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Bilder sind das Papier wert - Inkjet-Photopapiere

Trotz der vielen Möglichkeiten, heute Photos zu zeigen, wie beispielsweise im Internet, auf dem Fernseher, über einen digitalen Bilderrahmen oder Beamer, hat das Papierbild nichts an seiner Attraktivität verloren. Sei es als kleines Erinnerungsphoto für die Brieftasche, als Urlaubsmotiv im Album oder als gerahmter Wandschmuck - Photographien auf Papier werden auch in Zukunft eine Attraktion sein.

Eine der zahlreichen Möglichkeiten, seine schönsten Bilder auf Papier zu bringen, ist neben der Bestellung im Photogeschäft oder über das Internet das Home-Printing. Ein großes Angebot an leistungsstarken Photodruckern der verschiedensten Format- und Preisklassen ermöglicht es jedem, das passende Modell zu finden. Doch wichtige Kriterien für das Ergebnis sind nicht nur Druckertechnologie und die Qualität der Tinten, sondern in ganz besonderem Maße auch das Papier, bei dem man nicht nur unter einer Fülle unterschiedlicher Formate, von der Standardgröße 10 x 15 cm bis zu A3+, wählen kann. Wichtige Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Eignung für den Inkjet-Druck, der Papierstärke und -haltbarkeit, Farbwiedergabe, Oberflächenstruktur und Haptik. Neue Forschungsergebnisse und Technologien haben zudem dafür gesorgt, dass die Inkjet-Photopapiere in den letzten Jahren immer haltbarer und farbechter wurden. Aber auch hier hat Qualität - wie überall - ihren Preis. Daher muss jeder für sich abwägen, wofür er sich entscheidet.

Papiergröße und -stärke
Photopapiere für das Home-Printing werden in unterschiedlichen Stärken angeboten. Doch nicht jeder Drucker kann jede Stärke verarbeiten. Drucker, bei denen die Ein- und Ausgabe des Papiers vorne liegt, müssen das eingezogene Papier um eine 180-Grad-Walze biegen. Das kann schon bei einem 220-250g/m2-Papier zu Problemen führen. Welche Papierstärke noch mit einem Drucker verarbeitet werden kann, hängt aber auch mit den Materialeigenschaften des Papiers zusammen. Biegsamere Sorten können durch ihre Flexibilität mit größerer Stärke verarbeitet werden als starre. Zwar gibt es von den Druckerherstellern dazu Angaben, in Grenzbereichen ist man aber oftmals auf eigene Erfahrungswerte angewiesen.

Die Haltbarkeit
Eine der wichtigen Eigenschaften, die Verbraucher von ihren Papieren verlangen, ist die Haltbarkeit, denn was nützt der schönste Ausdruck, wenn er schon nach einigen Monaten oder auch nach zwei, drei Jahren verblasst oder verfärbt ist. Die von Herstellern garantierten Angaben variieren stark. In den letzten Jahren ist hinsichtlich der Haltbarkeit von Inkjet-Photos enorm viel erreicht worden. Bei hochwertigen Papieren wird oftmals eine Lebensdauer von über hundert Jahren angegeben. Ob sich in diesem Zeitraum signifikante Veränderungen ergeben, wird von Testinstituten in simulierten Umweltlaboren festgestellt. Allerdings hängt die Haltbarkeit eines Photoausdrucks auch entscheidend von den verwendeten Tinten ab. Die Haltbarkeit des Druckes kann mit UV-beständiger Tinte (Pigmenttinte) bis zu mehr als hundert Jahre überdauern.

Einer der Gründe, warum Papier vergilbt, ist das Lignin, das im Holz enthalten ist. Um das Vergilben zu verhindern, werden deshalb bei hochwertigen Papieren Materialien mit möglichst geringen Lignin-Anteilen verwendet. Um hochweiße Papiere herzustellen, wie sie viele Photographen schätzen, werden der Papiersubstanz zudem optische Aufheller beigemischt. Innerhalb eines langen Zeitraumes kann der Weißgrad von Photopapieren nachlassen.

