden zunehmend auch in der Digitalphotographie genutzt. So kann jetzt zusätzlich zu Datum und Uhrzeit auch der Aufnahmestandpunkt automatisch erfasst und in der Exif-Datei festgehalten werden.

Navigation per GPS gehört längst zum Alltag. Die Satelliten-gesteuerten Wegweiser bringen einen nicht nur mit dem Auto sicher ans Ziel. Sie helfen inzwischen auch - als Zusatzfunktion des Mobiltelefons - Fußgängern und Wanderern dabei, sich überall zurechtzufinden. Jetzt hat auch die Photoindustrie das Potenzial der Satellitenortung erkannt und Kameras sowie Zubehör mit Funktionen zur Standortbestimmung ausgestattet. Umgekehrt nutzen Hersteller von Navigationssystemen die Kraft des Bildes und bieten Geräte an, die zur Navigation keine Zieleingabe per Text mehr benötigen. Ihnen genügt ein Digitalphoto, das in der Exif-Datei auch die GPS-Koordinaten gespeichert hat, um den Anwender zielsicher an den Ort der Aufnahme zu navigieren.

Trifft man auf dem Photospaziergang auf ein interessantes Motiv, das man beispielsweise zu einem anderem Zeitpunkt bei günstigeren Lichtbedingungen nochmals aufsuchen und photographieren möchte, so wird es einfach mit der GPS-tauglichen Kamera photographiert und der Aufnahmestandpunkt kann ohne Adresseingabe jederzeit wieder angesteuert werden. Solche Bilder lassen sich auch per E-Mail oder MMS weitergeben, um Freunde und Bekannte zu den neu entdeckten Motiven zu lotsen.

Für Autofahrer gehören Standortbestimmung und Navigation über das Global Positioning System (GPS) längst zu den unverzichtbaren Erleichterungen des Alltags. Durch ihre ständige Weiterentwicklung wurden die Nutzungsmöglichkeiten dieser Systeme immer vielfältiger. Inzwischen wurden sie zu umfassenden Informationssystemen, über die sich neben metergenauen Positionsangaben auch zahlreiche Informationen - zum Beispiel über touristische Attraktionen, Restaurants oder auch Geschäfte, Reparaturwerkstätten oder Krankenhäuser in der Nähe - abrufen lassen.

Wo bin ich?
Noch steckt die Navigation zum bequemen Auffinden attraktiver Motive in ihren Anfängen, aber die Integration von GPS-Koordinaten in die Exif-Datei eines Digitalbildes kann Photograph schon heute äußerst effektiv beim Archivieren und Wiederfinden ihrer Photos helfen. Schließlich kennt jeder das Problem, wenn man sich nach Jahren bei der Sichtung der Urlaubsbilder nicht mehr erinnert, wo genau eine Aufnahme entstanden ist. Durch die gespeicherten GPS-Koordinaten lässt sich auch nachträglich einfach und präzise der genaue Aufnahmestandpunkt feststellen. Aber die Standortbestimmung ist nur eine Möglichkeit der GPS-Datennutzung. Auch Anbieter virtueller Reiseführer oder touristischer Informationsdienste verknüpfen die digitalen Standortkoordinaten mit ihren Informationen. So lassen sich neben Namen und Adressen von Motiven auch nützliche Informationen - etwa über die Geschichte eines Bauwerkes - erfahren.

Die Standortbestimmung per GPS erfolgt durch Messungen der Dauer von Signalübertragungen zwischen Satelliten und Empfänger auf der Erde. Um die Längen- und Breitengrade der Empfängerposition errechnen zu können, deren Schnittpunkt schließlich die Position des Signalempfängers markiert, würde rein rechnerisch die Auswertung der Signale von drei Satelliten genügen. Allerdings besitzen die meisten GPS-Empfänger keine Uhr, die ausreichend präzise arbeitet, um die Laufzeiten der Signale genau genug erfassen zu können. Deshalb wird in der Regel das Signal eines weiteren Satelliten hinzugezogen. Neuere Verfahren nutzen zudem auch die Signale von Mobilfunkbetreibern, um schnellere und präzisere Positionsbestimmungen vornehmen zu können.

Navigationsgeräte werden schon bald selbstverständliche Ausstattungsmerkmale von Handys und Kameras sein. Mit Hilfe ihrer hochpräzisen Positionsbestimmungen werden sie ihre Nutzer nicht nur schnell zum Ziel führen, sondern beispielsweise beim Autofahren auch automatisch dafür sorgen, den Abstand und die Spur korrekt zu halten. Die jeweils aktuelle Position von Waren während eines Transports oder der Standort eines Leihwagens können per GPS-Positionsbestimmung genauso ermittelt werden, wie etwa der Aufenthaltsort eines vermissten Kindes. Durch die zunehmenden Möglichkeiten des Datenaustauschs zwischen GPS-Geräten sowie den digitalen Informations- und Kommunikationssystemen werden weitere Anwendungen für GPS-basierte Dienste hinzukommen. Davon werden nicht zuletzt auch Photographen profitieren.

Um die Vorteile von GPS-Standortbestimmungen nutzen zu können, braucht man nicht unbedingt eine mit GPS-Empfang ausgestatte Digitalkamera der jüngsten Generation. Es genügt ein Modell, das Datum und Uhrzeit der Entstehung eines Photos in der Exif-Datei speichern kann. Die Orts-Koordinaten können dann auch von einem externen GPS-Empfänger erfasst und später am PC per Software synchronisiert werden.

Zwei unterschiedliche Zubehörtypen für die GPS-Datenerfassung werden zurzeit angeboten. Entweder werden die Daten im Moment der Aufnahme schon synchronisiert. Das geschieht dadurch, dass der Empfänger über den Blitzschuh der Kamera aktiviert wird, so dass der PC bei der Übertragung von Bildern und GPS-Daten auf die Festplatte einfach die Dateien abgleichen kann. Im anderen Fall werden die Standortkoordinaten kontinuierlich aufgezeichnet und bei der Übertragung dann die Daten mit dem Aufnahmezeitpunkt abgeglichen.

Entscheidend für eine genaue Bestimmung des Aufnahmestandorts ist die korrekte Eingabe von Datum und Uhrzeit an der Kamera. Mit diesen Daten wird später am PC die GPS-Log-Datei abgeglichen. Fehlerhafte Zeitangaben können dazu führen, dass die Software eine Aufnahme dem völlig falschen Standpunkt zuordnet. Wird dies bei der Datensynchronisation bemerkt, können aber auch nachträglich noch Korrekturen vorgenommen werden. Wenn man weiß, um wie viel die Zeiteinstellung an der Kamera von der korrekten Uhrzeit abweicht, lässt sich diese beispielsweise über einen Exif-Editor auch noch nachträglich manuell korrigieren. Per Software lassen sich die Bilder dank der Erfassung der GPS-Koordinaten anschließend auch in die Satellitenaufnahmen und Landkarten von Google Maps einbinden. So kann der Photograph per Internet-Link seinen Freunden genau zeigen, wo er welche Photos aufgenommen hat.
 

Digitalfotografie 06 / 2007

Bewerten 62

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren






* Diese Felder müssen ausgefüllt werden

Lonely Honeymoon

Blende ,"Lonely Honeymoon"
Lisa Rauschenberger,17 Jahre