Ein weiterer Vorzug moderner Inkjet-Photopapiere ist die hohe Absorptionsfähigkeit. Dies führt zu deutlich kürzeren Trockenzeiten. Praktisch sind die Photos heute wisch- und wasserfest, sobald sie den Drucker verlassen. Möglich wurde das durch besondere Herstellungsprozesse, bei denen spezielle Zusatzstoffe ins Papier integriert wurden, mit denen die Farbstoffe der Tinten dicht an der Papieroberfläche festgehalten werden. Die restlichen Tintenbestandteile dringen - ohne die Farbstoffe mitzunehmen - ins Innere des Papiers. Der Effekt ist ein kräftigeres Schwarz und intensivere Farben. Da die Tinte weniger löslich ist, kann das Papier Wasser besser abweisen.

Zum Schutz der Ausdrucke werden von der Industrie auch spezielle Sprays angeboten, mit denen sich die Bildfläche gegen Schmutz und Wasser versiegeln lässt. Das Spray schützt auch gegen UV-Strahlen, ohne den Oberflächeneindruck des Prints zu verändern. Manche Drucker arbeiten zudem mit einer zusätzlichen Klarlackschicht. Sie dient nicht nur zur Versiegelung der Bilder, sondern schafft auch einen für die gesamte Bildfläche gleichmäßigen Glanz. Früher fehlte bei Drucken, die ohne solche farblosen Zusatztinten produziert wurden, an den weißen Stellen der Glanz.

Natürlich hängt der Alterungsprozess eines Prints auch von der Lagerung ab. Trocken und dunkel sind die idealen Bedingungen, um Ausdrucke aufzubewahren.

Von Farbe bis Schwarzweiß
Der wichtigste Anspruch an ein Photopapier ist, dass es alle Farben möglichst wirklichkeitsgetreu darstellen kann. Auch wenn die Photopapiere immer brillantere Farben ermöglichen, liefern die verschiedenen Papiertypen doch sehr voneinander abweichende Farbergebnisse. So eignen sich manche Papiere besonders gut für Porträts, weil auf ihnen vor allem die Hauttöne angenehm pastellig dargestellt werden können, während andere sich beispielsweise für Landschaftsbilder anbieten, weil sie eine kräftigere Farbwiedergabe ermöglichen. Genauso bestimmt die Entscheidung für eine matte oder glänzende Oberfläche die Bildwirkung. Es bleibt dem persönlichen Geschmack des Photographen überlassen, welche Papiereigenschaften er für ein bestimmtes Photo für wünschenswert hält.

Vor allem bei Porträt- und Aktaufnahmen ist Schwarzweiß nach wie vor sehr beliebt. Hier sind die Ansprüche an die Wiedergabe besonders hoch. Mit den heutigen Inkjet-Photopapieren erreicht man satte Schwarztöne und hervorragende Grauverläufe, die Bilder besonders plastisch und edel aussehen lassen. Das Nonplusultra für besonders hochwertige Abzüge sind die so genannten Fine-Art-Photopapiere für den Tintenstrahldruck, wie sie von einigen Herstellern wieder vermehrt angeboten werden und die in ihrer Anmutung den traditionellen Baryt-Papieren aus der klassischen Dunkelkammer nachempfunden sind. Bei den neuen Fine-Art-Inkjet-Papieren kann man davon ausgehen, dass sie säurefrei und archivfähig gefertigt sind und höchsten Ansprüchen an Farbumfang und Farbtiefe genügen. Fine-Art-Papiere gibt es mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen, die allen Bedürfnissen nach einem besonderen Ausdruck gerecht werden und so dank der speziellen Struktur den Gestaltungswillen des Photographen optimal unterstützen.

Seit Beginn des Photodrucks mit Tintenstrahldrucker haben sich nicht nur die Drucktechnik, sondern auch die Beschichtungsverfahren für die Papiere und die Zusammensetzungen der Farbtinten rasant verbessert. Falsche Farben, nach kurzer Zeit verblichene Ausdrucke und lange Trockenzeiten gehören zumindest bei den Produkten der Markenhersteller der Vergangenheit an. Wer heute seine Aufnahmen selbst zu Hause herstellen möchte, der hat nicht nur eine große Auswahl an unterschiedlichen Papieren, sondern er wird auch lange Freude an seinen Bildern haben.
 

Digitalfotografie 04 / 2007

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